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GOTTHARD: Prunk wird in Szene gesetzt

Der Schatz ist wieder da, wo er eigentlich herkommt: Der Riesenfund von Franz von Arx und Elio Müller ist nun im Innern des Gotthardmassivs montiert.
Strahler Franz von Arx bringt die Kristalle in Position (Bild: Anian Heierli)

Strahler Franz von Arx bringt die Kristalle in Position (Bild: Anian Heierli)

Anian Heierli

«Langsam, langsam, langsam», mahnt Strahler Franz von Arx, der jeden Handgriff seiner Helfer genau verfolgt. Gerade sind vier kräftige Männer dabei, einen 500 Kilogramm schweren Bergkristall auf einem Rollwagen zu befestigen. Mit Schaumstoff, Spannsets, Keilen und Holzbrettern wird die zerbrechliche Ladung von allen Seiten her gesichert. Ein Fehler hätte fatale Folgen und würde teuer zu stehen kommen. Die gesamte Kristallgruppe, zu welcher der Stein gehört, hat einen Wert von mehreren Millionen Franken. Abgesehen davon ist der Seltenheitswert noch weit höher: So gehört der massive Riesenkristall zu den grössten je im Alpenraum gefundenen Kristallen. 2008 haben die beiden Urner Strahler Franz von Arx und Elio Müller die Riesenkristalle in einer Kluft am Planggenstock entdeckt.

Am 4. Juni wird geöffnet

Gestern wurden die insgesamt 1,5 Tonnen schweren Kristalle auf den Gotthard verfrachtet. Dort ist der Schatz das neue Prunkstück des Museums Sasso San Gottardo, das sich in einer stillgelegten Artilleriefestung mitten im Gotthard befindet. Am 4. Juni wird die Festung für Besucher geöffnet.

Von Arx ist die Anspannung anzumerken. Kurz nach 8 Uhr morgens laden die Helfer die wertvollen Kristalle mit einem Kran ab und verstauen diese auf Rollwagen, um sie anschliessend ins Innere der Festung zu transportieren. «Das Unterfangen ist heikel», so von Arx. «Die Kristalle sind in den vergangenen 16 bis 18 Millionen Jahren zusammengewachsen. Bei einem Sturz oder einer heftigen Erschütterung könnten die einzelnen Kristallgruppen auseinanderbrechen.» Deshalb rollen die Helfer die Wagen mit den Riesenkristallen einzeln durch den Stollen der stillgelegten Festung. Ihr Ziel liegt ungefähr 800 Meter tief im Berg. Dort installieren sie die Kristalle in einem hohen Felsengewölbe so, wie sie von den Strahlern gefunden worden sind.

Käufer will anonym bleiben

«Dass die Funde hier oben ausgestellt werden, ist für mich ein gutes Gefühl», sagt von Arx. «Jetzt kann jeder die schönen Kristalle bewundern.» Und das ist keinesfalls selbstverständlich, da ein privater Sammler die Kristalle gekauft hat. Der Käufer will anonym bleiben, und über den bezahlten Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Der anonyme Käufer stellt die Steine jedoch der Museumsstiftung Fondazione Sasso San Gottardo kostenlos zur Verfügung. Der vereinbarte Leihvertrag gilt für die kommenden fünf Jahre.

Quarze glitzern in allen Farben

Im Festungsinnern bringen von Arx und Müller die Kristalle nach ihrem Geschmack in Position. Da die einzelnen Steine auf beweglichen Holzplatten mit Kugelrädern liegen, lassen sie sich leicht verschieben. Im Scheinwerferlicht schimmern die Kristalle je nach Betrachtungswinkel in den unterschiedlichsten Farben. «Es sind helle Rauchquarze», erklärt von Arx. Diese seien typisch für die Region.

Nach einem harten Arbeitstag können die beiden Strahler und ihre Helfer aufatmen. Der Transport ist geglückt, die Kristalle sind heil geblieben. Jetzt steht der Eröffnung der unterirdischen Glitzerwelt tief im Innern des Gotthards nichts mehr im Wege.

Auf dem Gotthard werden die Riesenkristalle abgeladen (Bild: Urs Hanhart)

Auf dem Gotthard werden die Riesenkristalle abgeladen (Bild: Urs Hanhart)

Die Helfer schieben den Jahrhundertfund tief in den Berg (Bild: Urs Hanhart)

Die Helfer schieben den Jahrhundertfund tief in den Berg (Bild: Urs Hanhart)

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