Gesundheitsförderung Uri informiert zum Thema Altern

Ein Grundlagenbericht für Personen in der Altersarbeit weist unter anderem auf Stereotype im Zusammenhang mit dem Altern hin.  

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(ml) Zusammen mit einer Gruppe von Fachpersonen hat die Gesundheitsförderung Uri einen Bericht erarbeitet. Dieser dient als Grundlage für die Thematik «Psychische Gesundheit der älteren Urner Bevölkerung». Der Bericht richtet sich an Schlüsselpersonen der Altersarbeit, die in direktem Kontakt mit älteren Menschen stehen, wie die Gesundheitsförderung Uri in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Berichtsinhalte seien sowohl für Fachpersonen in der Altersarbeit wie auch für ein Laienpublikum hilfreich und verständlich. So sollen diese einen Überblick über die gesamte Thematik erhalten. Neben aktuellen Zahlen zur psychischen Gesundheit der Urnerinnen und Urner ab 65Jahren, werden kantonale Angebote von der Stärkung der psychischen Gesundheit bis zur Behandlung psychischer Erkrankung aufgezeigt. Auch über neue, differenzierte Altersbilder wird informiert.

Pensionierung kann eine Belastung sein

«Altern» beginnt im Kopf, heisst es in der Mitteilung. Die Macht von Einstellungen und Erwartungen der Gesellschaft an das «Altern» sei gross. Oft sind Altersstereotypen in der Gesellschaft und auch bei Einzelpersonen negativ besetzt. «Diese negative Prägung beeinflusst den Alterungsprozess jedes Einzelnen in hohem Masse.» In eine reale Situation umgesetzt, würde dieser Mechanismus etwa so aussehen: Eine Frau, 85Jahre alt, hört in ihrem Umfeld immer wieder, dass sie aufpassen soll beim Treppengehen. Dies sei in ihrem Alter sehr gefährlich. Sie könnte stürzen und sich etwas brechen. Die Frau wird durch diese Hinweise zunehmend verunsichert und beginnt Treppen, die sie vorher problemlos auf- und absteigen konnte, zu meiden. Aufgrund dessen, dass sie nun weniger Treppen geht, verschlechtern sich ihre Fähigkeiten dazu und das Treppengehen wird immer schwieriger. Und so weiter.

Zwar verändert sich mit zunehmendem Alter die Mobilität. Das Tempo dazu gibt jedoch der eigene Körper vor und nicht die Stereotype der Gesellschaft.

Besondere Belastungen beim Älterwerden sind in der Regel an kritische Lebensereignisse gekoppelt. Dies kann die Pensionierung sein, der Verlust von sozialen Netzwerken oder der eigenen Mobilität, der Tod eines Familienangehörigen und weitere Ereignisse. Allen gemeinsam ist, dass sie für die Betroffenen starke Einschnitte ins bisherige Leben darstellen und sie herausfordern. Das Gute ist laut der Gesundheitsförderung Uri, dass ältere Menschen solchen Lebensereignissen mit weit mehr Lebenserfahrung begegnen können, als es Jüngere tun. Der Bericht weist darauf hin, für eine möglichst frühe Erkennung den Blick auf kritische Lebensereignisse zu richten. Eine hohe Achtsamkeit von Fachpersonen, Schlüsselpersonen und Angehörigen ist in diesen Momenten entscheidend. Falls eine Behandlung notwendig wird, ist bei psychischen Erkrankungen der Leitsatz richtig, je früher dies geschieht, desto besser sind in der Regel die Erfolgsaussichten. Handlungsmöglichkeiten für Fach- und Schlüsselpersonen werden ebenso aufgezeigt, wie Angebote für Rat und Hilfe.

Informationen auch für Angehörige

Auch auf die besondere Situation von pflegenden und betreuenden Angehörigen wird eingegangen. So findet man in den verschiedenen Kapiteln immer wieder Hinweisboxen mit Informationen zu pflegenden und betreuenden Angehörigen. Sie enthalten einerseits allgemeine Informationen und andererseits konkrete Hinweise für den Umgang mit herausfordernden Situationen. Als wichtigster Hinweis kommt heraus: Sich selber die nötige Sorge tragen, ist das A und O.

Die Erkenntnis, dass eine selbstständige Lebensführung und hohe Lebensqualität bis ins hohe Alter möglich sind, festigt sich immer mehr in den Köpfen der Politik, Fachpersonen und Bevölkerung, ist die Gesundheitsförderung Uri überzeugt. Um dem Ziel der Gesundheitsförderung, durch eine Verbesserung des Gesundheitsverhaltens und der Lebensumstände die Gesundheit zu stärken, näher zu kommen, soll dieser Bericht eine Grundlage schaffen. 

Der Grundlagenbericht kann bei der Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung Uri oder unter www.gesundheitsfoerderung-uri.ch bezogen werden.