Gemeindeversammlung
Erstfelder sagen Ja zu allen Sachgeschäften – Feuerwehr-Antrag von CVP, FDP und SP scheitert

Die Feuerwehr Erstfeld erhält ein neues Pionierfahrzeug. Das entschieden die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung am Mittwoch. Sie genehmigten auch die weiteren Sachgeschäfte und erhielten umfassende Infos zu zahlreichen Projekten.

Paul Gwerder
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Gemeindepräsidentin Pia Tresch informierte einleitend, dass die neue Gemeindeschreiberin Luzia Arnold erstmals das Protokoll schreiben werde. Sie hat am 9. März das Ruder von Markus Herger übernommen, der 32 Jahre lang Gemeindeschreiber in Erstfeld war. In einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden zudem der kürzlich verstorbenen Personen, insbesondere alt Landammann Alberik Ziegler, der am Josefstag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 85 Jahren gestorben ist.

Zum Tod von Alberik Ziegler

Alt Landammann Alberik Ziegler-Walker ist am Josefstag im Alter von 85 Jahren verstorben, nach einer kurzen, schweren Krankheit. Ziegler war von 1984 bis 2000 im Urner Regierungsrat und leitete die Gesundheits-, Sozial und Umweltdirektor sowie die Direktion des Innern. Von 1994 bis 1996 war er Landammann. In seiner Amtszeit wurden unter anderem die Sozial- und Behindertenfürsorge, das Spitalwesen und die Heimkrankenpflege ausgebaut sowie für das Staatsarchiv und die Kantonsbibliothek neue Räume geschaffen.

Alberik Ziegler war 16 Jahre lang im Urner Regierungsrat.

Alberik Ziegler war 16 Jahre lang im Urner Regierungsrat.

Archivbild: Peter Fischli (10. Februar 2000)

Ziegler wuchs in Bauen auf. Der gelernte Maschinenmechaniker war von 1958 Angestellter des Eidgenössischen Zeughauses Amsteg. Von 1968 bis 1976 war er für die SP im Gemeinderat von Erstfeld. Von 1971 bis 1980 präsidierte er die SP Uri, von 1976 bis 1984 war er im Urner Landrat, ehe er den Sprung in die Urner Regierung schaffte.

Erster Urner Präsident der Direktionskonferenz

Als erster Urner überhaupt präsidierte er eine schweizerische Direktionskonferenz, die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren. Vom Bundesrat wurde er in die eidgenössische Flüchtlingskommission und in das eidgenössische Sanitätsdienstliche Koordinationsorgan zwischen Bund und Kantonen berufen. Insgesamt konnte er auf 32 Jahre aktive Politik zurückblicken. Nach seinem Rücktritt war die SP vorerst nicht mehr in der Regierung vertreten.

«Regierungsrat Ziegler zählt unzweifelhaft zu jenen Politikern, die sich durch eine ausgeprägte Volksverbundenheit auszeichnen. Für die grossen und kleinen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger hatte er immer ein offenes Ohr.» Dies schrieb Roland Hartmann, Generalsekretär der Gesundheits-, Sozial und Umweltdirektion im Jahr 2000 zu Zieglers Rücktritt. (zf)

Gemeindepräsidentin Pia Tresch.

Gemeindepräsidentin Pia Tresch.

Bild: Paul Gwerder (21. November 2019)

Das Quartier Wasserschaft ist im Jahr 2009 von «EnergieSchweiz» als erstes «Energiestadt-Quartier in der Schweiz» mit einem Label versehen worden. Nach dem Ausbau und der Erweiterung des Quartiers haben nun neun Personen ein neues «Energiestadt-Hausschild» erhalten, wie Pia Tresch den rund 120 Anwesenden an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch sagte. Sie erklärte zudem, dass die Sanierung der Kantonsstrasse gut vorankomme und im August abgeschlossen sein soll. Der definitive Deckbelag wird dann im nächsten Jahr eingebracht. «Gemäss Mitteilung der Baudirektion wird am 7. und 8. April 2021 eine provisorische Belagssanierung zwischen der Passerelle und der Firma Steinbock in Angriff genommen und die richtige Instandstellung soll im Frühling 2022 durchgeführt werden», erklärte Tresch.

Externe Beratung für Sanierung Schulanlagen

Die Erstfelder Bevölkerung hat im November 2020 zum zweiten Mal eine Schulhausbauvorlage abgelehnt. Inzwischen hat der Gemeinderat zusammen mit dem Schulrat ein Flugblatt entworfen, welches in alle Haushaltungen verschickt worden ist. «Es gab aus der Bevölkerung wieder einige Rückmeldungen, leider auch diesmal wieder teilweise anonym», bedauerte die Gemeindepräsidentin. Nun will man mit allen Interessierten, insbesondere auch mit demjenigen Bevölkerungsteil, welche die Vorlage abgelehnt haben, nochmals intensiv das Gespräch suchen. Dazu hat der Gemeinderat entschieden, eine externe Beratung in der Person von Urs Traxel für ein Projektcoaching beizuziehen.

CVP, FDP und SP scheitern mit ihrem Antrag

Im Namen der drei Ortsparteien CVP, FDP und SP stellte Martin Huber (Präsident CVP) den Antrag, dass die Erstfelder Feuerwehr, wie andere Institutionen auch, eine Investitionsplanung für die nächsten 10 bis
15 Jahre vorzulegen habe. Feuerwehrkommandant Carlo Zgraggen zeigte sich erstaunt über diesen Antrag: «Im Vorfeld der Gemeindeversammlung ist niemand mit diesem Begehren zur Feuerwehr gekommen. Und wir müssen nur für Anschaffungen von mehr als 40'000 Franken vors Volk. Für uns ist es schwierig, in einer Planung aufzuzeigen, wie lange unsere Fahrzeuge halten und wenn dann wirklich eine Anschaffung nötig ist, besprechen wir das mit dem Gemeinderat.» Der Antrag der drei Ortsparteien ist grossmehrheitlich abgelehnt worden.

Pionierfahrzeug hat ausgedient – ein neues wird angeschafft

Der verantwortliche Ressortleiter aus dem Gemeinderat, Markus Zgraggen, stellte das Kreditbegehren in der Höhe von 290'000 Franken für die Ersatzbeschaffung eines Pionierfahrzeugs vor. «Die Stützpunktfeuerwehr ist während 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Deshalb ist es wichtig, dass sie für die Bewältigung von Ereignissen gut und zweckmässig ausgerüstet ist», schilderte der Gemeinderat. Das heutige Pionierfahrzeug sei nun 30-jährig und seit einiger Zeit häuften sich die Defekte und damit die Kosten für die Reparaturen dieses alten Fahrzeuges. Aus Sicht der Feuerwehr entspreche das Feuerwehrauto mit Jahrgang 1991 nicht mehr dem Stand der heutigen Technik.

Im neuen Pionierfahrzeug können neben dem Fahrer noch zwei Feuerwehrleute in der Fahrerkabine mitfahren. In der dahinterliegenden Mannschaftskabine hat es Platz für vier weitere Personen. Ganz hinten hat es gegenüber dem heutigen Fahrzeug genügend Platz für das Einsatzmaterial. Bei der anschliessenden Abstimmung waren alle Anwesenden für die Anschaffung des neuen Pionierfahrzeuges und stimmten dem Kreditbetrag von 290'000 Franken zu.

Das Erstfelder Volk stimmte der Beschaffung eines neuen Pionierfahrzeugs für die Feuerwehr zu.

Das Erstfelder Volk stimmte der Beschaffung eines neuen Pionierfahrzeugs für die Feuerwehr zu.

Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 23. März 2021)

Talweg und Spannortweg können saniert werden

Wie der zuständige Gemeinderat Flavian Levy sagte, befinde sich der Talweg ab der Überbauung Alpbachhofstatt bis Rossgaden in einem schlechten Zustand. Ein Problem stelle die Fundation der Strasse dar, die nicht frostsicher angelegt worden sei. Das Volk stimmte dem Kredit von 295'000 Franken für eine umfassende Sanierung zu. Bei dieser Gelegenheit werden die Werkleitungen, die über private Grundstücke führen, von den Gemeindewerken in die Strasse verlegt.

Der Talweg kann ab dem Quartier Alpbachhofstatt bis «Rossgadä» saniert werden.

Der Talweg kann ab dem Quartier Alpbachhofstatt bis «Rossgadä» saniert werden.

Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 23. März 2021)

Ebenfalls Zustimmung fand das Kreditbegehren in der Höhe von
125'000 Franken für die Sanierung des Spannortweges. Die Genehmigung der Abrechnung der Revision Nutzungsplan Erstfeld und die Abrechnung über die neue WC-Anlage Kinderspielplatz ist ohne Wortmeldung zugestimmt worden. Gegen die Einbürgerung von Diana Filipa Silvestre Francisco gab es keine Einwände.

Erfreulich ist, dass der Bahnhofkiosk am 9. April nach langer Zeit wieder geöffnet wird, dagegen muss das Jubiläumsenergiestadtfest wegen der Pandemie auf das Jahr 2022 verschoben werden.