GOTTHARD: Uri sieht Ursprungsidee der NEAT in Gefahr

Die Tessiner Kantonsregierung begrüsst den Entscheid des Nationalrats, einen zusätzlichen Gotthard-Strassentunnel zu bauen. Im Kanton Uri hofft man nun auf eine eidgenössische Volksabstimmung. Beide Kantone argumentieren mit der NEAT.

Drucken
Teilen
Nordportal des Gotthard-Tunnels in Göschenen (Bild: Keystone)

Nordportal des Gotthard-Tunnels in Göschenen (Bild: Keystone)

Die zweite Röhre sei für den nationalen Zusammenhalt ebenso wichtig, wie für die Sicherheit des Strassenverkehrs auf der viel befahrenen Nord-Süd-Achse, schreibt die Tessiner Kantonsregierung am Mittwochabend in einer Medienmitteilung.

Ab 2030 dürfe sich das Verkehrsaufkommen trotz zwei Röhren auf keinen Fall erhöhen. Deshalb spreche sich das Tessin für einen einspurigen Betrieb in beiden Röhren aus.

Die «rollende Landstrasse» kann laut Tessiner Regierung den Strassenverkehr nicht ersetzen. Trotzdem misst die Kantonsregierung der Schiene eine hohe Bedeutung zu.

Schon jetzt würden gut zwei Drittel aller Güter mit dem Zug durch den Gotthard transportiert. Mit dem Gotthard-Basistunnel werden laut der Regierung künftig auch mehr Personen den Zug benützen, was die Strasse entlasten werde.

Kanton Uri sieht Ursprungsidee der NEAT in Gefahr

Die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene - eine der Ursprungsideen der NEAT - sieht die Urner Regierung mit dem Nationalratsentscheid von heute in Gefahr. Schon 2011 habe sich das Urner Stimmvolk aus diesem Grund gegen eine zweite Gotthard-Röhre ausgesprochen, sagte Frau Landammann Heidi Z'graggen (CVP) gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Urner Regierung hoffe nun, dass die Schweizer Bevölkerung bei einer Referendumsabstimmung die Möglichkeit erhalten werde, über den Bau der zweiten Röhre zu entscheiden, sagte Z'graggen.

Ihr Regierungskollege Markus Züst (SP) sagte in der Sendung «Schweiz aktuell» von SRF, dass der Entscheid zugunsten einer zweiten Röhre erwartet werden musste. Er habe selbst innerhalb des Kantons Uri wahrgenommen, dass die Zahl der Befürworter zugenommen habe. Vor allem die Jüngeren würden mit der Mobilität anders umgehen, als die Älteren.

sda