GOTTHARD: Professor: «Tunnel-Gebühr ist sinnvoll»

50 Franken für eine Einzelfahrt? Dann verschwinde der Stau am Gotthard, sagt ein Experte.

Drucken
Teilen
In 10 bis 15 Jahren steht die Totalsanierung des Gotthard Strassentunnels an. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

In 10 bis 15 Jahren steht die Totalsanierung des Gotthard Strassentunnels an. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

75 Prozent der Urner können sich mit einer Tunnelgebühr anfreunden, wie eine repräsentative Umfrage der Neuen Luzerner Zeitung zeigt. Das Hauptargument: Es hat zu viel Stau.

Reiner Eichenberger befasst sich seit Jahren mit Road-Pricing. Er geht davon aus, dass ein zweiter Durchstich rund 3 bis 5 Milliarden Franken verschlingen würde. Nun wartet der Freiburger Wirtschaftsprofessor mit einer brisanten Idee auf: Die Stauverursacher sollen zur Kasse gebeten werden, nach seinen Berechnungen mit 300 Franken pro Einzelfahrt.

Der Tunnelneubau hätte laut Eichenberger rund 150 Millionen Franken Zinskosten zur Folge. «Rechnet man 50 Stautage mit je 10 000 Fahrzeugen mehr als an einem gewöhnlichen Tag, kommt man auf Verursacherkosten von 300 Franken pro Einzelfahrt», sagt Eichenberger – womit die 150 Zinsmillionen beglichen wären. Weil aber niemand breit sei, so viel zu bezahlen, gäbe es eben auch keinen Stau vor dem Portal. «Eine Gebühr ist also in jedem Fall sinnvoll. Dann bräuchte es aber gar keine zweite Röhre mehr. Bereits bei 50 Franken verschwände der Stau auch bei einer Tunnelröhre.» Und: «In der Folge könnte man den Autofahrern das Geld via gesenkten Motorfahrzeugsteuern zurückerstatten.»

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.