GOTTHARD: Komitee übt harsche Kritik an der Regierung

Für das Urner Komitee Ja zu einer sinnvollen Sanierung des Strassentunnels «versteigt sich die Regierung zu Falschaussagen». Dieses Verhalten sei beschämend.

Bruno Arnold
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Die Meinungen zum Bau einer zweiten Gotthardröhre 
gehen in Uri auseinander. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Die Meinungen zum Bau einer zweiten Gotthardröhre gehen in Uri auseinander. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Bruno Arnold

«Soll der Gotthard-Strassentunnel ohne zweite Tunnelröhre saniert werden, drohen im Rynächt überdimensionierte und teure Verladeanlagen für den Schwerverkehr», schreibt das Urner Komitee Ja zu einer sinnvollen Sanierung des Gotthard-Strassentunnels. «Eine Fläche von mehr als zehn Fussballfeldern muss im engen Talboden verbaut werden.»

Kosten in die Höhe getrieben

Die Urner Regierung sei sich bewusst, dass eine solche Lösung bei den Urnern nicht mehrheitsfähig sei. Wohl deshalb verstricke sie sich in Falschaussagen und Forderungen nach zusätzlichen Verladeanlagen in den Kantonen Zug, Aargau und in Basel. «Diese helfen den Urnern nicht, sondern treiben einzig die Kosten in die Höhe», heisst es in der Mitteilung. «Das Verhalten der Urner Regierung ist beschämend. Sie lehnt die sinnvolle Sanierung des Tunnels mit einer zweiten Röhre ab. Die Konsequenzen ihres verantwortungslosen Handelns sollen andere Kantone ausbaden.»

Verschleuderung von Steuergeldern

«In sämtlichen vom Bund durchgerechneten Verladevarianten sind die Verladestationen möglichst nahe am Tunnelportal, damit die Kosten nicht ungebremst in die Höhe schiessen», hält das Komitee weiter fest. «Mit nochmals bis zu vier zusätzlichen Verladestationen wird das von der Urner Regierung geforderte System noch komplizierter und teurer. Die Urner Regierung verschleudert mit ihrem Widerstand gegen die zweite Gotthard-Röhre Steuergelder für ein untaugliches und ungenügendes Konzept. Ihre Forderungen kosten mehr als der Bau einer zweiten Röhre.»

Aber nicht nur bei den Kosten leiste sich die Regierung Aussagen, die den Fakten nicht standhielten. In der Beantwortung der Parlamentarischen Empfehlung von Landrat Matthias Steinegger (FDP, Flüelen) versteige sich die Regierung zu offensichtlichen Falschaussagen. «Die heutige Kapazitätsbegrenzung durch das Tropfenzählersystem wäre in Gefahr und würde zu Mehrverkehr auf der Strasse führen», sei dort zu lesen. «Das ist schlicht falsch», so das Komitee. «Das Tropfenzählersystem würde mit der Sanierung gemäss Bundesrat sogar im Gesetz verankert.» In Artikel 3 a, Absatz 3 des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet (Sanierung Gotthard-Strassentunnel), über den das Volk am 28. Februar abstimme, heisse es: «Für den Schwerverkehr durch den Gotthard-Strassentunnel ist ein Dosiersystem einzurichten.» Damit diskreditiere die Regierung ihren Bericht und ihre Haltung bei der Gotthard-Sanierung gleich selber, glaubt das Urner Komitee.

«Die mit Abstand beste Variante»

«Wir setzen uns für eine nachhaltige Sanierung ein, ohne dass im Kanton Uri die besten Böden über Jahrzehnte verschandelt werden. Der Bau einer zweiten Röhre ist verkehrstechnisch, ökonomisch und ökologisch die mit Abstand beste Variante», betont das Urner Komitee einmal mehr.