GESUNDHEIT: Uri liefert Rezepte gegen Ärztemangel

Nirgends gibt es pro Einwohner weniger Hausärzte als in Uri. Jetzt rüstet sich der Kanton und ergreift Massnahmen, damit die medizinische Grundversorgung gewährleistet und die Arbeit als Hausarzt hier attraktiv bleibt.

Anian Heierli
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Eine Hausärztin untersucht einen Patienten. (Bild: Keystone)

Eine Hausärztin untersucht einen Patienten. (Bild: Keystone)

In Uri sind Hausärzte knapp. «Jetzt sind Massnahmen notwendig», betont Gesundheitsdirektorin Barbara Bär. «Nur dann bleibt die medizinische Grundversorgung gewährleistet.» Denn aktuelle Zahlen der Ärzteverbindung FMH sprechen eine deutliche Sprache. Mit 0,7 Hausärzten pro 1000 Einwohner hat Uri zusammen mit Appenzell Innerrhoden und Freiburg die geringste Dichte der Schweiz. Zum Vergleich: Basel-Stadt ist mit 1,4 Hausärzten pro 1000 Einwohner Spitzenreiter, gefolgt von Genf (1,3) und Zürich (1,0).

Vor allem im Bereich der ambulanten Medizin spitzt sich die Situation zu. In den kommenden Jahren erreichen viele Urner Hausärzte das Pensionsalter. Gleichzeitig hat der Beruf unter Studienabgängern an Attraktivität eingebüsst. Roland Hartmann, Sekretär der Urner Gesundheitsdirektion, beobachtet diese Entwicklung schon länger: «Ein Grund ist sicher, dass Grundversorger keine Spitzenverdiener unter den Ärzten sind.» Gerade wenn man die anspruchsvolle Ausbildung und das hohe Arbeitspensum von Hausärzten berücksichtige. Hartmann warnt aber davor, den Ärztemangel rein finanziell zu begründen.

Der Kanton Uri hat mehrere Massnahmen ergriffen, um dem Problem entgegenzuwirken. Seit 2008 unterstützt er finanziell Assistenzärzte, die ein sechsmonatiges Praktikum in einer Urner Praxis absolvieren. Konkret übernimmt der Kanton rund zwei Drittel des Lohns. Der ausbildende Hausarzt zahlt den Restbetrag. «Damit haben wir bereits beachtliche Erfolge erzielt», betont die Urner Gesundheitsdirektorin.

Zudem hat man im Jahr 2013 das Gesundheitsnetzwerk Uri gegründet. Dieses Gemeinschaftsprojekt will den drohenden Hausärztemangel abwenden. Eine der Massnahmen ist das Projekt Urimed. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die angehenden Ärzten die Möglichkeit bietet, sich untereinander auszutauschen.