GOTTHARD-BASISTUNNEL: Tückischer Fels ist fast besiegt

Ein Tunnel sei dort kaum realisierbar, befürchteten Geologen. Jetzt ist die schwierige Passage bei Faido fast durchbrochen. Doch es bleiben noch Hürden.

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Ein Tunnelarbeiter bedient die Bohrmaschine. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Ein Tunnelarbeiter bedient die Bohrmaschine. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Wegen des hohen Wasserdrucks und des sandigen Steins im oberen Bereich ist die Piora geologisch eine anspruchsvolle Zone und galt als Risiko für den Tunnel.

Schon 1994 kam es vor der Abstimmung über die Finanzierung der Neat zu einem Expertenstreit - unter anderem wegen der Piora. Denn einige Geologen befürchteten, ein Tunnel sei dort nicht machbar.

Durchbruch in einer Woche
Jetzt ist es fast geschafft: Drei Viertel der 150 Meter langen Oströhre der Pioramulde sind ausgehöhlt, in rund einer Woche dürfte die Passage ganz durchbohrt sein, schätzen die Bauführer. Pro Tag komme man etwa 10 Meter voran. Stefano Pedrazzini, Chefbauleiter Bodio/Faido, warnt jedoch vor zu grosser Euphorie: «Ein gesunder Respekt vor dieser Zone bleibt angebracht.»

Damit sich die Tunnelbohrmaschine bei den hohen Druckverhältnissen in der Mulde nicht verklemmen kann, wurden hinter dem Bohrkopf Stahlringe eingebaut. Ebenfalls hinter dem Bohrkopf wird die Tunnelwand mit Spritzbeton versiegelt.

Insgesamt 153 Kilometer Ausbruch
Während man im Osttunnel fast durch ist, erreicht die Bohrmaschine im Westtunnel laut den Bauführern die Mulde erst im ersten Quartal 2009.

Insgesamt befänden sich die Bauarbeiten auf der Gotthardachse auf Kurs, so die AlpTransit Gotthard AG. Bis Anfang Oktober hatten die Arbeiter 118,4 Kilometer an Tunneln, Schächten und Stollen ausgebrochen - 77 Prozent der geplanten 153,5 Kilometer Ausbruch. Der Gotthard-Basistunnel - mit 57 Kilometern der längste Tunnel der Welt - soll Ende 2017 eröffnet werden.

Sarah Hadorn

Die ausführliche Reportage lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.