GÖSCHENEN: Die einzige Arztpraxis wird zum Politikum

Ein Ärztepaar in Göschenen sorgt bei vielen Patienten schon seit längerem für Unverständnis und Ärger. Nun werden die Probleme auch im Urner Landratssaal angesprochen.

Elias Bricker
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Hände eines Arztes mit Stethoskop. (Symbolbild) (Bild: Keystone/APA Zentralbild/)

Hände eines Arztes mit Stethoskop. (Symbolbild) (Bild: Keystone/APA Zentralbild/)

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Die Arztpraxis in Göschenen ist die einzige medizinische Anlauf- und Versorgungsstelle für die Gemeinden Gurtnellen, Wassen und Göschenen. Seit Juni 2014 führt Dorothea Stüttgen-Abdalla zusammen mit ihrem Mann Akmal Wassef Abdalla die Praxis. Das Ehepaar betreibt aber zudem noch eine Arztpraxis im luzernischen Beromünster. «Bereits kurz nach Beginn ihrer Praxistätigkeit in Göschenen gab es Probleme im Umgang mit Patienten», sagte CVP-Landrätin Verena Walker-Epp aus Wassen in der gestrigen Landratssession.

Es ging um die angebliche Verweigerung der Herausgabe von Patientendossiers, die mangelnde Erreichbarkeit der Arztpraxis sowie um die Unpünktlichkeit auch bei vereinbarten Terminen (unsere Zeitung berichtete mehrmals darüber). Gemäss Aushang hat die Praxis momentan jeweils nur am Donnerstag von 10.30 bis 15 Uhr offen. Montags, freitags und samstags sind Termine nach Vereinbarung möglich. «Diese Arztpraxis ist aber, wie die Erfahrung zeigt, telefonisch schwer zu erreichen, und man wartet stundenlang, nur um einen Termin zu bekommen», führte Landrätin Walker gestern aus. «Viele Patienten beklagen sich zudem über einen unangemessenen Umgang.»

Sind nachträgliche Auflagen möglich?

Aufgrund der «unbefriedigenden» Situation reichte die Meientaler Landrätin an der gestrigen Session eine entsprechende Interpellation ein (Zweitunterzeichnerin Frieda Steffen, CVP, Andermatt). Darin ersucht sie den Regierungsrat, gleich mehrere Fragen zu beantworten.