Gemeindeversammlung Erstfeld beschliesst Gründung einer Aktiengesellschaft

Die Gemeindewerke können eine Tochtergesellschaft gründen. Diese kontrolliert künftig elektrische Installationen. An der Versammlung informierte die Gemeinde zudem über das Feuerwehrlokal – und schlechte Nachrichten von den SBB.

Paul Gwerder
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Das Gemeindewerk Erstfeld soll eine rechtlich und finanziell unabhängige Tochterfirma erhalten. So sollen in Zukunft auch diejenigen Elektro-Installationskontrollen durchgeführt werden können, für die das Gemeindewerk bisher aus gesetzlichen Gründen keine Erlaubnis hatte.

Das Gemeindewerk Erstfeld soll eine rechtlich und finanziell unabhängige Tochterfirma erhalten. So sollen in Zukunft auch diejenigen Elektro-Installationskontrollen durchgeführt werden können, für die das Gemeindewerk bisher aus gesetzlichen Gründen keine Erlaubnis hatte.

Bild: Paul Gwerder

Den 56 stimmberechtigten Personen und sechs Gästen wurde am Mittwochabend beim Eingang in den Kasinosaal eine Maske abgegeben, um dem Schutzkonzept wegen des Coronavirus an der Gemeindeversammlung gerecht zu werden. «Es ist ein spezielles Bild, wenn ich in den Saal schaue», sagte Gemeindepräsidentin Pia Tresch einleitend und sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, an der nächsten Gemeindeversammlung am 25. November auf diese Vorsichtsmassnahmen verzichten zu können.

Die Gemeindepräsidentin informierte einleitend, dass mit dem Bau der bewilligen Personenunterführung bei der Schlossbergstrasse noch etwas gewartet werden muss, denn die SBB haben aufgrund finanzieller Schwierigkeiten mitgeteilt, dass die Sanierung der Brückenplatte um ein Jahr verschoben werden müsse. Da die Gemeinde nur zusammen mit den SBB die neue Unterführung bauen kann, sind nun diese Bauarbeiten auf Wunsch der Gemeinde aufs Jahr 2023 verschoben worden. Deshalb hat die Gemeinde mehr Zeit, Abklärungen bei der Gestaltung des Zuganges im Bereich der Milchküche zu machen.

Dafür geht es bei der Sportanlage Pfaffenmatt zügig weiter, denn der Naturrasen ist jetzt eingebaut, und ab nächstem Frühjahr können dort wieder Meisterschaftsspiele stattfinden.

Machbarkeitsstudie für Feuerwehrlokal im Krump

Eine Machbarkeitsstudie für das Feuerwehrlokal im Krump in Zusammenarbeit mit der Sanierung des Ausbildungszentrums des Zivilschutzes liegt vor. «Es zeigt sich, dass grundsätzlich ein gemeinsamer Bau und Betrieb der Anlage im Zivilschutzzentrum möglich ist», erklärte Tresch. Trotzdem soll eine Arbeitsgruppe vor der Krediteinholung bei der Bevölkerung die Vor- und Nachteile anderer möglicher Standorte noch seriös abklären. Bei einem gemeinsamen Bauprojekt mit dem Kanton und dem Amt für Bevölkerungsschutz würde dem Volk im Frühling 2021 ein Planungskredit zur Abstimmung vorgelegt.

Zu den stillen Wahlen bemerkte die Gemeindepräsidentin, dass für die beiden zurücktretenden Verwalter Theo Bissig und Roger Inderkum neu Markus Zgraggen (Gemeinderat) und Christian Kieliger (Schulrat) gewählt wurden. Die beiden Räte konstituieren sich anlässlich einer ersten Sitzung selbst.

Schulhausplanung in einem Film einsehbar

Am 29. November stimmen die Erstfelder und Erstfelderinnen über einen Kredit in der Höhe von 13,75 Millionen Franken für den Um- und Neubau der Schulanlagen ab. Damit sich die Bevölkerung über dieses Vorhaben genau informieren kann, wurde ein Film erstellt, der die Geschichte der Schulhausplanung aufzeigt und nötige Infos liefert. Dieser Film findet sich auf der Website der Gemeindeverwaltung.

Die Stützpunktfeuerwehr Erstfeld ist rund um die Uhr einsatzbereit, und die Mannschaft zählt etwas mehr als 100 Männer und Frauen. Deshalb ist es wichtig, dass die Feuerwehr gut ausgerüstet ist. Dabei hat sich gezeigt, dass der veraltete Schlauchanleger mit 500 Metern eine zu geringe Schlauchkapazität hat. Aus diesem Grund will die Feuerwehr einen neuen Schlauchverlegeanhänger erwerben mit einer Kapazität von 1500 Metern Schlauch. Vor allem für Einsätze in den vielen abgelegenen und weitläufigen Gebieten ist das von grossem Vorteil. Die Gemeindeversammlung stimmte einstimmig dem Kredit von 81'000 Franken für die Beschaffung eines neuen Schlauchverlegeanhängers zu.

Gründung der GWE Elektrosicherheit AG

Die Gemeindewerke dürfen aus regulatorischen Gründen bei selbst ausgeführten elektrischen Installationen keine Installationskontrollen selber durchführen. «Diese Elektro-Installationskontrollen bieten ein grosses Marktvolumen», sagte dazu GWE-Verwaltungsratspräsidentin Karin Gaiser. Aus diesem Grund plant das Gemeindewerk eine rechtlich und finanziell unabhängige Tochterfirma. Diese wird im Besitz der Gemeindewerke sein und eigene Mitarbeiter beschäftigen. Somit kann das Personal der GWE Elektrosicherheit AG in Zukunft auch diejenigen Elektro-Installationskontrollen durchführen, für die sie bisher aus gesetzlichen Gründen keine Erlaubnis hatten. «Dies ist kein Graubereich, sondern ist gängige Praxis», betonte die Verwaltungsratspräsidentin. Das Volk im Saal stimmte der Gründung der GWE Elektrosicherheit AG einstimmig zu.

Ebenfalls Zustimmung fand die neue Verordnung der Gemeindewerke Erstfeld. Diese erfährt nur wenige materielle Änderungen im Vergleich zum geltenden Recht. Darin wird unter anderem der Leistungsauftrag, den die Gemeinde den Gemeindewerken erteilt, präzisiert. Insbesondere werden die öffentliche Beleuchtung und die genau umschriebenen Dienstleistungen in den Leistungskatalog aufgenommen.

Gegen die Einbürgerung der Familie Rrahim und Valbona Bytyqi-Xhota mit ihren drei Kindern und Nimali Betschart-Jamuni gab es keine Wortmeldungen, und vorbehältlich der Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung und der Erteilung des Kantonsbürgerrechtes wird ihnen das Bürgerrecht der Gemeinde Erstfeld zugesichert.