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Gemeinderat Erstfeld
wehrt sich gegen UKB-Pläne

Der Gemeinderat ersucht den Bankrat sowie die Geschäftsleitung der Urner Kantonalbank (UKB) in einem Schreiben, die Neuausrichtung des Geschäftsstellennetzes nochmals eingehend zu überdenken und die Agentur Erstfeld mit Personal vor Ort zu belassen.
Bruno Arnold
Der Gemeinderat Erstfeld kritisiert die von Heini Sommer, UKB-Bankratspräsident (links) und dem Vorsitzenden der UKB-Geschäftsleitung, Christoph Bugnon, kommunizierte Neuausrichtung der Urner Kantonalbank. (Bild: Corinne Glanzmann, Altdorf, 18. Oktober 2018)

Der Gemeinderat Erstfeld kritisiert die von Heini Sommer, UKB-Bankratspräsident (links) und dem Vorsitzenden der UKB-Geschäftsleitung, Christoph Bugnon, kommunizierte Neuausrichtung der Urner Kantonalbank. (Bild: Corinne Glanzmann, Altdorf, 18. Oktober 2018)

Eine Delegation des Gemeinderates Erstfeld hat am 18. Dezember am Vertiefungsgespräch zur Neuausrichtung der Urner Kantonalbank teilgenommen. «Um es vorwegzunehmen: Der Gemeinderat Erstfeld ist sehr erstaunt und überrascht über die einschneidenden strategischen Entscheide der verantwortlichen Leitung der UKB», schreibt der Gemeinderat Erstfeld im Nachgang zu diesem Treffen in einer Stellungnahme an UKB-Bankratspräsident Heini Sommer und an den Vorsitzenden der UKB-Geschäftsleitung, Christoph Bugnon. Das Schreiben wurde auch der Redaktion der «Urner Zeitung» zugestellt.

Nicht zu unterschätzender Imageverlust

«Der Gemeinderat ist nicht einverstanden mit der Reduktion der Agenturen auf zwei Standorte, an denen noch Mitarbeitende vor Ort tätig sein werden», schreibt der Gemeinderat Erstfeld. «Der Imageverlust für die UKB ist in unseren Augen nicht zu unterschätzen.» Obwohl der Gemeinderat Erstfeld die Gründe für diese Neuausrichtung teilweise nachvollziehen könne, gebe er zu bedenken, dass genau diese geografische Verteilung der Agenturen eine der grossen Stärken der Bank sei und die UKB erst eigentlich zur «Urner Bank» mache, welche heute eine grosse Wertschätzung in der Bevölkerung geniesse. Diese zeige für die geplante Neuausrichtung mit einem Abbau des Service public – gerade auch mit Blick auf das 35-Millionen-Neubauprojekt beim Bahnhof Altdorf – kein Verständnis.

Drei Zweigstellen fallen weg

Die Urner Kantonalbank baut 2019 ihr Geschäftsstellennetz um. Dies wurde am 12. Dezember bekannt gegeben. Die drei Zweigstellen Göschenen, Wassen und Seelisberg werden Ende März geschlossen. In Bürglen, Erstfeld, Schattdorf und Flüelen wird es ab Dezember 2019 kein Personal vor Ort mehr geben. Im Gegenzug wird die UKB künftig Beratungen via Video oder zu Hause anbieten. Bis 2021 sollen zudem rund 15 bis 20 Vollzeitstellen gestrichen.

Regierung wird um Stellungnahme gebeten

Landrat Georg Simmen (FDP, Realp) kritisierte die Pläne in einer Kleinen Anfrage. Er will unter anderem von der Regierung wissen, wann sie von der Neuausrichtung der Bank erfahren hat, wie sie die Strategie beurteilt und ob die Regierung konkreten Handlungsbedarf sieht vor dem Hintergrund, dass die UKB der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu dienen habe. Mit der neuen UKB-Strategie würden in den betroffenen Gemeinden wichtige Stützen des lokalen Gewerbes verloren gehen, glaubt Simmen. Zudem gehe auch Steuersubstrat verloren. (zf)

Verlust von qualifizierten Arbeitsplätzen

«Für den Gemeinderat Erstfeld ist der Verlust von qualifizierten Arbeitsplätzen in den betroffenen Gemeinden nicht akzeptabel», heisst es in der Stellungnahme zuhanden von Sommer und Bugnon weiter. «Dieser Abbau von Arbeitsplätzen bei der UKB ist für Erstfeld und Uri einschneidend und führt zu einem allfälligen Verlust von Kundinnen und Kunden bei der einzigen Urner Bank mit 100 Prozent Staatsgarantie. Diese Bank gehört uns Urnerinnen und Urnern, deshalb sollte gerade sie Rücksicht auf regionale Aspekte nehmen.»

Nicht nur von Einheimischen genutzt

Nach der Gründung der UKB am 1. Juli 1915 wurde bereits am 1. März 1916 in Erstfeld die erste Agentur im Kanton Uri eröffnet. Über all die Jahre war eine UKB-Agentur in Erstfeld angesiedelt. Sie wurde im April 2007 sogar zum ersten Bankgebäude der Zentralschweiz mit Minergie-Zertifikat umgebaut. «Der Stolz der Energiestadt Erstfeld war damals sehr gross, und das moderne Bankgebäude wurde zum Aushängeschild der Energiestadt Erstfeld», schreibt der Gemeinderat. Die Agentur sei ideal gelegen, direkt neben der Bushaltestelle, in der Nähe zahlreicher Parkplätze und Einkaufsmöglichkeiten und damit im Einkaufszentrum des Dorfes. Entsprechend würden die Bank-Dienstleistungen nicht nur von Erstfelderinnen und Erstfeldern genutzt, sondern auch von Durchreisenden sowie von Personen aus dem Oberland, die gleichzeitig mit ihren Einkäufen auch ihre Bankgeschäfte abwickeln würden.

Raiffeisenbank könnte profitieren

«Sollte auf der UKB-Agentur in Erstfeld ab Dezember 2019 kein Personal mehr anwesend sein, wird dies wohl viele davon abhalten, die Bank auch in Zukunft aufzusuchen», hält der Gemeinderat fest. Davon profitieren könne die Raiffeisenbank Urner Oberland, die – trotz des Zusammenschlusses mit der Raiffeisenbank Urner Unterland – ihre Niederlassung mit Personal in Erstfeld behalten werde. «Dabei könnte Erstfeld als Tor zum Oberland auch für die UKB eine wichtige Rolle spielen, gerade auch für Kleinkunden und unsere ältere Generation», glaubt der Gemeinderat.

Der Gemeinderat ersucht den Bankrat sowie die Geschäftsleitung der UKB deshalb, «auf ihren Entscheid zurückzukommen, die Neuausrichtung des Geschäftsstellennetzes nochmals eingehend zu überdenken und die Agentur Erstfeld mit Personal vor Ort zu belassen».

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