GÖSCHENEN: Vergessener Autor lebt wieder auf

Ernst Zahns Bücher gehörten einst zu den Bestsellern der Schweiz. An seinem 150. Geburtstag diese Woche ist sein Geist bei einem Live-Hörspiel im Bahnhofbuffet Göschenen wieder aufgeflackert.

Florian Arnold
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Das Live-Hörspiel wird an Zahns 150. Geburtstag in Göschenen aufgeführt. Es musizieren und lesen (von links) Daniel Vetter, Sandra Lussmann, Walter Sigi Arnold und Thomy Truttmann. (Bild: Florian Arnold (Göschenen, 26. Januar 2017))

Das Live-Hörspiel wird an Zahns 150. Geburtstag in Göschenen aufgeführt. Es musizieren und lesen (von links) Daniel Vetter, Sandra Lussmann, Walter Sigi Arnold und Thomy Truttmann. (Bild: Florian Arnold (Göschenen, 26. Januar 2017))

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Er war Gemeindepräsident und Landrat von Göschenen. Wie er das Bahnhofbuffet an der Gotthardbahn-Strecke führte, war legendär. Und die Volksbücher, die er schrieb, verkauften sich teilweise bis zu 500000-mal. Doch heute sagt der Name Ernst Zahn nur noch den wenigsten etwas. Am vergangenen Dienstag wäre er 150 Jahre alt geworden.

Am Ort seines Wirkens, dem Bahnhofbuffet Göschenen, wurde nun dieser Geburtstag gefeiert – und zwar mit Zahns Roman «Albin Indergand» in Form eines Hörspiels. Es handelt sich dabei um eine Produktion des Theaters Uri, das damit in Göschenen auf Gastspiel ging. Gut 100 Personen wurden von der kulturellen Veranstaltung angezogen. Die Stimmung war so mystisch, dass man glauben konnte, Zahns Geist wäre im Saal anwesend.

Bewegende Geschichte mit subtilem Hintergrund

Die Leinwand zeigt Bilder von schroffen Felsen umhüllt mit schaurigen Nebelschwaden. Darüber legen sich die warmen Klänge des Cellos, die gemeinsam mit den eingespielten Geräuschen ab Band für eine dezente Atmosphäre sorgen. Ein idealer Hintergrund für die Originalpassagen aus dem Buch sowie die Dialoge, die von Heinz Keller in Mundart übersetzt wurden.

«Albin Indergand» erzählt die Geschichte eines Bauernsohns, der dabei zusehen muss, wie sein Vater einen Wildhüter ums Leben bringt. Unter diesen Voraussetzungen seinen Lebensweg zu finden, ist nicht einfach. Unterstützung erhält Albin vom Dorfpfarrer, welcher der Einzige zu sein scheint, der an den Buben glaubt. Denn von der Gesellschaft des Bergdorfes Anderhalden wird er geächtet. Hoffnung schöpft Albin, als die Revolutionskriege zu toben beginnen. Im Kampf will er sich beweisen.

Der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold führt als Erzähler durch die Geschichte und leiht verschiedenen Nebenrollen seine Stimme. «Albin Indergand» wird von Daniel Vetter aus Bürglen gelesen, der gleichzeitig Cello spielt. Die Stimme des Pfarrers übernimmt der Urner Schauspieler Thomy Truttmann. Diverse Frauenrollen spricht die Altdorferin Sandra Lussmann. Buschi Luginbühl hat das Hörspiel inszeniert.

Das Live-Hörspiel wird nochmals gezeigt am 27. und 28. Oktober in Meggen sowie am 1. September an den Literaturtagen Rigi. Infos gibt es zu gegebener Zeit unter www.theater-uri.ch .