Geteilte Meinungen zur Gotthard-Sanierung

Die Urner Regierung beurteilt die Vorschläge der Alpen-Initiative zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels skeptisch. Im Urner Landrat wurden sie am Mittwoch von der Fraktion der SP und der Grünen verteidigt, während FDP und SVP auf einen zweiten Tunnel pochen.

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Wo geht der Weg hin? Die Meinungen über die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels sind umstritten. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Wo geht der Weg hin? Die Meinungen über die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels sind umstritten. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Ab 2020 muss der Gotthard-Strassentunnel der A2 umfassend saniert werden. Weil das eine längere Tunnelsperrung bedingt - je nach Variante zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren -, werden zurzeit verschiedene Varianten geprüft. Diskutiert wird auch der Bau einer zweiten Röhre.

Die Alpen-Initiative ist gegen eine zweite Röhre. Sie schlägt die Sperrung nur im Winterhalbjahr vor sowie den Autoverlad zwischen Göschenen und Airolo, den Lastwagenverlad zwischen Erstfeld und Biasca und ein dauerndes Fahrverbot für Lastwagen. Der Urner Landrat behandelte am Mittwoch eine entsprechende Interpellation.

Positiv wertet die Regierung die etappierte Sperrung. Den Vorteilen stünden aber gewichtige Nachteile gegenüber. Das betrifft insbesondere den Dauerbetrieb für den Lastwagenverlad im neuen Basistunnel. Die Verladeanlagen im Urner Talboden würden zu einem hohen Landverbrauch und zu einer zunehmenden Verkehrs- und Umweltbelastung führen.

Verlagerungsziel gefährdet

Der Dauerverlad mit dem Lastwagenverbot am Gotthard, so die Regierung, könnte auch die angestrebte Verlagerung der Lastwagen von der Strasse auf die Schiene beeinträchtigen. Transportfirmen könnten den Kurzverlad vorziehen. Das Verlagerungsziel aber sei «zwischen Grenze und Grenze und nicht zwischen Erstfeld und Biasca zu erreichen».

Alf Arnold, Interpellant und Geschäftsführer der Alpen- Initiative, zeigte sich von der Antwort nur teilweise befriedigt. Die Regierung habe in der jüngsten Vergangenheit viel grössere Landverluste in Kauf genommen als die drei bis vier Hektaren für ein Lastwagen-Terminal.

Armin Braunwalder von der Fraktion SP/Grüne unterstützte Arnold und wies daraufhin, dass die Schweiz bei dieser Gelegenheit die Alpentransitbörse einführen könne. Anders argumentierten FDP und SVP. Nach ihrer Ansicht darf der Tunnel während der Sanierung nicht geschlossen werden. Sie plädierten für den Bau einer zweiten bzw. einer Ersatzröhre.

sda