Gemeindeversammlung
Power-to-Gas-Anlage: In Bürglen könnte ein Leuchtturmprojekt entstehen

Die Geschäfte der Gemeindeversammlung waren unbestritten. Zu reden gab eine Umfrage zur Vereinheitlichung der Postleitzahlen. Informiert wurde über den Ersatz der Heizung der gemeindeeigenen Liegenschaften.

Markus Zwyssig
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Für die Beheizung der gemeindeeigenen Liegenschaften – hier das Knabenschulhaus – will die Gemeinde mit EWA – Energie Uri zusammenarbeiten.

Für die Beheizung der gemeindeeigenen Liegenschaften – hier das Knabenschulhaus – will die Gemeinde mit EWA – Energie Uri zusammenarbeiten.

Bild: Valentin Luthiger

Mindestens vorerst bleibt es dabei. In der Gemeinde Bürglen gibt es für die Einwohner weiterhin hauptsächlich zwei Postleitzahlen. Der untere Teil des Dorfes behält die Anschrift 6460 Altdorf, die Postanschrift wird nicht zu 6463 Bürglen vereinheitlicht. Die entsprechende Bevölkerungsumfrage beschäftigte auch an der Gemeindeversammlung in Bürglen am Donnerstagabend. 54 Stimmberechtigte trafen sich dazu in der Sporthalle.

Sämi Gisler kritisierte das Vorgehen des Gemeinderats. Die Nicht-Betroffenen hätten sich nicht dazu äussern dürfen. Er verteilte den Anwesenden ein Dossier der IG «So nicht». Darin will diese der Bevölkerung aufzeigen, «wie Behörden der Gemeinde Bürglen, zum Teil in Absprache mit dem Kanton, über Vorhaben informieren, und bewusst nur an Dorfgemeinden zur Abstimmung zulassen, sodass eine kleine Bevölkerungsgruppe über sehr wesentliche Veränderungen abstimmen wird.» Kritisiert wird auch die anstehende Teilrevision der Nutzungsplanung.

Aus der Versammlung wurde bedauert, dass Bürglen die Hausarztpraxis verliert. Der Gemeinderat schliesse sich dem Bedauern an, so Gemeindepräsidentin Luzia Gisler. Positiv gewertet wird, dass sämtliche Bürgler Patienten in der Bristenpraxis in Altdorf betreut werden können. Zudem wird das Personal weiter beschäftigt.

Gemeindehaus und Schulhäuser in Bürglen.

Gemeindehaus und Schulhäuser in Bürglen.

Bild: Urs Hanhart (Bürglen, 7. März 2019)

Die Ölheizung für die gemeindeeigenen Liegenschaften ist in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden. EWA – Energie Uri (kurz: Energie Uri) hat der Gemeinde angeboten, ihre Abwärme zu nutzen, sei dies von ihrem Laufwasserkraftwerk Schächen in Bürglen oder von einer neuen Power-To-Gas-Anlage. «Power-To-Gas» bedeutet die Erzeugung von Wasserstoff als Kraftstoff, im Prozess entsteht Wärme, die danach für das Beheizen der Gemeindeliegenschaften genutzt werden kann.

Der definitive Entscheid, ob eine solche Power-To-Gas-Anlage entsteht, wird der Verwaltungsrat von Energie Uri demnächst treffen. «Sollte dies der Fall sein, wäre die Gemeinde an einem Leuchtturmprojekt in Bürglen beteiligt, welches schweizweit als Vorzeigemodell dienen könnte», so die Gemeindepräsidentin. Sollte die Power-To-Gas-Anlage nicht realisiert werden, würde die Abwärme über die Laufwasserkraftwerke genutzt werden. Für die Realisierung und Finanzierung findet voraussichtlich im Herbst 2021 eine Urnenabstimmung statt.

Orientiert wurde über das Ergebnis des Alters- und Pflegeheims Gosmergartä, das negativ ausgefallen und mit einem Verlust von rund 293'000 Franken abschliesst. Damit macht sich die Coronapandemie auch in den Zahlen bemerkbar. Zudem stellte die Zeit den Gosmergartä vor organisatorische und personelle Herausforderungen.

Alle Geschäfte wurden deutlich angenommen

Klar gutgeheissen wurde die Rechnung 2020 der Einwohnergemeinde Bürglen. Diese schliesst mit einem Plus von 347'400 Franken. Deutlich zugestimmt wurde einem Verpflichtungskredit von 141'610 Franken für die Neubeschaffung eines Mannschaftstransporters für die Feuerwehr Bürglen. Angenommen wurden die neue Kurtaxenverordnung sowie die Verordnung über das nächtliche Dauerparkieren auf öffentlichem Grund (Dauerparkierverordnung).

Gusti Planzer wurde auf Empfehlung der SVP-Ortspartei als neues RPK-Mitglied gewählt. Das bisherige RPK-Mitglied Manfred Gisler ist aufgrund eines Wohnortswechsels zurückgetreten.