Urner Künstler will Glattalphütte mitgestalten

Für rund 1,6 Millionen Franken wird die SAC-Hütte saniert. Für zusätzliche Investitionen läuft bis am 21. März ein Crowdfunding.

Bruno Arnold
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Die Hütte soll im Sommer 2021 wieder eröffnet werden.

Die Hütte soll im Sommer 2021 wieder eröffnet werden.

Bild: PD

Die Glattalp-Hütte der SAC-Sektion Mythen im Schwyzer Bisital wird für rund 1,6 Millionen Franken vergrössert und saniert. Für den Umbau und die Erweiterung zeichnet der Altdorfer Architekt Martin Hellingman verantwortlich. Geplant sind in erster Linie Strukturverbesserungen zur Optimierung der Betriebsabläufe und der Arbeitsbedingungen des Personals. Investieren will die SAC-Sektion Mythen aber auch in die Erhöhung der Sicherheit (Brandschutz), in zeitgemässe Schlafräume und sanitäre Anlagen sowie in den Bau einer modernen Abwasserentsorgungsanlage.

Der Vorstand des SAC Mythen hat in diesem Zusammenhang ein Crowdfunding-Projekt gestartet, um einen Teil der Hütteneinrichtung zu finanzieren. Mittels dieser Schwarmfinanzierung sollen bis am 21. März mindestens 40000 Franken gesammelt werden.

Aktion läuft noch knapp drei Wochen

«Das Crowdfunding läuft zwar recht gut», sagt Hüttenobmann Hans Gisler aus Altdorf. «Aber das Ziel ist noch nicht ganz erreicht.» In konkreten Zahlen ausgedrückt: Bis Ende Februar waren 28840 Franken in Aussicht gestellt. Oder anders gesagt: Die Initianten sind nach wie vor auf Leute angewiesen, die bereit sind, sie finanziell zu unterstützen. Die zugesicherten Spendengelder fliessen allerdings nur, wenn die Marke von 40000 Franken bis am 21. März auch tatsächlich erreicht wird. «Dieses Ziel wollen wir unbedingt erreichen», betont der Altdorfer Holzbildhauer. Wer spenden will, findet unter www.lokalhelden.ch/glattalp alle notwendigen Informationen.

Mit dem Crowdfunding-Projekt beabsichtigt die SAC-Sektion, zusätzliche Anschaffungen zu finanzieren, die nicht im ordentlichen Baubudget enthalten sind und unter anderem im Sinne von Kunst am Bau getätigt würden. Hans Gisler nennt prioritär die Erneuerung der Möblierung in der Gaststube. Finanziell beteiligen kann man sich etwa mit Eckbank-Laufmetern à 125 Franken oder mit Stühlen à 250 Franken für die Gaststube. Auch Spenden für neue Hüttenbetten, 500 Franken, oder Raumbeschriftungen, 800 Franken, werden gerne registriert.

Im Idealfall werden 14 Kunstwerke erstellt

Der 55-jährige Altdorfer Holzbildhauer und Hüttenobmann plant, die Beschriftungen der Räume selber zu gestalten. «Ich stelle mir vor, die Namen in Eichenholz-Friesen neben den neuen Türen einzuschnitzen», erklärt der in Riemenstalden aufgewachsene Künstler. «Die Raumbezeichnungen möchte ich farblich auf die Türen abstimmen und nach den umliegenden Bergen benennen, zum Beispiel: Mären, Jegerstöck, Ortstock et cetera.»

Schliesslich sollen 14 Kunstwerke von Hans Gisler die neue Glattalphütte verschönern.

Der letzte Ausbau fand im Jahr 1971 statt

Die auf knapp 1900 Meter über Meer gelegene SAC-Glattalphütte (www.glattalphuette.ch) wurde 1927 gebaut und 1971 vergrössert. Man erreicht sie am besten vom zuhinterst im Bisital (Gemeinde Muotathal) gelegenen Sahli (1150 Meter) aus. Zu Fuss geht es von dort in rund zweieinhalb Stunden via Läcki und Mütschen zur Hütte. Vom Sahli aus gelangt man aber auch bequem in wenigen Minuten mit der Seilbahn auf die Glattalp, wo im Sommer jeweils rund 600 Rinder und 3000 Schafe weiden. Von der Bergstation aus erreicht man die Unterkunft in rund 10 Minuten. In vier Massenlagern werden Schlafplätze für rund 50 Personen angeboten. Nach dem Umbau, respektive ab Sommer 2021, sollen neun Zimmer mit zwei, drei, vier oder acht komfortablen Betten zur Verfügung stehen. (bar)