Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Urner Gleichstellungskommission blickt zurück

In ihrem Tätigkeitsbericht zieht die Gleichstellungskommission Uri Fazit über den Zeitraum Juni 2018 bis Mai 2020. Am Ende mit ihrer Arbeit ist sie aber noch lange nicht.

Nino Gisler
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Die Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Uri blickt in ihrem Tätigkeitsbericht auf den Zeitraum Juni 2018 bis Mai 2020 zurück und informiert über die vielseitigen Aufgaben der Kommission. Die Gleichstellungskommission habe sich im vergangenen Zeitraum auf die Kernthemen gleicher Lohn für gleiche Arbeit sowie Migration und Gleichstellung fokussiert, schreibt sie in ihrem Tätigkeitsbericht.

Per Ende 2019 trat Präsidentin Prisca Aschwanden aus der Kommission aus. Sie war 2011 in die Gleichstellungskommission eingetreten und hatte seit 2012 das Präsidium inne, heisst es im Bericht. Seit Anfang 2020 wird die Gleichstellungskommission im Co-Präsidium von Leza Aschwanden und Eveline Lüönd geführt. «Die Zweiteilung des Präsidiums bringt mehrere Vorteile», sagt Eveline Lüönd. Da das Präsidium aktuell aus Frau und Mann bestehe, könne man der Gleichstellung gerecht werden. Auch bezwecke die Aufgabenteilung des Präsidiums eine Entlastung des Zeitaufwands für die Einzelpersonen.

Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann; hinten von links: Marcel Buffat, Romaine Tresch, Prisca Achwanden, Jennifer Günter, Leza Aschwanden, vorne von links: Angelica Züst, Eveline Lüönd, Jacqueline Gisler Widmer.

Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann; hinten von links: Marcel Buffat, Romaine Tresch, Prisca Achwanden, Jennifer Günter, Leza Aschwanden, vorne von links: Angelica Züst, Eveline Lüönd, Jacqueline Gisler Widmer.

Bild: PD

Am 22. Februar 2019 hat die Gleichstellungskommission in Zusammenarbeit mit Business and Professional Women Uri (BPW Uri) die Equal Pay Day-Aktion durchgeführt. Am 22. Februar 2020 war zusätzlich der Frauenbund Uri mit von Partie. Der Equal Pay Day ist der internationale Aktionstag für Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern. Das Datum des Anlasses markiert symbolisch den Lohnunterschied. Frauen arbeiten bis zum 22. Februar gratis, während Männer für gleichwertige Arbeit bereits seit dem 1. Januar Lohn erhalten. Mit verschiedenen Massnahmen und Stand-Aktionen machten die Gleichstellungskommission, die BPW Uri, der der Frauenbund Uri wie auch Helferinnen und Helfer der SP Uri die Bevölkerung auf ihre Anliegen aufmerksam. Im Nachgang der diesjährigen Stand-Aktion fand am 4. März ein gut besuchter Informationsabend zum Thema Lohnverhandlung statt.

Migranten über Gleichstellungsthemen in Podcasts zu hören

2019 wurde der Verein Politcast Uri damit beauftragt, ein Konzept auszuarbeiten, wie das Thema Migration und Gleichstellung in Form eines Podcasts der Öffentlichkeit nähergebracht werden könne. Ziel des Projekts war es, Personen aus unterschiedlichen Altersgruppen und Migrationshintergründen zu Wort kommen zu lassen über Gleichstellungsthemen. Geplant waren acht Audio-Interviews, die Suche nach Interviewpartner gestaltete sich aber schwierig, heisst es weiter. Einer der Gründe könnten sprachliche Barrieren und die Urner Kleinräumigkeit sein, vermutet Lüönd. «Die Podcasts werden in naher Zukunft auf der Website von Politcast Uri aufzufinden sein», verspricht Lüönd.

Im Zeitraum Juni 2018 bis Mai 2020 besuchten die Kommissionsmitglieder auch diverse Weiterbildungen und Anlässe zu gleichstellungspolitischen Themen. So habe ein Kommissionsmitglied unter anderem eine Veranstaltung zum Thema «Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz» besucht. An der Veranstaltung wurde thematisiert, dass der Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitenden Schutz vor sexueller Belästigung, im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht, wahrzunehmen habe. Die Arbeitgeber haben klar Position zu beziehen und zu erklären, dass sexuelle Belästigung im Betrieb nicht geduldet werde.

Nationaler Austausch über kantonale Aktivitäten

2018 lud das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung (EGB) erstmals alle kantonalen Gleichstellungskommissionspräsidien zu einem Austausch ein. Die Austauschplattform diene dazu, einen Überblick über nationale und kantonale Aktivitäten zu erhalten und sich untereinander zu vernetzen, heisst es im Tätigkeitsbericht. So wurden Fördermöglichkeiten für Projekte aufgezeigt und die aktuellen Themenschwerpunkte der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen (EKF) präsentiert. Nach den nationalen Themen konnten auch die kantonalen Kommissionen mitteilen, für welche Themen sie sich aktuell engagieren. Der Austausch im 2019 fand im ähnlichen Rahmen statt.

Die Gleichstellungskommission habe durch ihre Arbeit einen Beitrag geleistet, die Öffentlichkeit zu informieren, zu sensibilisieren und gleichstellungspolitische Themen zu diskutieren, hält sie im Tätigkeitsbericht fest. Doch damit sei die Arbeit noch nicht getan. Auch nächstes Jahr findet der Equal Pay Day wieder statt. 2021 jährt sich zudem die Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz zum 50. Mal. Die Gleichstellungskommission plant, dieses Jubiläum mit Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten. «Zudem beschäftigen wir uns mit zeitgemässen Familienmodellen», denn bei der Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf gebe es nach wie vor Handlungsbedarf.