Generalversammlung
Musikverein Seedorf rechnet auch 2021 mit Verlust

An der diesjährigen Generalversammlung musste man auf ein fast ereignisloses Jahr zurückschauen.

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Die Erstkommunion in Seedorf war der einzige Auftritt des Musikvereins im vergangenen Jahr.

Die Erstkommunion in Seedorf war der einzige Auftritt des Musikvereins im vergangenen Jahr.

Bild: PD
(pd/lur)

Das Jahr 2020 werde auch für den Musikverein Seedorf in die Geschichte eingehen, begann Musikvereinspräsident Wädi Wipfli seinen Jahresbericht an der schriftlichen Generalversammlung, die vor kurzem vonstattenging . Allerdings: «Diesmal nicht als ein Jahr mit vielen Höhepunkten und konzertanten Leistungen. Vielmehr als ein Jahr der musikalischen Absagen und des kulturellen Verzichts auf fast allen Ebenen.» Dabei hatte das vergangene Jahr noch so gut angefangen, mit viel Tatendrang und einem anspruchsvollen Programm, wie Dirigent Michel Truniger in seinem Bericht beschrieb. Doch dann kam die Pandemie.

Was folgte, war eine Reihe von Absagen, Verschiebungen und wiederum Absagen. Kein Ständchen für den neuen Regierungsrat Christian Arnold, keine Proben, kein Weisser Sonntag, keine Fronleichnamsprozession, kein Konzert und auch kein abgespeckter Konzertabend. Stattdessen Zeit für Instrumentenrevision und ausserordentliche Vorstandssitzungen, bei denen immer wieder neue Pläne geschmiedet werden mussten. Im Sommer kam eine kurze Verschnaufpause. Einige Register trafen sich während der Sommerpause zum Musizieren in kleinen Gruppen, nicht zuletzt wegen den sozialen Kontakten und um musikalisch fit zu bleiben.

Proben mit Abstand und Schutzkonzept

Nach der Sommerpause zeigte sich dann ein Silberstreifen am Horizont und wer wollte, durfte wieder zu den Proben kommen. Statt in der Aula Seedorf fanden diese aber in der Mehrzweckhalle der Dätwyler AG statt, mit Abstand und Schutzkonzept. Dann gab es sogar endlich wieder einen Auftritt. Der Weisse Sonntag wurde im Herbst nachgeholt. Doch schon die Hochzeit eines Vereinsmitglieds konnte wegen der nahenden zweiten Welle nicht mehr musikalisch begleitet werden. Was nun kam, war, allen Anstrengungen zum Trotz, einmal mehr eine Reihe von Absagen, Verschiebungen und Absagen. Kein zum Winterkonzert gewordenes Frühlingskonzert, kein «Schlusshock».

Die Rechnung 2020 des Musikvereins Seedorf schliesst mit einem budgetierten Verlust ab. «Speziell erwähnen möchte ich aber hier Markus Baumann und Mäggi Imhof, die sehr klug mit dem Schweizerischen Blasmusikverband korrespondierten, sodass sich in unserer Kasse wegen der vielen Konzertabsagen kein Schuldenberg anhäufte», so Präsident Wädi Wipfli. Einige Sponsoringbeiträge und Stückspenden wurden auf 2021 verschoben. Auch fürs 2021 wird aber mit einem Verlust gerechnet.

Arnold und Aschwanden sind nun Ehrenveteranen

Grosse Freude hat der Musikverein hingegen am «Club 100 Plus», der trotz allem Ungemach ideell und finanziell die Treue hielt. «Das ist ein beruhigendes Gefühl, wenn man in derart struben Zeiten auf so treue Freunde zählen kann», freute sich Wipfli. Letzterer war es auch, der besondere Ehrungen erwähnen konnte: Nebst Ernst Arnold und Werner Aschwanden, die sich ab diesem Jahr Kantonale Ehrenveteranen (50 Jahre aktives Musizieren) nennen dürfen, ehrte man speziell Walter Wipfli, der seit 70 Jahren als aktiver und engagierter Musiker mitspielt. Er wurde an der GV 1951 vom Musikverein Seedorf aufgenommen. Die offizielle Ehrung aller Jubilarinnen und Jubilare wird zu gegebener Zeit nachgeholt.

«Im Vertrauen, dass wieder bessere Zeiten kommen, sind wir bereit, bei einer erneuten Öffnung einen Weg zurück zu finden», erklärte Michel Truniger. «In einem ersten Schritt haben wir uns gemeinsam entschieden, im Juni ein Konzert zu planen, das auch noch mit grösseren Einschränkungen funktionieren würde. Wir bleiben inhaltlich und infrastrukturell agil und werden uns der aktuellen Situation anpassen können.» Und Wädi Wipfli gab zum Schluss statt «In Freud und Leid zum Spiel bereit» nun die Parole durch: «Trotz Probestopp und Pandemie, ich bittä iich, bliibet drbii!»