Gesundheitsförderung Uri: Fachstelle setzt auf Onlineberatung

Alkoholsucht, Sturzprävention oder Bewegungsförderung sind nur einige Beispiele, mit denen sich der Verein Gesundheitsförderung Uri zusammen mit der Fachstelle Kontakt Uri im vergangenen Jahr beschäftigte. Bereits stehen neue Projekte an.

Remo Infanger
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Von links: Bruno Scheiber, Kantonaler Beauftragter für Suchtfragen, Eveline Lüönd, Programmleiterin «Gesund ins Alter», Michael Kunkel, Präsident des Vereins Gesundheitsförderung Uri, und Christoph Schillig, Stellenleiter Kontakt Uri. (Bild:Remo Infanger, Altdorf, 5. Juni 2019)

Von links: Bruno Scheiber, Kantonaler Beauftragter für Suchtfragen, Eveline Lüönd, Programmleiterin «Gesund ins Alter», Michael Kunkel, Präsident des Vereins Gesundheitsförderung Uri, und Christoph Schillig, Stellenleiter Kontakt Uri. (Bild:Remo Infanger, Altdorf, 5. Juni 2019)

Etwas mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit aus dem einstigen Pilotprojekt eine der wichtigsten und umfangreichsten Fachstellen für Prävention und Gesundheitsförderung im Kanton Uri entstanden ist. Während die Mission, die Lebensqualität und Gesundheit von Jung und Alt zu fördern, stets dieselbe blieb, haben sich die Tätigkeiten und Kampagnen in den vergangenen Jahren vervielfacht. Für Michael Kunkel, Präsident der Gesundheitsförderung Uri, Grund genug, auf das Jubiläumsjahr 2018 nochmals zurückzublicken. So hiess er die Mitglieder am vergangenen Mittwochabend zur Versammlung willkommen.

Eveline Lüönd, Leiterin des Urner Aktionsprogramm «Gesund ins Alter», gewährt Einblicke in aktuelle Projekte, insbesondere in die drei kantonalen Aktionsprogramme (KAP) «Ernährung und Bewegung», «Psychische Gsundheit» und «Gesund ins Alter». Letzteres stellte sie als Verantwortliche gleich selber vor: «2018 haben wir mit diesem Programm gestartet», so Lüönd. «Ins Zentrum gerückt werden hier die Bedürfnisse älterer Menschen in Uri, aber auch diejenigen der Angehörigen.» So sei etwa der «Tag der pflegenden Angehörigen» Ende Oktober ein voller Erfolg gewesen. Mit einer Podiumsdiskussion und Filmvorführung wurden die Besucher über Unterstützungsangebote informiert. «In einem aktuellen Projekt befassen wir uns mit der der Sturzprävention von älteren Leuten», zählte Lüönd weiter auf. Man organisiere dazu beispielsweise Schulungen für das Personal der Spitex.

Urner Spielplatz-Challenge war einer der Höhepunkte

Simone Abegg, Leiterin des KAP «Ernährung und Bewegung», nannte einige Highlights aus dem vergangenen Jahr, etwa die Urner Spielplatz-Challenge oder verschiedene Elternkaffees. Ihr KAP befasst sich vor allem mit der Bewegungsförderung von Kindern im Vorschulalter. Für Bruno Scheiber, Leiter des KAP «Psychische Gesundheit» und Kantonaler Beauftragter für Suchtfragen, war eines der Jahreshöhepunkte der Start des Pilotprojekts «chinderliecht» – ein kunsttherapeutisches Angebot für Kinder und Jugendlichen von psychisch- oder suchtbelasteten Eltern.

Christoph Schillig, Stellenleiter von Kontakt Uri, blickt ebenfalls auf ein aktives Jahr zurück: «Die neuen technischen Möglichkeiten für unsere Beratungstätigkeiten haben uns stark beschäftigt.» Getragen vom Verein Gesundheitsförderung Uri, legt die Fachstelle Kontakt Uri das Augenmerk auf die Suchtprävention von Jugendlichen. «Um unser Angebot auszubauen, wollen wir neu eine Onlineberatung in Form von Chats oder Videotelefonie anbieten», so Schillig. Darin sieht er verschiedene Vorteile, besonders bei der Zugänglichkeit. «Jugendliche, die sich beispielsweise in der RS befinden, können uns so besser erreichen.» Auch die Hemmschwelle, Hilfe beispielsweise bei Drogensucht aufzusuchen, könne dadurch gesenkt werden. «Noch sind wir damit in der Probephase», führte Christoph Schillig aus. «Ich bin aber gespannt, wie dieses Angebot ankommen wird.»

1320 Gespräche geführt, meist zu Alkohol

Der Stellenleiter gab ausserdem ein paar Zahlen von Kontakt Uri bekannt. «Die Beratungstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr wieder angestiegen. 2018 sind 158 Klienten betreut worden», sagt Schillig. «Das entspricht rund 1320 Gesprächen.» Meistens sei es dabei um Alkoholsucht gegangen, gefolgt von Cannabis.

Die beiden Fachstellen arbeiten im Auftrag des Kantons Uri. Die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion (GSUD) unterstützt die einzelnen Aktionsprogramme jährlich mit hohen Beiträgen. «Es freut mich, zu sehen, was im kleinen Kanton Uri durch vernetztes Arbeiten untereinander alles erreicht werden kann», so Gesundheitsdirektorin Barbara Bär.