GEMSSTOCK: 80 Sprengungen wegen Lawinengefahr

Der Winter trifft das Urner Oberland mit voller Wucht. Am Gemsstock gabs 80 Zentimeter Neuschnee, gesperrt war die Strasse nach Realp.

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40 Zentimeter Neuschnee gabs in Göschenen. (Bild Matthias Huber / Neue UZ)

40 Zentimeter Neuschnee gabs in Göschenen. (Bild Matthias Huber / Neue UZ)

Die grossen Schneemengen haben nicht nur auf der A 2 für Probleme gesorgt. Die Strasse nach Realp blieb wegen der drohenden Lawinenniedergänge während rund 24 Stunden gesperrt. «Insgesamt gingen fünf kleinere und grössere Lawinen auf die Strasse nieder», sagt Ambros Müller, Chef der Rotte Strassenunterhalt Amsteg-Realp.

In der Talsohle Urseren sind 60 Zentimeter Neuschnee gefallen, grösstenteils am Samstagvormittag.

Das Gebiet zwischen Andermatt und Realp ist bekannt für seine Lawinengefahr. «Bei starken Schneefällen stehen wir mit den Pistenmannschaften in Kontakt und bekommen Infos vom Lawinendienst», sagt Müller.

Betroffen war auch die Matterhorn-Gotthard-Bahn. Sie stellte den Zugverkehr teilweise ein und musste auf den Autoverlad in Realp verzichten. Erst am Sonntagmittag wurde die Strassenverbindung nach Realp wieder freigegeben.

Dauersprengen am Gemsstock
Das Pisten-Team am Gemsstock hatte alle Hände voll zu tun. «Es gab 70 bis 80 Zentimeter Neuschnee», sagt Pistenchef Carlo Danioth. «Zahlreiche Lawinen gingen spontan ab», so Danioth weiter. Um die Sicherheit für die Wintersportler zu gewährleisten, wurden die Lawinen auch künstlich ausgelöst.

Alleine am Sonntag haben die Pisten-Teams 80 Sprengungen vorgenommen. «Das ist sehr viel», sagt Danioth. «Gestern um 11 Uhr konnten wir auch im oberen Teil des Gemsstocks die Pisten wieder freigeben. Jetzt sind die Bedingungen perfekt.»

Angel Sanchez / Neue UZ