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GÖSCHENEN: Theaterareal wird Arena für Schwingfest

Schwingerinnen aus der ganzen Schweiz sind am Samstag am Frauenkranzschwingfest dabei. Die Veranstaltung profitiert von Synergien mit dem Freilichtspiel «Göschenen am Meer».
Markus Zwyssig
Solch spannende Szenen wie am Eidgenössischen Schwingfest 2016 in Siebnen soll es am kommenden Samstag auch am Frauen-Kranzschwingfest in Göschenen geben. (Bild: René Nussbaumer (Siebnen, 24. September 2016))

Solch spannende Szenen wie am Eidgenössischen Schwingfest 2016 in Siebnen soll es am kommenden Samstag auch am Frauen-Kranzschwingfest in Göschenen geben. (Bild: René Nussbaumer (Siebnen, 24. September 2016))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Rund neunzig junge Frauen und Mädchen steigen am Samstag in Göschenen in die Hosen. Auf der Wiese in unmittelbarer Nähe des Geländes der Freilichtspiele «Göschenen am Meer» messen sie sich beim nationalen Frauenkranzschwingfest.

«Ursprünglich hätte man für die Zuschauer die grosse Tribüne der Freilichtspiele nutzen wollen», sagt Fränzi Scherer, Marketingfrau bei der Urner Kantonalbank (UKB). Sie wird selber als aktive Schwingerin beim Kranzschwingen im Einsatz stehen. Bei einem Augenschein vor Ort habe sich aber herausgestellt, dass der Boden, auf dem die Spieler ihr Theaterstück aufführen, zum Schwingen zu hart ist. «Die Unfallgefahr wäre zu gross», sagt Scherer. Daher weicht man auf die angrenzende Wiese aus. Dort entstehen nun die Sägemehlringe für das Schwingfest.

Bei den Jüngsten schwingen Buben mit

Die Arena für die Schwingerinnen muss zwar in Göschenen neu aufgebaut werden. «Wir können aber viele Synergien mit den Freilichtspielen nutzen», sagt Scherer. So kann die Rangverkündigung im Festzelt stattfinden. «Das erleichtert unsere Arbeit sehr. Denn ein eigenes Festzelt zu stellen, das ist mit viel Aufwand verbunden.» Die UKB-Angestellte bezeichnet die Zusammenarbeit zwischen dem OK des Frauen-Kranzschwingfests und demjenigen der Freilichtspiele als Glücksfall. «Es ist eine Win-win-Situation.» Das Frauenschwingfest profitiert dank der Freilichtspiele von zusätzlicher Publizität, und die Freilichtspiele haben am Samstag eine weitere Attraktion für ihre Besucher zu bieten. Denn die Aufführungen «Göschenen am Meer» finden am Samstag wie gewohnt statt.

Das Schwingfest beginnt am Samstagmorgen um 10 Uhr und dauert bis zirka 16 Uhr. Es werden sechs Gänge ausgetragen. Mit dabei sind insgesamt knapp 90 Schwingerinnen aus der ganzen Schweiz. 40 von ihnen sind Aktive, die älter als 16 Jahre sind.

«Schwingen ist bei den Jungen sehr beliebt», sagt Scherer. «Das zeigt allein schon die Tatsache, dass 45 Jungschwingerinnen gemeldet sind.» Diese treten in drei Kategorien (13 bis 15 Jahre, 10 bis 12 Jahre sowie «Zwärgli», die 9 Jahre und jünger sind). In der Kategorie der «Zwärgli» kämpfen auch bis 7 Jahre alte Knaben mit den Mädchen um den Sieg.

Fränzi Scherer hat im vergangenen Jahr ihren ersten Kranz gewonnen. Der 26-jährigen Entlebucher Schwingerin gefällt es im Kanton Uri. Sie arbeitet nicht nur in Altdorf, sondern wohnt auch seit vier Jahren im Kanton Uri. Die UKB ist Hauptsponsorin der Freilichtspiele «Göschenen am Meer». Fränzi Scherer half dem Trägerverein der Freilichtspiele, dem Kulturforum Andermatt Gotthard, die notwendigen Kontakte für das Frauenschwingfest herzustellen.

«Schwingen boomt», sagt Scherer. Trotzdem sei das Frauenschwingen halt immer noch eine Randsportart. «Wir haben aber auch von der steigenden Beliebtheit profitiert», so Scherer. «Auch bei den Frauen hat die Sportart stark an Akzeptanz gewonnen.» Ein gutes Aushängeschild sei Sonia Kälin. Die amtierende Schwingerkönigin habe eine athletische Figur. Auch sie wird ihr Können in Göschenen unter Beweis stellen.

Gabentempel ist rund 10000 Franken wert

Ausgelacht, weil sie Schwingerin sei, werde sie auch von ihren männlichen Kollegen nicht. «Ich erlebe deswegen sehr wenig Negatives», sagt Scherer. Im Gegenteil: Sie pflegt einen guten Austausch mit ihren männlichen Schwingerkollegen. So trainiert sie denn auch zwischendurch im Schwingklub Erstfeld. Starten wird sie am Samstag aber für den Schwingklub Entlebuch. Fränzi Scherer schwingt aber nicht nur selber mit. Sie hilft auch beim Organisieren. So hat sie zusammen mit der Schwingerin Carmen Inderbitzin aus Arth einen schönen Gabentempel im Wert von 10000 Franken zusammengetragen.

Bereits das vierte Urner Frauen-Kranzschwingfest

Frauenschwingen ist im Kanton Uri seit den 1990er-Jahren ein Thema. 1997 fand der erste Frauenschwinget auf dem Urnerboden statt. 2001 kam es zur Zweitauflage. Und 2009 fand im Brunnital hinter Unterschächen der erste Frauen- und Meitlischwinget im Rahmen des Open Airs «Rüchä Rock» statt. Pia Gisler-Arnold wurde als erste Urnerin Schwingerkönigin. Anschliessend galt ihre Cousine Jeanette Burri-Arnold als Aushängeschild des Frauenschwingens. Sie holte sich vier Mal den Titel der Schwingerkönigin.

Entgegen dem schweizerischen Trend ist es im Kanton Uri im Frauen-Schwingsport etwas ruhiger geworden. Aber wer weiss: Vielleicht bringt ja das vierte in Uri stattfindende Frauen-Kranzschwingfest vom Samstag in Göschenen die Wende. Franziska Scherer jedenfalls versprüht viel Enthusiasmus.

Hinweis

Das Frauenkranzschwingfest in Göschenen findet am kommenden Samstag, 15. Juli, von 10 bis 16 Uhr statt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

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