Geplante Sporthalle: Silenen fasst Grossprojekt ins Auge

Die Gemeinde liess sich über die geplante Sporthalle informieren. Über Kredite wird im Herbst abgestimmt.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Trotz Corona-Schutzkonzept zeigte sich die Gemeindeversammlung Silenen gut besucht.

Trotz Corona-Schutzkonzept zeigte sich die Gemeindeversammlung Silenen gut besucht.

Bild: Urs Hanhart

Die Besucher der Gemeindeversammlung Silenen mussten sich beim Einlass etwas mehr Zeit als üblich nehmen: Die Coronamassnahmen verlangten, dass diese gestaffelt eintraten und sich jeder registrierte. Zudem standen die Stühle in der Schulhaus-Turnhalle deutlich weiter auseinander als in normalen Zeiten. Trotzdem kamen über hundert Stimmberechtigte in den Saal.

Brennendstes Thema aktuell: Der Unihockeyverein Floorball Uri, dessen gemeinsame Trainingshalle mit den Handballern des HC KTV Altdorf vor drei Jahren einem Brand zum Opfer gefallen ist, plant im Entwicklungsschwerpunkt Grund zusammen mit einer Investorengruppe den Bau eines «Sport- und Ärztezentrums Silenen». Das Vorhaben beinhaltet zusätzlich ein Restaurant.

Bestehenden Bedürfnissen wird Rechnung getragen

«Der Gemeinderat ist überzeugt, dass mit dem vorliegenden Projekt die Attraktivität der Gemeinde Silenen nachhaltig gesteigert wird», betonte Gemeindevizepräsident Willy Lussmann, der über das Bauvorhaben orientierte. «Durch die Kombination der Bereiche Gesundheit, Sport und Gastronomie wird bestehenden Bedürfnissen Rechnung getragen. Das Projekt nutzt wertvolle Synergien und ist ein Bekenntnis zum mittleren Reusstal», so Lussmann weiter.

Mit der Realisierung eines neuen Ärztezentrums könne die medizinische Grundversorgung langfristig sichergestellt werden. Aus Sicht des Gemeinderates sei ein finanzielles Engagement der Gemeinde in diesem Bereich unabdingbar. Konkret beabsichtigt der Gemeinderat, das Ärztezentrum im Stockwerkeigentum zu erwerben und das bestehende Arzthaus beim Bahnhof einer Umnutzung zuzuführen.

Visualisierung des Sport- und Ärztezentrums Silenen.

Visualisierung des Sport- und Ärztezentrums Silenen.

Bild: PD

Zudem spricht sich der Gemeinderat auch bei der Sporthalle für ein finanzielles Engagement aus. Die Schule und auch Sport-Ortsvereine sollen sie dereinst auch nutzen können. Eine entsprechende Bedürfnisabklärung soll im Zeitraum Juli/August 2020 erfolgen. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass an der Gemeindeversammlung vom 18. November eine Kreditvorlage für einen Beitrag an die Sporthalle vorgelegt wird. An der Urnenabstimmung vom 29. November wird über eine Kreditvorlage betreffend Erwerb des Ärztezentrums befunden. Im Optimalfall könnte der Baustart im Frühjahr 2021 erfolgen. «Das ist ein Leuchtturmprojekt für das mittlere Reusstal», gab sich Gemeindepräsident Epp überzeugt. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Korporation Uri als Grundbesitzerin des Industriegebietes schon viele Interessenten habe. Mittlerweile könne man aussuchen, welche Unternehmen an diesem Hotspot angesiedelt werden sollen.

Ertragsüberschuss sorgt für Freude

Im Zentrum der Versammlung stand aber die Rechnung 2019, die von der Versammelten genehmigt wurde. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 21400 Franken ab. Im Voranschlag wurde mit einem Defizit von 45600 Franken gerechnet. Das bessere Abschneiden ist unter anderem auf Mindereinnahmen bei den Beiträgen an Urner Pflegeheime und bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe sowie auf Mehrerträge bei den Steuereinnahmen und beim kantonalen Finanzausgleich zurückzuführen. Per Ende 2019 verfügt Silenen über ein Pro-Kopf-Guthaben von 2599 Franken.

Gemeindeordnung hat deutlich abgespeckt

Ebenfalls gutgeheissen wurde die Neuregelung des Gemeinderechts. Genehmigt wurden die neue Gemeindeordnung, die Verordnung über das Verfahren an der Gemeindeversammlung und die Verordnung über das Verfahren in den Behörden. Bei der Gemeindeordnung wurden die Vorgaben des Urner Gemeindegesetzes umgesetzt, in Anlehnung an den Mustererlass der Justizdirektion Uri. Neu umfasst die Gemeindeordnung Silenen 44 Artikel (bisher 102). «Die Reduktion auf weniger als die Hälfte der Artikel ergibt sich dadurch, dass in der neuen Gemeindeordnung Rechtsbestimmungen, welche sich aufgrund der kantonalen Gesetzgebung ergeben, nicht mehr aufgeführt werden», so Gemeindepräsident Epp. «Es erfolgt vielmehr ein Hinweis auf die massgebliche kantonale Gesetzgebung.» Es komme zu keinen wesentlichen materiellen Änderungen.

Genehmigt wurde von den Versammelten auch die Verordnung über die Wasserversorgung Silenen. «Der Gemeinderat hat eine möglichst liberale Lösung angestrebt – nach dem Grundsatz: So viel wie nötig regeln, aber so wenig wie möglich», sagte Epp. Wassergenossenschaften soll auch in Zukunft der nötige Handelsspielraum zur Verfügung stehen, sodass sie selbstständig wirken könnten. Nach der Genehmigung durch die Gemeindeversammlung wird die Verordnung über die Wasserversorgung auf den 1. Januar 2021 in Kraft gesetzt. «Es gab manchmal ganz harte Diskussionen. Und es herrschte bei diversen Punkten Uneinigkeit. Aber schlussendlich haben wir uns gefunden und am gleichen Strick gezogen», meinte Epp zu diesem Thema.

Orientiert wurde über die Strassenbauprojekte Bristen 2020 bis 2025 und das Altersleitbild «Gutes Altern in der Gemeinde Silenen». Zum Schluss wurden die beiden Landräte Hansheiri Ziegler, Amsteg, und Rolf Jauch, Bristen, sowie die abtretende Gemeinderätin Ursula Epp, Bristen, verabschiedet, ebenso Schulkommissionsmitglied Nadia Mattli, Silenen. Neu für zwei Jahre in die Schulkommission gewählt wurde Walter Zberg, Bristen.