GÖSCHENEN: SAC räumt mit Altlasten auf

Bis vor rund dreissig Jahren hat der SAC seinen Müll bedenkenlos in den Alpen vergraben. Auf der Salbithütte entsorgen jetzt junge Helfer den alten Dreck.

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In dieser Woche haben Jugendliche bei der Urner Salbithütt mehrere Tonnen Blech, Glas und alte Batterien ausgegraben. Diese Abfälle werden nun fachgerecht entsorgt. (Bild: Anian Heierli / Neue UZ)

In dieser Woche haben Jugendliche bei der Urner Salbithütt mehrere Tonnen Blech, Glas und alte Batterien ausgegraben. Diese Abfälle werden nun fachgerecht entsorgt. (Bild: Anian Heierli / Neue UZ)

Der jungen Belgierin tropft der Schweiss von der Stirn. Lies Bollens trägt kesselweise Abfall aus einem breiten Erdloch, das versteckt zwischen Felsen mehrere Meter tief in den Boden hineinragt. Schlamm bedeckt ihr Gesicht. Und die Farbe der Kleidung ist vor lauter Schmutz teilweise kaum sichtbar.

Bollens hat in dieser Woche zusammen mit dreizehn weiteren Jugendlichen aus der Schweiz, Belgien und den USA ehrenamtlich für den Schweizer Alpen Club (SAC) gearbeitet. Bei der 2105 Meter über Meer gelegenen Salbithütte räumten sie zwei alte Abfallgruben aus. Die Aktion erfolgt im Rahmen des Projekts Work and Climb.

Als Lohn dürfen die jungen Helfer bei geführten Kletter- und Bergtouren mitmachen. Die Umgebung der SAC Hütte wirkt karg, unberührt und vor allem sauber. Doch sauber ist es dort erst jetzt. Bis 1984 hatten die Verantwortlichen der Hütte die Abfälle der Bergtouristen in der nahen Umgebung vergraben. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Salbithütte bildet diesbezüglich keine Ausnahme. Noch bis in die Achtzigerjahre waren solche Deponien normal – nicht nur in Berghütten, sondern auch in vielen Gemeinden.