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GÖSCHENEN: Die Freilichtspiele wecken den «Gwunder»

Vor vier Monaten sind die Proben für das neue Freilicht-Theaterstück «Göschenen am Meer» angelaufen. Nun haben sich erstmals alle Mitwirkenden zu einem gemeinsamen Event getroffen.
Er soll die Theaterbegeisterten zu einer Einheit formen: Regisseur Stefan Camenzind. Bild: Urs Hanhart (Göschenen, 27. März 2017)

Er soll die Theaterbegeisterten zu einer Einheit formen: Regisseur Stefan Camenzind. Bild: Urs Hanhart (Göschenen, 27. März 2017)

Das Organisationskomitee der Freilichtspiele Andermatt rührt einmal mehr mit der grossen Kelle an. Bereits Anfang 2016 sind die Vorbereitungen für das neue Theaterprojekt, das ein Budget zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Franken aufweist, angelaufen. Aufgeführt wird im Sommer das von Tino Steinmann geschriebene Stück «Göschenen am Meer». Mit der unglaublichen, aber wahren Geschichte, eine Wasserstrasse über den Gotthard zu bauen, will das Kulturforum Andermatt Gotthard einen neuen Meilenstein in seiner langjäh­rigen Freilichtspiel-Erfolgsgeschichte setzen. Christoph Gähwiler präsidiert das OK.

Wie schon bei den bisherigen Produktionen wird auch diesmal wieder ein Thema aus der reichen Geschichte der Gotthardregion aufgegriffen: Um 1900 plante der Schweizer Ingenieur Pietro Caminada eine Wasserstrasse vom hohen Norden Deutschlands bis nach Genua. Mit Schleusen, Kanälen und Tunnels wollte er die Alpen überqueren. Damals trieb der technische Aufschwung die Menschen zu den unmöglichsten Projekten an. Die Aufführungen gehen auf dem «Eidgenössischen» über die Bühne, einem Areal an der Umfahrungsstrasse von Göschenen.

Mitwirkende zu einem Team formen

Rund hundert Personen – gegen fünfzig Laienschauspieler und Statisten, mehrheitlich aus dem Kanton Uri, sowie ebenso viele Helfer hinter den Kulissen – sind am neuen Grossprojekt beteiligt. Am Sonntag trafen sich erstmals alle Mitwirkenden in Göschenen zu einer Projektpräsentation, geleitet von Regisseur Stefan Camenzind. Dabei wurden unter anderem anhand eines Modells das Bühnenbild, die Kostümierung der Schauspieler und die Theatermusik vorgestellt.

Am Nachmittag fand erstmals ein Probedurchlauf des ganzen Stücks statt. «Die grosse Herausforderung besteht darin, die vielen Mitwirkenden zu einem Team zu formen, sodass alle am gleichen Strick ziehen», sagte Regisseur Camenzind. «Das Stück beinhaltet derart viele Facetten rund um das Thema Wasserstrasse, dass es nicht einfach ist, das Ganze attraktiv, spannend und temporeich zu gestalten. Wir möchten eine Vision erzeugen, dass Göschenen tatsächlich am Meer liegt.» Mit den Leseproben ist im November begonnen worden. Seit Januar wird szenisch geprobt. Camenzind, der vor zehn Jahren bereits bei «D Gotthardbahn» Regie führte und somit über einen grossen Erfahrungsschatz verfügt, ist mit dem aktuellen Stand zufrieden. Man sei auf Kurs.

Regie-Assistentin Ruth Feubli, die schon mehrfach mit Camenzind zusammengearbeitet hat, wies darauf hin, dass die Besetzung sehr gut geklappt habe. Einzig bei den Rollen für eine junge Frau und einen jungen Mann habe man etwas länger suchen müssen. «Die Begeisterung unter den Mitwirkenden wächst zusehends», so Feubli. «Alle sind jetzt gespannt auf den ersten Durchlauf.» Ein spezieller Moment: «Bisher probten wir nur in kleinen Räumen und nun erstmals in einem grossen.»

OK-Chef Gähwiler ist zuversichtlich, dass auch das neue Theaterprojekt wieder grossen Anklang finden wird, zumal mit Regisseur Camenzind und Autor Steinmann wieder das gleiche Duo verpflichtet werden konnte wie 2007, als «D Gotthardbahn» insgesamt 33000 Besucher anlockte.

Allerdings sei das neue Stück werbetechnisch eine ziemliche Knacknuss. «Mit ‹Göschenen am Meer› können nur wenige etwas anfangen», so Gähwiler, «dafür weckt dieser Titel den ‹Gwunder› der Leute. Viele sind gespannt, was dahintersteckt.»

Harzig gewordene Sponsorensuche

Die Verantwortlichen haben sich zum Ziel gesetzt, zwei Drittel des Budgets durch den Ticketverkauf zu finanzieren. Dazu brauchen sie bei den 23 Aufführungen, die zwischen dem 30. Juni und dem 19. August stattfinden, eine Auslastung von etwa 66 Prozent. Für den restlichen Drittel kommen Sponsoren auf. «Früher war die Sponsorensuche einfacher», sagt Gähwiler. «Sie ist harziger geworden, weil der Wirtschaft das Geld nicht mehr so locker sitzt.» Zudem werde auch die Konkurrenz durch andere Freilichtspiele zusehends grösser.

Auf dem Theatergelände wird eine Tribüne für 1000 Personen aufgebaut. Die Bühne ist stattliche 35 Meter breit. Zum Schluss des Stücks hat Camenzind einen Überraschungseffekt geplant, über den er allerdings noch nichts verraten wollte.

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

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