Gemeindeversammlung
WOV, Militärspital und ein Liegenschaftsverkauf beschäftigen die Schattdorfer

Die Rechnungen, eine Einbürgerung und ein neues RPK-Mitglied waren an der Gemeindeversammlung unbestritten. Mehr zu reden gaben die Orientierungen.

Markus Zwyssig
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Die Liegenschaft an der Dorfstrasse 16 befindet sich im Besitz der Gemeinde. Nun soll das baufällige Gebäude verkauft werden.

Die Liegenschaft an der Dorfstrasse 16 befindet sich im Besitz der Gemeinde. Nun soll das baufällige Gebäude verkauft werden.

Bild: Markus Zwyssig (Schattdorf, 27. April 2021)

Die Liegenschaft an der Dorfstrasse 16, das sogenannte «Bälmi-Hüüs», soll verkauft werden. Die Gemeinde hatte diese 2012 erworben mit dem Ziel, Einfluss auf das Dorfbild nehmen zu können oder von Synergien mit der benachbarten Postmatte zu profitieren. «Schon damals war klar, dass man nicht selber bauen, sondern die Liegenschaft mittelfristig wieder veräussern möchte», sagte Gemeinderat Vinzenz Arnold an der Gemeindeversammlung am Montagabend. Beim baufälligen Gebäude stehen grössere Investitionen an. Der Mindestverkaufspreis liegt bei 1,116 Millionen Franken. So viel hatte die Gemeinde damals für den Kauf bezahlt. Interessenten können sich bis zum 4. Juni melden.

Den Verkauf noch überdenken

Alt Gemeindepräsident Ruedi Müller gab zu bedenken, dass man die Liegenschaft «Bälmi-Hüüs» nicht verkaufen solle. Gemeinsam mit der angrenzenden Liegenschaft, der Postmatte, könnten die beiden Liegenschaften der Korporation Uri als Realersatz für eine Parzelle in der Breitrütti unmittelbar beim «Rüttigarten» dienen. Diese könnte für eine allfällige Erweiterung des Alters- und Pflegeheims genutzt werden. «Je grösser die Liegenschaft ist, desto eher wäre ein solcher Abtausch möglich», gab sich Ruedi Müller überzeugt.

WOV-Kreisel: Anliegen nicht auf die lange Bank schieben

Cornel Betschart von der IG «WOV für alle» befürchtete, die Schattdorfer Anliegen zum WOV-Kreisel bei der Schächenbrücke würden auf die lange Bank geschoben. «Der Gemeinderat hat sich sehr wohl für die Anliegen eingesetzt», verteidigte sich Gemeindepräsident Bruno Gamma. In der Politik sei man aber davon abhängig, wie rasch die Mühlen mahlen würden. Die Kreisel-Initiative komme im Herbst in den Landrat. Und dann erst könne das Volk entscheiden. «Der Gemeinderat hat zusammen mit dem Kanton Vorabklärungen insbesondere bezüglich Verkehrskonzept getroffen», versicherte Bruno Gamma.

Iwan Deplazes, ebenfalls von der IG und vom Initiativkomitee «Lex Kreisel Schächen», appellierte an den Gemeinderat, ein Gutachten des Bundesamts für Unfallverhütung (BfU) zur Sicherheit beim WOV-Kreisel bei der Schächenbrücke einzufordern. «Das Projekt steht unter der Leitung des Kantons», entgegnete Gemeindepräsident Gamma. Dieser sei zuständig, müsse Abklärungen treffen und Stellung nehmen dazu. Deshalb habe man auch den Bericht nicht eingefordert. «Für die Sicherheit auf der entsprechenden Linienführung und beim Kreisel ist der Kanton verantwortlich.» Iwan Deplazes bedauerte die Haltung: «Das wäre eine weitere Möglichkeit gewesen, zu zeigen, dass der Gemeinderat hinter den Bedürfnissen der Bevölkerung steht. Als Behörde von Schattdorf muss man alles daransetzen, dass wir in der Gemeinde sichere Strassen haben.» Deplazes befürchtet, dass das BfU-Gutachten negative Aussagen mache zur Sicherheit, darum habe man dieses bisher auch nicht öffentlich gemacht.

Militärspital: Dach soll auch künftig öffentlich genutzt werden können

Gemeinderat Heinz Keller informierte über die Zukunft des Militärspitals in der Grundmatte. «Mit einer Taskforce haben wir eine allfällige zivile Nutzung der Anlage geprüft.» Jedoch sei man von der Pandemie gebremst worden. Ein Kauf der unterirdischen Anlage durch die Gemeinde Schattdorf sei denn auch nie zur Diskussion gestanden. Der Gemeinderat sieht aber ein sehr hohes öffentliches Interesse an der Nutzung des Dachs des Militärspitals. Darauf stehen «Pumptrack» und Abenteuerspielplatz. «Die Anlagen wollen wir langfristig sichern, denn die Nutzung läuft 2037 aus», so Heinz Keller. «Wir sind mit der Armasuisse im Gespräch, damit der Platz weiterhin öffentlich zugänglich bleibt.» Er versprach, im November an der Gemeindeversammlung über den weiteren Verlauf zu orientieren.

Beim Betriebs- und Gestaltungskonzept der Langgasse und der Acherlistrasse sollen Interessierte aktiv mitarbeiten können. Dies war an der Herbstdorfgemeinde 2020 gefordert worden. Um diesen Prozess zu starten, soll am 27. Mai eine Informationsveranstaltung stattfinden. Interessierte sollen die Möglichkeit erhalten, in einer Arbeitsgruppe mitzuwirken.

Klare Zustimmung zu den Zahlen

Die Rechnung der Einwohnergemeinde Schattdorf wurde einstimmig gutgeheissen. Diese schliesst bei einem Aufwand von 17,59 Millionen Franken und einem Ertrag von 17,65 Millionen Franken mit einem Gewinn von 63'000 Franken (wir berichteten).

Ebenfalls einstimmig angenommen wurden die Zahlen der Wasserversorgung. Der Aufwandüberschuss liegt bei 40'976 Franken, dies bei einem Aufwand von 700'249 Franken und einem Ertrag von 659'273 Franken. Zudem wurde Myrvete Sheholli, kosovarische Staatsangehörige, eingebürgert. Walter Arnold wurde auf Vorschlag der SVP als neues Mitglied der Rechnungsprüfungskommission gewählt. Er tritt die Nachfolge von Josef Zopp an, der seine Demission eingereicht hatte.