GOTTHARD: Komitee wirbt mit neuem Video

Die Gegner einer zweiten Röhre zeigen in einem Film ein neues Szenario. Die Verladestation brauchte weniger Platz als vermutet.

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red. Für den Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» ist klar: Während der Sanierung des Gotthard-Strassentunnels stehen genügend Kapazitäten für einen Bahnverlad zur Verfügung, ohne dass ein zweiter Strassentunnel gebaut werden muss. Dies wird nun mit einem kurzen Animationsfilm deutlich gemacht. Für die Installation der Verladeterminals werde weniger Fläche gebraucht, als die Befürworter einer zweiten Röhre behaupten, schreibt der Verein in einer Medienmitteilung.

«Fatale Auswirkungen»

«Eine Sanierung ohne zweite Röhre ist machbar und für Uri die beste Lösung», schreibt der Verein. Ein zweiter Strassentunnel am Gotthard habe für den Kanton Uri fatale Auswirkungen. «Die Lastwagenlobby der Schweiz und der EU würden die Öffnung aller vier Spuren vorantreiben. Damit würde sich der Verkehr insbesondere der Lastwagenverkehr – verdoppeln, und der Kanton Uri würde unter noch mehr Belastungen leiden.» Im Animationsfilm wird nun demonstriert, wie die Sanierung ohne zweite Gotthard-Strassenröhre funktionieren könnte.

Als Kernelement der Sanierungsvariante ohne zweiten Strassentunnel erachtet der Verein den funktionierenden Bahnverlad: Für Personenwagen soll für die Sanierungszeit ein Autoverlad durch den bestehenden Scheiteltunnel zwischen Göschenen und Airolo eingerichtet werden. Dieser sei bereits vor der Eröffnung des Strassentunnels in den 80er-Jahren als Autoverlad genutzt worden. «Ein Teil der Infrastruktur ist sogar noch vorhanden», weiss der Verein.

Güterverkehr wird aufgeteilt

«Damit genügend Kapazitäten auf der Bahn zur Verfügung stehen, wird die Sanierung in den verkehrsarmen Wintermonaten durchgeführt, im Sommer ist der Strassentunnel offen für den Verkehr», so das mögliche Szenario. Das Verladen des Güterverkehrs würde aufgeteilt: Einerseits würden die Transitlastwagen bereits an den Grenzen der Schweiz (in Basel und Chiasso) auf die Schiene verladen. Andererseits kann der Schweizer Binnen-Güterverkehr mit einer sogenannten Kurz-RoLa zwischen Erstfeld und Biasca bewältigt werden. «Aufgrund der geringen Verkehrsmenge reichen hierfür kleine Verladestationen», sagt der Verein. «Dank der bereits bestehenden Infrastruktur in Göschenen, den zusätzlichen Verladeanlagen an den Grenzen in Basel und Chiasso wird in den Kantonen Uri und Tessin viel weniger Platz für den Bahnverlad gebraucht, als von den Befürwortern behauptet wird.»

Heute durchqueren jährlich 820 000 Lastwagen den Gotthard-Strassentunnel. Mit dem neuen Neat-Basistunnel, welcher im nächsten Jahr eröffnet wird, können bis zu einer Million Lastwagen verladen transportiert werden.