Gotthard-Raststätte: Keine Dividende trotz Top-Abschluss

Das Unternehmen macht Rücklagen für die aktuellen grossen Ausfälle. Gerechnet wird, dass die Krise nicht besonders rasch vorbeigeht.

Florian Arnold
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Die Eingangshalle der Gotthard-Raststätte bei der Eröffnung 2018.

Die Eingangshalle der Gotthard-Raststätte bei der Eröffnung 2018.

Bild  Urs Hanhart

Über 1,5 Millionen Franken hat die Gotthard-Raststätte 2019 Gewinn geschrieben. «Im Hinblick auf die ausserordentliche Lage infolge der Coronavirus-Pandemie hat der Verwaltungsrat zur Sicherung der Liquidität und des Fortbestandes der Raststätte entschieden, die Dividende auszusetzen, um Reserven für das Jahr 2020 zu schaffen», heisst es im nun erschienenen Jahresbericht. «Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Ertragslage nach dem Ende des Lockdowns rasch erholen wird.»

Oberste Priorität habe nun die Sicherstellung der Liquidität. Die Umsätze in den Shops und an den Tankstellen seien massiv eingebrochen. «Es wurden sehr früh Massnahmen eingeleitet, um die Kosten zu reduzieren.» Bereits Anfang März wurde Kurzarbeit beantragt. Die Ertragsausfälle durch die Schliessung der Restaurants sind zu einem grossen Teil versichert. Auch findet aufgrund der Coronapandemie die Generalversammlung am 9. Juni um 11 Uhr unter besonderen Bedingungen statt: Die Aktionäre können nicht teilnehmen, ihre Stimme aber schriftlich abgeben.

Schliessung in Stalvedro hat positiven Einfluss

Wie das gute Ergebnis vermuten lässt, hat das Unternehmen ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Die Gotthard-Raststätte erarbeitete insgesamt einen Betriebsertrag von 28,2 Millionen Franken. Das ist eine Steigerung von 22,1 Prozent. Über 1,75 Millionen Gäste besuchten 2019 die Gotthard-Raststätte. Auf der neuen Anlage in Fahrtrichtung Süd sind die Besucherzahlen um 10 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel gestiegen. Die Umsätze konnten in allen Bereichen – zum Teil markant – gesteigert werden. «Das hohe Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr ist auf das erste volle Betriebsjahr unserer neuen Raststätte in Fahrtrichtung Süd sowie auf die Schliessung der Raststätte Stalvedro seit April 2019 in Fahrtrichtung Nord zurückzuführen», so die Erklärung. Gewachsen ist die Zahl asiatischer Gäste.

In den Restaurants der Gotthard-Raststätte wuchs der Umsatz von 7,8 auf über 9 Millionen, eine Steigerung von 16 Prozent in Fahrtrichtung Nord und 13,6 in Fahrtrichtung Süd. In den Shops konnte der Umsatz von 6,5 auf 7,8 Millionen gesteigert werden, ein Plus von 21 Prozent. Erstmals konnten regionale Produkte im Wert von über 1 Million verkauft werden. Auch im Tankstellen-Geschäft profitierte die Raststätte von der Schliessung des Tessiner Pendants Stalvedro. In Fahrtrichtung Nord resultierte beim Treibstoffabsatz ein Plus von über 40 Prozent. In Fahrtrichtung Süd stieg der Treibstoffabsatz um 9,2 Prozent. Insgesamt wurden an den Tanksäulen der Gotthard-Raststätte 5,4 Millionen Liter Treibstoff getankt (Vorjahr: 4,2).

Seerestaurant schlägt den Rekordumsatz erneut

Das Seerestaurant in Seedorf, das ebenfalls dem Unternehmen gehört, konnte nun zum sechsten Mal in Folge einen Rekordumsatz erzielen. «Dies, obwohl der Sommer 2019 weniger Schönwettertage mit sich brachte», heisst es im Bericht. Der Umsatz belief sich auf 1,16 Millionen.

Neu Teil des Unternehmens ist «Uristier Event & Catering». Die kurzfristig erfolgte Übernahme im Juni 2019 sei gut verlaufen. Das Restaurant Zum Schwarzen Uristier erhalte positive Rückmeldungen. Auch erste Caterings seien erfolgreich durchgeführt worden. Der Umsatz von 388000 Franken entsprach den Erwartungen.

«Die Investition in leistungsfähige Ladestationen für Elektroautos hat sich als richtig erwiesen», schreibt der Verwaltungsrat. Innert Jahresfrist habe sich die Anzahl der Ladungen an den Raststätte-Stationen annähernd verdoppelt. «Die Automobilindustrie setzt zunehmend auf die Elektromobilität.»