Schattdorf: Diese Weihnachtsgeschichte hat viel Humor und Zeitgeist

Marina Imhof (12) und Laura Grepper (15) haben das diesjährige Krippenspiel der Pfarrei geschrieben. Am Dienstag, 24. Dezember, um 17 Uhr wird es in der Kirche von 40 Kindern aufgeführt.

Christian Tschümperlin
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Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.
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Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.
Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.
Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.
Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.
Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.
Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.
Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.
Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.

Mädchen und Buben führen in der Pfarrkirche Schattdorf ein spezielles Krippenspiel auf.

Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 19. Dezember 2019)

Starke Geschichten erkennt man daran, dass sie Generationen überdauern. Die Geburt eines Erlösers ist eine solche starke Geschichte: Sie wurde vor über 2000 Jahren in Bethlehem geschrieben. Bis heute zieht sie die Menschen in ihren Bann. Millionenfach wurde sie weitererzählt und nachgespielt. So auch in Schattdorf: Wenn die Kleinen der Gemeinde am Dienstag, 24. Dezember, um 17 Uhr beim traditionellen Krippenspiel die Weihnachtsgeschichte aufführen, ist die Kirche jeweils bis auf den letzten Platz besetzt.

Das Krippenspiel verspricht auch in diesem Jahr ein Besuchermagnet zu werden. Dies umso mehr, weil die junge Generation nicht nur auf der Bühne steht. Die diesjährige Fassung entspringt nämlich der Feder der beiden Schülerinnen Marina Imhof (6. Klasse) und Laura Grepper (3. Oberstufe).

Das Krippenspiel ist mit viel Humor gewürzt

Beim Besuch der Redaktion am vergangenen Donnerstagnachmittag laufen die Proben für das Krippenspiel auf Hochtouren. Schon am Eingang zur Kirche sind helle Kinderstimmen zu hören, die ein Weihnachtslied anstimmen. Drinnen verkünden ein paar Engel den Hirten die Frohe Botschaft. «Es kann jeder behaupten, dass der Retter geboren wurde», meint daraufhin eines der Schafe. «Zweifelst Du etwa an meinen zuverlässigen Quellen?», gibt ein anderes zurück. Es fällt auf: Marina Imhof und Laura Grepper ist es gelungen, das Krippenspiel mit viel Humor zu würzen. Woher haben die beiden die vielen Ideen? «Manchmal sind es spontane Eingebungen», sagt Marina Imhof. Sie habe viele Krimi-Geschichten gelesen, was sie zusätzlich inspiriert habe, meint sie mit einem Schmunzeln.

Geschichte geht mit dem Zeitgeist

Unter den Schafen ist Mobbing ein Thema. Die traditionelle Geschichte geht also durchaus mit dem Zeitgeist. «Wir haben das Stück modern interpretiert», bestätigt Laura Grepper. Luisa (11) spielt ein Schaf. «Meine Rolle gefällt mir sehr gut. Es ist meine erste grössere Rolle», sagt sie. Der Moment des Auftritts rückt näher, und Luisa ist bereits etwas nervös wegen der Aufführung, freut sich aber auch sehr auf Weihnachten.

Vor Ort trifft man auf die Besucherin Margrith Imhof, die das Krippenspiel aufmerksam verfolgt. «Der Eifer der Kinder ist einfach herrlich. So erfrischend. Zudem ist das Stück auf die heutige Zeit bezogen», sagt sie.

Für das Krippenspiel zeichnet die Katechetin Renata Telli verantwortlich. Im Herbst 2019 traf bei ihr die Anfrage der beiden Schülerinnen ein, ob sie das Krippenspiel schreiben dürften. «Ich war von Anfang an überzeugt, dass die beiden das hinkriegen», sagt Telli. Als sie das Stück durchgelesen habe, sei ihr klar geworden, «dass es niet- und nagelfest ist. Telli freut sich: «Es hat einen roten Faden, der eine richtige Weihnachtsgeschichte ausmacht.»

Erwachsene müssen kaum eingreifen

Die Proben haben vor vier Wochen begonnen. Nach nur vier Probentagen sitzen die Texte bereits. Renata Telli und Vikar Hermann Ngoma Mbuinga beobachten das Spiel aufmerksam. Es macht nicht den Anschein, dass sie je eingreifen müssten. Musste er das überhaupt? «Ich habe diskret eingegriffen», sagt Vikar Mbuinga nach der Vorstellung – und lacht.

In diesem Jahr machen rekordverdächtige 40 Kinder beim Krippenspiel in der Pfarrkirche mit. Für Hermann Ngoma Mbuinga ist das ein äusserst gutes Zeichen: «Ich bin sehr berührt, wie motiviert die Kinder in Schattdorf sind. Es heisst vielfach, die Kirche Europas stirbt. Hier erfahre ich das Gegenteil», sagt der aus Afrika stammende Vikar. Und er fügt mit Blick auf die Vorstellung vom Dienstag, 24. Dezember, hinzu: «Ich kann die Besucher nur einladen, früh zu kommen, weil man sonst wohl in der Kirche keinen Platz mehr finden wird.»