GEMEINDEVERSAMMLUNG: Wassner fordern, dass Züge wieder halten

Die Stimmbürger sagen klar Ja zum Budget und zur Feuerwehrverordnung mit Tarifordnung. Themen waren aber auch die Sicherheit auf der Strasse, Bahnhalte und das Siedlungsleitbild.

Markus Zwyssig
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Die Gotthard-Bergstrecke bei Wassen (Archiv) (Bild: Keystone)

Die Gotthard-Bergstrecke bei Wassen (Archiv) (Bild: Keystone)

Markus Zwyssig

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In Göschenen wurde am Samstag ein Zug getauft, der neu auf der Gotthard-Bergstrecke verkehren wird (siehe Seite 11). An der Gemeindeversammlung in Wassen wurde am Abend zuvor kritisiert, dass der neue Regionalzug auf der Bergstrecke zwischen Erstfeld und Göschenen keinen Halt einlege. Im Tessin sei dies möglich: In der Leventina wurden in Ambri und in Lavorgo zwei neue Haltestellen eingerichtet.

An der Gemeindeversammlung wurde gefordert, es sei dafür zu sorgen, dass der Regionalzug wenigstens im Winter bei Lawinengefahr in Wassen und Gurtnellen anhalte. Dadurch könnten Kinder sicher die Schule besuchen. Die Gefahrenstelle auf der Strasse, bei der Wilerplanggen, sei trotz jahrelangen Monierens nie in kantonalen Schutzplänen berücksichtigt worden.

Unbefriedigend ist auch die Situation auf der Strasse. In Wassen wurden verschiedene Fussgängerstreifen aufgehoben. Das Dorf hat diverse gefährliche Verkehrsknoten wie beispielsweise bei der Kreuzung der Susten- mit der Gotthardstrasse. An der Gemeindeversammlung am Freitagabend war die Sicherheit der Fussgänger und insbesondere der Kinder ein Thema.

Wassner wollen nun Unterschriften sammeln

Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider erklärte, dass die Fussgängerstreifen nach den Regelungen des Bundes markiert würden. «Das Problem ist, dass die nötigen Fussgängerfrequenzen nicht erreicht werden.» Die Einwohner planen, Unterschriften zu sammeln und dem Gemeinderat den Auftrag zu geben, mit dem Anliegen für zusätzliche Fussgängerstreifen an den Kanton zu gelangen.

Bei der Ausarbeitung des Siedlungsleitbildes wurde ein Halt eingelegt. «Das Ausscheiden des Gewässerraums im Meiental ist sehr schwierig», erklärte Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider. Es sei wichtig, zusammen mit den Bergbauern eine Lösung zu finden. Die Kommission will spätestens im Februar 2017 wieder mit dem Siedlungsleitbild weiterfahren. Dieses ist Grundlage für die Nutzungsplanung und die Bau- und Zonenordnung. Vom Regierungsrat hat die Gemeinde Wassen für die Ausarbeitung ein Jahr länger Zeit erhalten.

Für den Unterhalt der Nebenwanderwege werden Freiwillige gesucht. Die Gemeinde ist für die Arbeiten selber verantwortlich. Andermatt Urserntal Tourismus (AUT) ist für Marketing und Beratung zuständig, nicht aber für den Unterhalt von Wanderwegen, war auf eine Frage aus der Versammlung zu erfahren.

Die Arbeiten am alten Sustenweg kommen gut voran. Das Projekt führt Wassen in Zusammenarbeit mit dem Kanton aus. Unterstützung gibt es auch von der Schweizerischen Patenschaft für Berggemeinden.

Einstimmig gutgeheissen wurde das Budget 2017. Dieses schliesst bei einem Aufwand von 1,852 Millionen Franken und einem Ertrag von 1,717 Millionen Franken mit einem Defizit von 134 800 Franken. Die Finanzlage der Gemeinde bleibt nach wie vor angespannt. Die Perspektiven müssen weiterhin als eher düster bezeichnet werden. Trotzdem hiessen die Stimmbürger den Antrag des Gemeinderats gut, den Steuerfuss für natürliche Personen unverändert bei 117 Prozent zu belassen. Die Kapitalsteuer für juristische Personen liegt wie bisher bei 2,4 Promille.

Angepasst wurde die Tarifordnung zur Feuerwehrverordnung. Die Abgabe pro Haushalt beträgt jährlich 50 Franken. Für alle brandgefährdeten Gebäude und Anlagen, welche nicht dauernd bewohnt oder gar nicht bewohnbar sind, beträgt die Abgabe jährlich pauschal 150 Franken.

Max Peter ist neu in der RPK dabei

Markus Baumann-Epp wurde als Vertreter im Kreisschulrat Urner Oberland bestätigt. Wiedergewählt wurden Präsident Marco Calcagni-Gartenmann und Beat Baumann-Dittli als Vertreter in die Baukommission Urner Oberland. In der Rechnungsprüfungskommission (RPK) gab es einen Wechsel. Für die zurücktretende Bianca Baumann wurde Max Peter gewählt. Präsident Nicolas Etter und Mitglied Stephan Tresch wurden wiedergewählt. Im Amt bestätigt wurde Gemeindeweibel Konrad Gamma-Baumann. Hans Baumann-Gisler, Alice Gamma-Baumann, Jakob Zgraggen-Baumann und Yolanda Parletti wurden als Abstimmungsbeamte bestätigt. Daniel Kalbermatter bleibt Delegierter bei Abwasser Uri, Markus Baumann-Jauch Delegierter beim Zweckverband Abfallbewirtschaftung im Kanton Uri. Wiedergewählt wurden in der Wasserkommission Präsident Pascal Mattli, Vizepräsident Daniel Kalbermatter sowie Edelbert Baumann-Mattli und Walter Walker-Ghenzi.

Mit 42 Personen war die Gemeindeversammlung gut besucht. Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider lobte die Wassner für ihre fleissige Teilnahme am politischen Geschehen. Prozentual steht die Gemeinde bei kantonalen Abstimmungen, was die Beteiligung betrifft, an oberster Stelle.

Willkommen geheissen wurden an der Versammlung 35 Neuzuzüger. Zudem waren auch sieben Asylsuchende anwesend. Zwei Personen stammen aus Eritrea und fünf aus dem Irak.