GESUNDHEIT: Elektronisches Patientendossier: Das müssen Urner wissen

Das Kantonsspital Uri muss bis im Jahr 2020 die Möglichkeit eines elektronischen Patientendossiers anbieten. Die Gesundheitsdirektion übernimmt die Koordination bei der Einführung.

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Möglichst viele Leistungserbringer (im Bild das Kantonsspital Uri in Altdorf sollen sich am elektronischen Patientendossier beteiligen. (Bild Urs Hanhart)

Möglichst viele Leistungserbringer (im Bild das Kantonsspital Uri in Altdorf sollen sich am elektronischen Patientendossier beteiligen. (Bild Urs Hanhart)

Der Kanton Uri ist daran interessiert, dass möglichst viele Leistungserbringer und Patienten die Chancen und Möglichkeiten des elektronischen Patientendossiers nutzen. Der Regierungsrat hat im letzten Herbst entschieden, dass der Kanton Uri bei der Umsetzung des elektronischen Patientendossiers die Koordination übernimmt.

Daher engagiert sich die Gesundheitsdirektion und will neben dem Kantonsspital und den Pflegeheimen auch die ambulanten Leistungserbringer und die Patienten motivieren, sich am elektronischen Patientendossier anzuschliessen. Zudem könnte ein gut funktionierendes elektronisches Patientendossier ein positives Zeichen für zukünftige Urner Gesundheitsfachpersonen sein.

Hinweis: Infos auf www.ur.ch/ehealth

Patientendossier: Darum geht es

Im Sommer 2015 hat das Parlament das neue Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier verabschiedet, das nächstes Jahr in Kraft tritt. Darin werden die gesetzlichen Grundlagen für eine sichere elektronische Bearbeitung von Patientendaten geregelt. Ein elektronisches Patientendossiers enthält behandlungsrelevante Patientendaten und -dokumente, die elektronisch abgerufen werden können. Einsicht haben nur berechtigte und an der Behandlung beteiligte Gesundheitsfachpersonen, die von Patientinnen und Patienten selbst (oder z. B. durch einen beauftragten Arzt) frei-gegeben werden. Dabei erfüllt das elektronische Patientendossier die hohen Anforderungen des Datenschutzes.

Das Bundesgesetz regelt zudem, dass die Spitäler bis 2020 und die Pflegeheime bis 2022 ein elektronisches Patientendossier anbieten müssen. Dagegen ist der Anschluss für alle ambulanten Leistungserbringer (Hausärzte, Physiotherapeuten usw.) freiwillig. Auch die Patienten entscheiden selbst darüber, ob sie ein elektronisches Patientendossier eröffnen möchten. Um das elektronische Patientendossier anbieten zu können, müssen sich die Leistungserbringer in einer Stammgemeinschaft organisieren. Diese regelt die Aufnahme der Patientinnen und Patienten, die Zugriffsrechte für die Gesundheitsfachpersonen und die Protokollierung der Daten.

Was ist das elektronische Patientendossier?

Das elektronische Patientendossier ist ein virtuelles Dossier mit behandlungsrelevanten Patientendaten und -dokumenten, die elektronisch zugänglich gemacht werden. Einsicht haben nur berechtigte und an der Behandlung beteiligte Gesundheitsfachpersonen, die vom Patient selbst (oder z.B. durch einen beauftragten Arzt) frei gegeben werden.

Das elektronische Patientendossier bringt eine Verbesserung der Behandlungsqualität, eine Erhöhung der Patientensicherheit und eine mittel- bis langfristige Reduktion der Gesundheitskosten. Nicht zuletzt erhalten die Patienten einen direkten Einblick in ihre eigenen Daten.

Die Teilnahme ist für alle stationären Institutionen (Spitäler, Geburtshäuser, Pflegeheime) obligatorisch. Für die ambulanten Leistungserbringer und für Patienten ist eine Teilnahme freiwillig. Voraussetzung für den Erfolg des elektronischen Patientendossiers ist jedoch eine möglichst lückenlose und flächendeckende Einführung.

Um das elektronische Patientendossier anbieten zu können, müssen sich die Leistungserbringer in einer Stammgemeinschaft organisieren. Diese regelt unter anderem die Aufnahme der Patienten und die Zugriffsrechte für die Gesundheitsfachpersonen.

Elektronisches Patientendossier: Fragen und Antworten

Quelle: Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektionen

Wie unterscheidet sich das elektronische Patientendossier von der bisherigen medizinischen Dokumentation?

Die heutige elektronische Patienten- oder Krankengeschichte ist die Sammlung der Patientendaten bei einzelnen ÄrztInnen oder Spitälern. In Zukunft soll eine Auswahl dieser Daten für den gegenseitigen Austausch zwischen den Behandelnden bei Institutionen übergreifen-den Behandlungen elektronisch bereitgestellt werden. Die Daten bleiben dabei dezentral gespeichert. Zum ersten Mal erhalten dadurch auch die Patientinnen und Patienten selbst direkt Zugriff auf ihr Dossier.

Wem nützt das elektronische Patientendossier?

Die schnelle Verfügbarkeit der wichtigsten Gesundheitsdaten verbessert die Koordination von Behandlungen und führt dadurch zu einer gesteigerten Behandlungssicherheit. Ein einheitliches Patientendossier erlaubt es ÄrztInnen und TherapeutInnen, ein Krankheitsbild genauer zu erfassen und eine bessere Behandlung zu verordnen. Durch die Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen können Kosten vermieden werden. Die Patientinnen und Patienten profitieren zudem von einem direkten Zugang zu ihrem Patientendossier und können so in-formierter über den weiteren Behandlungsverlauf bestimmen.

Wie wird der Schutz der Daten sichergestellt?

Bei Daten, die den Gesundheitszustand von Personen betreffen, handelt es sich um ein hoch schützenswertes Gut. Das elektronische Patientendossier muss daher hohe technische Sicherheitsanforderungen sicherstellen. Ausser den direkt an einer Behandlung beteiligten Fachpersonen erhält grundsätzlich niemand Zugriff auf das elektronische Patientendossier. Die Patientinnen und Patienten bestimmen selbst, wer Zugriff auf welche Daten bekommen soll. Sie können ihren Arzt des Vertrauens beauftragen, die entsprechenden Informatik-Einstellungen vorzunehmen.

red