Göschenen rüstet sich für Zukunft

Das Sawiris-Projekt und der Bau der zweiten Röhre werden Göschenen in den kommenden Jahren prägen. Deshalb ist nun auch ein Siedlungsleitbild geplant. Die Budgets der Gemeinde und des EW Göschenen wurden an der Gemeindeversammlung diskussionslos genehmigt.

Bruno Arnold
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Göschenen will für die Auswirkungen des Sawiris-Projekts in Andermatt und für den Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels gerüstet sein. (Bild: Urs Hanhart, Göschenen, 7. Juni 2018)

Göschenen will für die Auswirkungen des Sawiris-Projekts in Andermatt und für den Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels gerüstet sein. (Bild: Urs Hanhart, Göschenen, 7. Juni 2018)

An der von 45 Personen besuchten Gemeindeversammlung vom Freitag, 30. November, in Göschenen konnte Gemeindepräsident Felix Cavaletti auf die gelungene Umgestaltung des ehemaligen Hallenbads in ein Mehrzweckgebäude zurückblicken. Insgesamt hat die Gemeinde in die neue Aula rund 2,21 Millionen Franken investiert.

Im Weiteren konnte Cavaletti erfreut festhalten, dass man mit der Neueröffnung der Centramed-Praxis Urner Oberland eine zuverlässige und flexible medizinische Grundversorgung für die Gemeinden Göschenen und Wassen respektive das Urner Oberland habe realisieren können. «Die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit hat sich bewährt», betonte Cavaletti. «Die Vertreter der Gemeinden Wassen und Göschenen hoffen , dass das Angebot von der Bevölkerung entsprechend gut genutzt wird, um dank einer Steigerung der Patientenzahl die nach einem erfolgreichen Pilotversuch getroffene definitive Lösung mit den beiden Hausärzten Christoph Bättig und Jürg Bollhalder auch langfristig zu sichern.»

Gemeinde plant ein Siedlungsleitbild

Wie Cavaletti weiter festhielt, plant die Gemeinde Göschenen in naher Zukunft die Erarbeitung eines Siedlungsleitbilds, um eine klare Strategie für die räumliche Entwicklung der Gemeinde verfolgen zu können. Dies soll vor allem mit Blick auf die Personalunterkünfte geschehen, die im Zusammenhang mit der laufenden Realisierung des Ferienresorts von Samih Sawiris in Andermatt und mit dem Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels benötigt werden. Von den beiden Grossprojekten erhofft sich die Gemeinde Göschenen eine positive Entwicklung respektive einen Aufschwung in wirtschaftlicher Hinsicht. Cavaletti erwähnte am Freitag auch, dass die Gemeinde daran interessiert sei, das während des Baus der zweiten Röhre vom Bundesamt für Strassen (Astra) betriebene Infocenter im Bahnhofgebäude nach Abschluss des Grossprojekts als touristische Plattform zu nutzen. Eine IG sei daran, eine Vision Gotthardzentrum zu erarbeiten und Möglichkeiten für deren Umsetzung aufzuzeigen.

Schliesslich wies der Gemeindepräsident noch darauf hin, dass am Donnerstag, 10. Januar 2019, eine Informationsveranstaltung zum geplanten Anschluss von gemeindeeigenen und privaten Gebäuden an das Fernwärmenetz der Heizwerk Gotthard AG stattfinden werde. Die Abstimmung über den Kredit, dessen Höhe noch nicht definitiv feststeht, soll am 10. Februar erfolgen. Das Astra hat seine Bereitschaft signalisiert, einen Teil der Erstellungskosten zu übernehmen.

Budgets werden klar genehmigt

Diskussionslos genehmigt wurde das von Felix Cavaletti präsentierte Budget 2019 der Einwohnergemeinde. Es prognostiziert bei einem Aufwand von insgesamt 2,254 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 1,979 Millionen Franken ein Defizit von rund 275'000 Franken. Mit einem Mehraufwand von rund 218'000 Franken schlagen vor allem die Abschreibungen für die vorgenommene Sanierung des ehemaligen Hallenbads zu Buche. Mehraufwendungen gegenüber dem Budget 2018 ergeben sich auch bei den Konti Anteil an der Kreisschule Urner Oberland (23'900 Franken) und bei den Kosten der Langzeitpflege (Mehraufwand 30’000 Franken). Hingegen wird bei den Quellensteuern ein Mehrertrag von 56’000 Franken budgetiert. Die Göschener genehmigten den Antrag des Gemeinderats, den Steuerfuss 2019 unverändert bei 112 Prozent und den Kapitalsteuersatz bei 2,4 Promille zu belassen.

Auch der Voranschlag 2019 des gemeindeeigenen Elektrizitätswerks Göschenen (EWG) wurde genehmigt. Er sieht bei Einnahmen von total 747’300 Franken einen Ertragsüberschuss von 4300 Franken vor. Für die temporäre Anstellung eines Geschäftsführers (20- bis 25-Prozent-Pensum), der den EWG-Verwaltungsrat entlasten soll, wurde ein Betrag von 25’000 Franken budgetiert.

Neues Mitglied in der RPK

Folgende Personen wurden für die Amtsdauer 2019/20 bestätigt: Willi Steiner als Delegierter im Kreisschulrat Urner Oberland, Präsident Patrick Imholz und Mitglied Peter Tresch-Köthe im Verwaltungsrat des EW Göschenen, Raimund Walker als Brunnenmeister-Stellvertreter sowie Präsident Gottfried Walker und Mitglied Veronika Regli in der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Als Ersatz für Beat Zgraggen wurde Patricia Mattli-Forrer in die RPK gewählt.

Zum Schluss der Versammlung orientierte Forstingenieur Urs Thali über die Instandstellungsarbeiten der Schutzbauten (Steinschlag und Schnee) in Göschenen. Diese Arbeiten laufen seit rund fünf Jahren in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für Forst und Jagd und der Bürgergemeinde Göschenen. Thali informierte weiter, dass beim heftigen Sturm vom Oktober im Gebiet Göschenen sonnseits rund 4000 bis 5000 Kubikmeter Windwurfholz angefallen sind. Die gefällten Bäume sollen ausgeflogen werden, um mögliche Folgeschäden zu verhindern.

Baumann und Rothenfluh geehrt

Gemeindepräsident Felix Cavaletti (Mitte) würdigte die Verdienste der beiden abtretenden Verwaltungsangestellten Walter Baumann (Gemeindeschreiber) und Daniela Rothenfluh (Gemeindeschreiber-Stellvertreterin). (Bild: PD, Göschenen, 30. November 2018)

Gemeindepräsident Felix Cavaletti (Mitte) würdigte die Verdienste der beiden abtretenden Verwaltungsangestellten Walter Baumann (Gemeindeschreiber) und Daniela Rothenfluh (Gemeindeschreiber-Stellvertreterin). (Bild: PD, Göschenen,
30. November 2018)

Abgeschlossen wurde die Versammlung mit der Würdigung der Verdienste von Gemeindeschreiber Walter Baumann. Er tritt Ende Januar nach 38-jähriger Tätigkeit in dieser Funktion und vorgängiger dreijähriger Lehrzeit in den Ruhestand. Ebenfalls mit bestem Dank verabschiedet wurde Daniela Rothenfluh, die 18 Jahre lang als Sachbearbeiterin und Gemeindeschreiber-Stellvertreterin tätig gewesen ist.