GEMEINDEN: Turbulenzen um Kandidaten und Projekte

Am 18. Oktober stimmen fünf Gemeinden über kommunale Begehren ab. Für Spannung sorgen die Wahlen in Seelisberg und Attinghausen.

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Flüelen befindet über einen Kredit von 7,7 Millionen Franken zur Sanierung des Schulhauses Gehren. (Bild Georg Epp)

Flüelen befindet über einen Kredit von 7,7 Millionen Franken zur Sanierung des Schulhauses Gehren. (Bild Georg Epp)

MZ. Einiges zu reden geben im Vorfeld die Wahlen in Seelisberg. Gemeindepräsident Karl Huser stellt sich zur Wiederwahl. Aus der Bevölkerung kommt aber der Vorschlag, Judith Durrer, die bisherige Vizepräsidentin, neu als Gemeindepräsidentin zu wählen. Sie selber möchte aber nicht das Präsidium übernehmen, sondern als Vizepräsidentin bestätigt werden. Brigitte Püntener stellt sich als Verwalterin zur Wiederwahl. Patrick Amstad, bisher Mitglied, soll neu Sozialvorsteher werden. Als Mitglied bestätigt werden soll Mario Budmiger. André Hafner wurde vom Gemeinderat als neues Mitglieder angefragt. Aus der Bevölkerung vorgeschlagen werden auch Pascal Bader, Marcel Truttmann und Erwin Zwyssig, die allerdings nicht gewählt werden wollen.

«Wir haben in Seelisberg keine Ortsparteien, die Kandidaten aufstellen», erklärt Huser. Eine Einzelperson habe Vorschläge bei der Gemeindekanzlei deponiert. Sie sei dabei genau so vorgegangen, wie es die Gemeindeordnung vorschreibe. «Das Problem dabei war jedoch, dass die Kandidaten vorgängig gar nicht angefragt worden sind.» Als Gemeinderat müsse man eben hin und wieder Entscheide fällen, die nicht allen passen. Daher sei es wohl zu dieser Frustreaktion gekommen. Trotzdem hat Karl Huser noch nie erlebt, dass so viele Kandidaten neu für eine Wahl in den Gemeinderat aufgestellt worden sind. Unumstritten sind die Wahlen in den Schulrat. Präsidentin Brigitte Schmed Buholzer, Vizepräsidentin Nadja Truttmann-Niederberger, Verwalter Edy Huser-Infanger sowie die Mitglieder Manuela Moser-Truttmann, Andreas Urfer Skalsky stellen sich zur Wiederwahl.

Attinghausen: Sitz vakant

In Attinghausen ist nach wie vor ein Sitz im Gemeinderat vakant. Es stellt sich niemand zur Wahl, und auch von den Parteien wurden keine offiziellen Vorschläge gemacht. Gemäss Gesetz über geheime Wahlen, Abstimmungen und Volksrechte (Wavg) muss nun eine Urnenabstimmung stattfinden, da keine Person in stiller Wahl gewählt werden konnte. Erreicht am 18. Oktober keine Person das absolute Mehr, so muss das weitere Vorgehen beschlossen werden.

Andermatt: Zinsloses Darlehen

In Andermatt wird über einen Kreditbeschluss von 2 Millionen Franken abgestimmt. Das Geld soll als zinsloses Darlehen für das neue Senioren- und Gesundheitszentrum Ursern gesprochen werden. Das Projekt soll an der Gotthardstrasse in Andermatt realisiert werden, da wo jetzt noch das Postgebäude steht. Die südliche Militärvilla wird in ein Gesundheitszentrum mit Arztpraxis, Zahnarztpraxis, Physiotherapie, Hörmittelzentrale und weiteren Dienstleistungen umgebaut. Als Partner beteiligt sich auch das Kantonsspital Uri, das eine Notfallstation einrichten will. Das Gesundheitszentrum soll im August 2016 in Betrieb genommen werden, das Seniorenzentrum vor Weihnachten 2017. Die Kosten für das Projekt sind mit 17,8 Millionen Franken veranschlagt.

Gehren-Sanierung hat Vorrang

Über ein Kreditbegehren von 7,7 Millionen Franken entscheiden die Flüeler am 18. Oktober. Nach zwei Urnenabstimmungen, an denen die Schulhausvorlagen abgelehnt worden sind, will der Gemeinderat vorerst die Sanierung des Schulhauses Gehren realisieren. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Schulhaus Matte modernisiert werden.

Mehr Geld für Feuerwehr

In Seedorf befinden die Stimmbürger über ein Kreditbegehren für die Feuerwehr. Dabei geht es um netto 347 000 Franken für die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges (TLF) und bauliche Anpassungen am Feuerwehrmagazin. Bereits mit dem heutigen TLF sind die Platzverhältnisse im Magazin relativ eng. Die vorhandenen Tore sind für das neue Fahrzeug zu wenig breit. Abklärungen durch einen Baufachmann haben ergeben, dass der vorhandene Stützpfeiler zwischen den Toren durch einen Stahlsteher ersetzt werden kann. Die breitere Einfahrt erfordert auch neue Tore.