GESUNDHEIT: Für Neubau des Kantonsspitals Uri will Regierung Finanzkorsett lockern

Der Neubau des Kantonsspitals Uri kostet gegen 124 Millionen Franken. Zum Baukredit von 115 Millionen kommen gebundene Ausgaben von 9 Millionen Franken hinzu. Der Regierungsrat hat die Kreditvorlage an den Landrat verabschiedet und beantragt eine Lockerung von finanzpolitischen Bestimmungen.

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Roger Nager (links), Barbara Bär und Fortunat von Planta begutachten das Modell des Um- und Neubaus des Kantonsspitals Uri. (Bild: Florian Arnold/UZ , Altdorf, 16. Februar 2017)

Roger Nager (links), Barbara Bär und Fortunat von Planta begutachten das Modell des Um- und Neubaus des Kantonsspitals Uri. (Bild: Florian Arnold/UZ , Altdorf, 16. Februar 2017)

Die Erneuerung der Spitalinfrastruktur im Kanton Uri sei dringend angezeigt, teilten die Urner Gesundheits- und die Baudirektion am Donnerstag mit. Mit dem Um- und Neubau des Kantonsspitals wolle der Regierungsrat eine qualitativ gute Spitalversorgung für die Urner Bevölkerung langfristig und zu tragbaren Kosten sicherstellen.

Der Vorlage zufolge ist vorgesehen, dass das heutige Spitalgebäude aus dem Jahr 1963 durch einen vierstöckigen Neubau ersetzt wird. Der bestehende Bettentrakt sowie ein Verbindungsbau werden abgerissen. Ein Anbau aus dem Jahr 1997 wird vollständig saniert und angepasst.

Im Innern entstehen drei Operationssäle und zwei Pflegestationen mit 80 Betten in Ein- und Zweibettzimmern sowie eine Frauenklinik mit Geburtsabteilung. Weiter wird ein interdisziplinäres Ambulatorium eingerichtet, in dem Fachärztinnen und -ärzte enger zusammenarbeiten können.

Beim Vorhaben handelt es sich um das grösste Hochbauprojekt des Kantons Uri. Der Regierungsrat beantragt einen Baukredit von 115 Millionen Franken. Ein ursprüngliches Projekt war noch von 109 Millionen Franken ausgegangen, war aber noch überarbeitet worden. Die Bauausgaben, die vorerst der Kanton trägt, werden durch das Kantonsspital mit einer jährlichen Nutzungsgebühr von zirka 4,5 Millionen Franken verzinst und zurückerstattet.

Volksabstimmung im Herbst

Zum Baukredit kommen für den Kanton Ausgaben in der Höhe von 9 Mio. Franken hinzu. Sie umfassen Sanierungsmassnahmen beim Anbau und Rück- und Umbauten des heutigen Bettentrakts und Verbindungsbaus. Sie werden aus den Mitteln für den ordentlichen Unterhalt des Spitalgebäudes finanziert. Insgesamt kostet das Um- und Neubauprojekt damit geschätzte 124 Mio. Franken.

Für den Bau will die Regierung das finanzpolitische Korsett lockern. So sollen die Investitionen für die Ermittlung des Selbstfinanzierungsgrads in der Kantonsrechnung nicht berücksichtigt werden. Die Regierung will die Verordnung entsprechend anpassen.

Mit einer temporären Lockerung und angesichts der erwarteten Effizienzgewinne, die mit dem Um- und Neubauprojekt am Spital erzielt werden könnten, seien die finanzpolitischen Voraussetzungen für das Grossprojekt gegeben, schreibt der Regierungsrat. Im Hinblick auf geplante Grossprojekte habe der Kanton in den letzten Jahren versucht, das Nettovermögen zu erhöhen.

Der Urner Landrat behandelt die Vorlage voraussichtlich am 19. April. Die Volksabstimmungen ist für den 24. September vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen im Frühling 2019 starten. Der Bezug des Neubaus wird Ende 2022 erfolgen. Der gesamte Umbau soll Ende 2024 fertig sein. (sda)