GESUNDHEIT: Konzept zum Umgang mit Dementen auf gutem Weg

Der Kanton Uri hat den Prozess zur Erarbeitung eines kantonalen Demenzkonzeptes begonnen. Nach zwei Workshops zeigt sich, wo der Schuh drückt.

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In den Arbeitsgruppen wurde engagiert diskutiert. (Bild PD)

In den Arbeitsgruppen wurde engagiert diskutiert. (Bild PD)

Fast 600 demenzkranke Menschen leben zurzeit im Kanton Uri. Jedes Jahr gibt es rund 140 neu Erkrankte. Ihre Zahl wird wegen der Alterung der Bevölkerung weiter zunehmen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, erarbeitet die Urner Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion ein kantonales Demenzkonzept.

Im Dialog mit den Beteiligten

Im Rahmen einer Befragung der involvierten Fachorganisationen und Pflegeinstitutionen hat der Kanton letztes Jahr eine Analyse der bestehenden Situation erstellt. Die Ergebnisse lieferten erste Hinweise, wie die Angebote und Rahmenbedingungen noch besser an die spezifischen Bedürfnisse von Demenzkranken angepasst werden können. Das ist anspruchsvoll. Deshalb hat die Gesundheitsdirektion alle massgebenden Akteure zu zwei halbtägigen Workshops eingeladen. Gegen 50 Personen haben an den beiden Workshops anfangs Jahr teilgenommen. Besonders erfreulich und wichtig: Mehrere Personen, die ihre demenzkranken Partner oder Eltern zu Hause begleiten und betreuen, konnten für die Mitwirkung gewonnen werden und so ihre praktischen Erfahrungen in die Konzeptarbeit einbringen.

Entlastung der Angehörigen

In einem Bereich sahen die Teilnehmer der beiden Workshops einen besonderen Handlungsbedarf: Es braucht eine verbesserte Information und ergänzend zu den heute schon bestehenden Angeboten auch Beratung für Betroffene und Angehörige. Denn der grösste Teil der Demenzkranken wird teils über viele Jahre zu Hause betreut und gepflegt. Damit Angehörige diese grosse Arbeit leisten können, ohne selbst krank zu werden, brauchen sie Unterstützung.

Weitere Herausforderungen und Verbesserungspotenzial orteten die Teilnehmer

  • in der fehlenden Vernetzung von vielen guten und bereits bestehenden Angeboten und Dienstleistungen. Es brauche eine erste Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige aber auch eine Austauschplattform für Fachleute.
  • im Mangel an flexiblen Wohnformen sowie an Übergangspflege-, Tages- und Nachtentlastungsangeboten.
  • bei der Rolle sowie den demenzspezifischen Fachkenntnissen der Hausärzte.
  • bei einer demenzgerechten Versorgung im Spital.
  • bei der Information und Sensibilisierung der Bevölkerung zu Demenz und zum Umgang mit Demenzkranken. Denn mehr Wissen führe zu besserem Verstehen und grösserer Akzeptanz in der Gesellschaft.
  • in Bezug auf die vielfältigen Finanzierungsfragen.

Begleitgruppe wird eingesetzt

In einem nächsten Schritt wird die Margrit Freivogel als Projektleiterin die Workshops auswerten. Zudem wird die Gesundheitsdirektion eine Begleitgruppe einsetzen. Ihre Aufgabe wird es sein, die Fragestellungen zu bearbeiten, die Zielvorstellungen zu bewerten und Lösungswege vorzuschlagen.

red