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Altdorf: Gewerkschaftschefin spricht Klartext

Unia-Präsidentin Vania Alleva schlug an der Urner 1.-Mai-Feier kämpferische Töne an und kritisierte das Absahnen in den oberen Etagen. Sie forderte in ihrer Rede grundsätzliche, radikale Veränderungen.
Urs Hanhart
Rund 60 Personen nahmen an der gestrigen Urner 1.-Mai-Feier im Zeughaus Altdorf teil. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Mai 2019)

Rund 60 Personen nahmen an der gestrigen Urner 1.-Mai-Feier im Zeughaus Altdorf teil. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Mai 2019)

Vor dem Haupteingang des Zeughauses auf dem Unterlehn in Altdorf prangten gestern die Fahnen aller grossen Gewerkschaften, aber auch jene von SP und Juso. Dies aus gutem Grund, denn im Innern des altehrwürdigen ­Gebäudes feierten rund fünf Dutzend Gewerkschafter und politisch Interessierte gemeinsam den Tag der Arbeit. Dabei gab es eine bunte Mischung aus Ansprachen, musikalischer Unterhaltung durch die Wipfli-Sisters aus Erstfeld und geselligem Beisammensein.

Wirtschaftliche Grundstimmung nutzen

Als Erster trat Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind ans Rednerpult. Er überbrachte die Grüsse der Urner Regierung und sagte: «Der Tag der Arbeit ist zwar in Uri kein Feiertag. Aber Ihre Präsenz am heutigen Anlass beweist, dass die damit verbundenen Anliegen rund um das Thema Arbeit auch in unserem Kanton wichtig sind.» Camenzind plädierte dafür, «die gute wirtschaftliche Grundstimmung im Kanton Uri zu nutzen, um den konstruktiven Dialog zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern sowie dem Staat zu stärken und ausgewogene Lösungen zu erreichen». In guten Zeiten gehe dies viel einfacher als in wirtschaftlichen Krisensituationen. Der Spielraum sei auf allen Seiten deutlich grösser. «Auch wenn wir nicht immer der gleichen Meinung sind, so schätze ich es, dass wir uns hier in Uri immer mit Respekt begegnen und einander zuhören», so der Volkswirtschaftsdirektor.

«Etwas läuft ganz grundsätzlich falsch»

Hauptrednerin war die Präsidentin der Gewerkschaft Unia, Vania Alleva. Sie wies darauf hin, dass sich die meisten Menschen eine möglichst sinnvolle Arbeit unter anständigen Bedingungen wünschten, die ihnen ein würdiges Leben ermöglichen. Leider sehe die Realität aber anders aus, meinte die Gewerkschafterin. «Oben wird abgesahnt. Unten werden die Angestellten gegängelt und aus­gebeutet. Etwas läuft ganz grundsätzlich falsch», kritisierte sie.

Statt sozialen Ausgleichs und Integration erlebe man eine zunehmende Ungleichheit der Einkommen und Vermögen. Die sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich und die Diskriminierung nach Geschlecht und Herkunft sorge für eine Spaltung der Gesellschaft. Und diese sei der Nährboden für Fremdenfeindlichkeit und aggressiven Nationalismus. «Der Preis, den wir für diese soziale, politische und ­ökologische Dauerkrise zahlen müssen, wird immer höher. Wir müssen uns dagegen wehren», so Allieva. Es brauche grundsätz­liche, radikale Veränderungen, erklärte die Unia-Chefin.

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