Glencore wehrt sich
gegen Anschuldigungen

Der Rohstoffhändler aus Zug widerspricht der Darstellung von Initianten der Konzernverantwortungsinitiative, nach der eines der Glencore-Bergwerke in Peru Luft, Boden und Wasser vergiftet.

Christian Tschümperlin
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Sollen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards im Ausland haftbar gemacht werden können? Am Samstag hatten Mitglieder des Lokalkomitees der Konzernverantwortungsinitiative in Altdorf für ihr Anliegen geworben. Stein des Anstosses war laut den Initianten die Glencore-Mine in Cerro de Pasco (Peru), mit der Luft, Boden und Wasser mit Schwermetallen vergiftet würden.

Glencore sieht dies allerdings anders. In einer Stellungnahme schreibt der Konzern, Glencore habe die Mine im peruanischen Hochland erst im November 2017 durch den Kauf von stimmberechtigten Aktien an Volcan übernommen. Die Mine habe ihre Produktion aber bereits im Jahr 2012 eingestellt. «Zum Zeitpunkt des Erwerbs bestand der Betrieb lediglich aus Verarbeitungsanlagen, welche im Wesentlichen alte Zinkvorräte verarbeiteten», so Glencore in einer Mitteilung.

Frühere Praxis war «womöglich belastend»

Der Konzern räumt zwar ein, dass in der über hundertjährigen Geschichte der Mine frühere Abbaupraktiken die Stadt Cerro de Pasco womöglich belastet hätten. Seit 2018 arbeite Glencore aber mit dem Management-Team von Volcan an einem Sozial- und Umweltmanagementplan, um die Umweltauswirkungen zu mindern. Zum Plan gehört die Sanierung von Zink-Vorratshalden, die Inbetriebnahme einer Wiederaufbereitungsanlage für saures Wasser, verstärkte Kontrollen und eine Partnerschaft mit einer lokalen Nichtregierungsorganisation zur Bekämpfung von Blutmangel bei Kindern.