GESUNDHEIT: In Uri sollen Hebammen eine Pikettentschädigung erhalten

In Uri sollen freipraktizierende Hebammen für Bereitschaftsdienste bei Hausgeburten und der Wochenbettbetreuung künftig entschädigt werden. Die Regierung heisst eine entsprechende Motion gut. Sie beruft sich auf das am 5. Juni vom Volk beschlossene neue Gesundheitsgesetz.

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Eine Hebamme untersucht eine schwangere Frau. (Bild: Keystone)

Eine Hebamme untersucht eine schwangere Frau. (Bild: Keystone)

Im Kanton Uri kommen pro Jahr rund 320 Kinder auf die Welt, etwa sechs davon bei Hausgeburten. Gegen 80 Prozent der Mütter nehmen eine Wochenbettbetreuung durch Hebammen in Anspruch. Für ihre Einsatzbereitschaft rund um die Uhr und teils lange Anfahrtswege erhalten diese jedoch keine Entschädigung.

Landrat Toni Moser (SP) verlangt in einer Motion, dass die Situation der Hebammen verbessert wird. Diese sollen eine Bereitschaftsentschädigung für die Leitung einer Hausgeburt und für die ambulante Wochenbettbetreuung erhalten.

In der Zentralschweiz zahlen Obwalden, Nidwalden und Zug solche Wartegelder zusätzlich zu den Leistungen der Krankenkassen. In Obwalden etwa beträgt das Wartegeld je Hausgeburt 350 Franken und je Wochenbettbetreuung 200 Franken.

Der Urner Regierungsrat unterstützt das Anliegen, wie er in seiner am Dienstag veröffentlichten Antwort auf die Motion festhält. Er will mit einer finanziellen Unterstützung dem Angebot der Hebammen im Kanton Sorge tragen.

Es müsse verhindert werden, dass wegen einer nicht kostendeckenden Wegentschädigung die Wöchnerinnen in geografisch entfernten Gebieten keine Hebammen mehr fänden und sie länger im Spital bleiben müssten, schreibt der Regierungsrat. Zudem sollten nicht gut ausgebildete Urner Hebammen ihre Tätigkeit wegen ungenügender Entschädigung in anderen Kantone verlagern.

Der Regierungsrat ist bereit, die Hebammen mit Geldern des Kantons zu unterstützen. Er beruft sich dabei auf die neu geschaffenen Möglichkeiten im kantonalen Gesundheitsgesetz, das das Stimmvolk am 5. Juni mit 62 Prozent Ja-Stimmen beschlossen hatte.

Das neue Gesetz sieht vor, dass der Landrat finanzielle Anreizsysteme etwa für Ärzte oder weitere medizinische Grundversorger schaffen kann, um den Zugang der Urner Bevölkerung zu sinnvollen medizinischen Leistungen sicherzustellen. Die Regierung zählt die Leistungen der freipraktizierenden Hebammen dazu, wie sie schreibt. (sda)