GOTTHARD: Urner Verkehrspolizei ist für zweite Röhre

Die Urner Verkehrspolizei ist für eine zweite Gotthardröhre. Das bringt die Regierung in Bedrängnis.

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Die Diskussion um die zweite Röhre ist mit der Stellungnahme der Kantonspolizei neu angeheizt worden. (Bild: Keystone)

Die Diskussion um die zweite Röhre ist mit der Stellungnahme der Kantonspolizei neu angeheizt worden. (Bild: Keystone)

bar. Bisher gab es nichts zu rütteln: Der offizielle Kanton Uri war stets dezidiert gegen den Bau eines zweiten Strassentunnels am Gotthard. Das hat die Urner Regierung immer betont - zuletzt anlässlich der Vernehmlassung zum bundesrätlichen Konzept über die Sanierung des Gotthardtunnels. Für dieses Konzept war auch die Urner Polizei zu einer Stellungnahme eingeladen. Und diese sieht ganz anders aus als die regierungsrätliche Antwort: «Die Kantonspolizei Uri spricht sich aus Sicherheitsgründen klar für eine Richtungstrennung im Gotthard-Strassentunnel aus», heisst es. Und: «Diese Richtungstrennung kann nur mit einer zweiten Röhre herbeigeführt werden.» Unterzeichnet wurde die Stellungnahme vom früheren Luzerner FDP-Kantonsrat Damian Meier, der heute Chef der Bereitschafts- und Verkehrspolizei Uri ist.

«Politisch brisant»

«Der Regierungsrat hatte keine Kenntnis vom Inhalt der Stellungnahme», kritisiert der Urner Landammann Josef Dittli. Dass sich die Polizei zu Sicherheitsaspekten äussere, sei zwar in Ordnung. Die Stellungnahme beinhalte aber auch eine politische Aussage. «Zweifellos hat das Ganze eine gewisse politische Brisanz, zumal die Stellungnahme der Kantonspolizei effektiv Äusserungen enthält, die als politische Wertung aufgefasst werden können», so Dittli. Bei hochpolitischen Themen wie dem Gotthardtunnel dürfe es nicht vorkommen, dass untergeordnete Ämter solche Wertungen vornähmen.

Das Interview mit Regierungsrat Josef Dittli lesen Sie am Donnerstag in der Neuen UZ und im E-Paper.

HINWEIS:
Die Vernehmlassung im Wortlaut »