GHOSTWRITER: Althaus-Bio: Geschrieben hat sie sein «Neger»

«Ich, der Neger»: Hinter der Biografie des Altdorfer Schauspielers Urs Althaus steht der ehemalige «Glückspost»-Chefredaktor Helmut Maria-Glogger. Das Buch steht bereits in der Bestsellerliste.

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Helmut Maria-Gloggner. (Bild pd)

Helmut Maria-Gloggner. (Bild pd)

Er hat sich bereits mit Büchern über Diana und das Windsor-Königshaus sowie mit Autobiografien von Udo Jürgens und Michael Lesch einen Namen gemacht. Nun amtet der ehemalige «Glückspost»-Chefredaktor und Ringier-Autor Helmut Maria-Glogger (52) als Ghostwriter für die Autobiografie «Ich, der Neger» (Wörterseh, zirka 40 Franken) von Urs Althaus (53). Aus dem 900-seitigen Manuskript hat Glogger ein druckfähiges Substrat von 260 Seiten geschaffen.

Im Schatten der Stars
«Als Ghostwriter sind Sie immer ein Neger», sagt Maria-Glogger – auch bekannt als Gastgeber der Sendung «Glogger Talk» – im Interview mit Persoenlich.com. Im Jargon stehe «Neger» als Bezeichnung für Rewriter. Es sei schon nicht immer einfach für ihn gewesen, wenn andere die Lorberen für seine Arbeit für sich selber beansprucht hätten. Heute wisse er, wenn sich seine Auftraggeber als eigentliche Autoren sehen: «Helmut-Maria – Volltreffer! Es ist die beste Visitenkarte, die Sie als Ghostwriter vorweisen können: Sie haben der Dame, dem Herrn eine Stimme gegeben, die die oder der nicht nur versteht, sondern auch selbst nachspricht.»

Rewriter als Regulator
Die Arbeit mit Althaus, der Glogger im Fernsehen als seinen «besten Make-up-Artisten» verdankt habe, sei «mal amüsant, mal nervend, immer klar, fair und ehrlich» gewesen, wie der Ghostwriter gegenüber Persoenlich.com weiter ausführt. Alles habe aber nicht Eingang ins Buch gefunden: «Wer sich einmal dazu entschliesst, sein Leben zu erzählen, der neigt früher oder später dazu, sich sozusagen nackt auszuziehen.» Da sei er als «Neger» gefragt, um genau diesen «Seelen-Striptease» nicht öffentlich zu machen.

Auf Platz 8 eingestiegen
«Ich, der Neger» wurde bereits im Vorfeld schon von mehreren Seiten Bestseller-Potenzial bescheinigt. Diese Prophezeiung scheint sich nun zu bewahrheiten: Die vor einer Woche erschienene Autobiografie hat eine Woche nach ihrem Erscheinen bereits den Sprung in der Schweizer Sachbuch-Bestsellerliste geschafft. «Das ist sensationell, gerade zumal das Buch erst vor einer Woche erschienen ist», sagt Wörterseh-Verlegerin Gabriella Baumann-von Arx. «Das hätten wir nie erwartet.» In Deutschland scheint das Buch mit dem Untertitel «Mein Leben zwischen Highlife und Pleten» derweil (noch) nicht so oft über die Theke zu gehen: Das Werk belegt bei Online-Händler Amazon zurzeit gerade einmal den 29'558. Verkaufsrang in der Sparte deutschsprache Bücher.

scd