Gotthard wird für Verkehr zeitweise gesperrt

Ab Donnerstag müssen Autofahrer an den Vormittagen mit einer zeitweisen Sperrung des Gotthard-Strassentunnels und der Gotthard-Passstrasse rechnen. Zu diesen Zeiten sind die Verkehrswege dem Gefahrguttransport vorbehalten.

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Ab dem 21. Juni rollen pro Tag ein Mal Konvois mit Gefahrengut durch den Gotthardtunnel. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Ab dem 21. Juni rollen pro Tag ein Mal Konvois mit Gefahrengut durch den Gotthardtunnel. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Unter strengen Auflagen darf ein Teil der Gefahrguttransporte ausnahmsweise und nur zu bestimmten Zeiten durch den Gotthard-Strassentunnel und über den Gotthardpass erfolgen. Mit dieser befristeten Ausnahmeregelung reagiert das Bundesamt für Strassen (Astra) auf Engpässe infolge der gesperrten Gotthard-Bahnstrecke.

Im Normalbetrieb ist der Gotthard-Strassentunnel für gefährliche Güter gesperrt. Auf der Passstrasse sind keine Sattel- und Anhängerzüge zugelassen.

Die Ausnahmeregelung tritt am Donnerstag in Kraft und wird nur unter strengen Auflagen gewährt, wie das Astra am Mittwoch mitteilte. Sie gilt ausschliesslich für die Versorgung des Kantons Tessin, des Misox sowie des Kantons Uri. Aus Sicherheitsgründen muss sich der übrige Verkehr deshalb zeitweise gedulden.

Kurze Tunnel- und Strassensperrungen

Sattelzüge mit gefährlichen Gütern erhalten demnach einmal pro Tag in beide Richtungen ein Zeitfenster, um den Gotthard- Strassentunnel zu durchqueren. Der Konvoi in Richtung Süden startet jeweils um 9.30 Uhr. Der Tunnel ist ab diesem Zeitpunkt 50 Minuten lang für den übrigen Verkehr gesperrt.

Anschliessend wird der Tunnel 40 Minuten lang geöffnet, bevor der Konvoi um 11 Uhr in Airolo in Richtung Norden startet; der Tunnel wird dann erneut für 50 Minuten gesperrt. Lässt das Verkehrsaufkommen die Sperrung des Tunnels nicht zu, erhalten diese Sattelzüge die Erlaubnis, über den Pass zu fahren - ebenfalls im Konvoi. Fährt der Konvoi über den Pass, muss jeweils die Strasse durch die Schöllenen-Schlucht für maximal 40 Minuten für den anderen Verkehr gesperrt werden.

Transporte mit Anhängern sind weiterhin nicht zugelassen. Die entsprechenden Transporteure sind gehalten, die Fracht zu teilen.

Ein Personenzug fährt am 3. Juli wieder über die Gotthard-Strecke. (Bild: Keystone)
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Einer der ersten Züge unterwegs Richtung Süden. (Bild: Keystone)
Zweimal 170 Meter Schienen wurden samt dem Schotterbett komplett ausgetauscht. Zudem mussten vier neue Mastfundamente betoniert und die Fahrleitungen erneuert werden. (Bild: Keystone)
Bis der Güterverkehr wieder normal unterwegs sein wird, dürfte es jedoch noch einige Tage dauern. (Bild: Keystone)
Die Bahnstrecke ist frei. (Bild: Keystone)
Die letzten Arbeiten am 170 Meter langen beschädigten Trassee konnten am Montagmorgen abgeschlossen werden. (Bild: Keystone)
Die Schienen sind repariert. (Bild: Keystone)
Im Bahnhof Erstfeld stehen die Züge bereit zur Fahrt in Richtung Süden. (Bild: Keystone)
Bis die letzten Arbeiten abgeschlossen sind - dazu gehört auch der Einbau von Sensoren -, dürfte es Ende August werden. (Bild: Keystone)
Neben Netzen und Matten wurde der Hang auch mit Sensoren ausgerüstet, welche Bewegungen und Steinschläge melden. (Bild: Keystone)
Der gesamte Streckenunterbruch dürfte mit 10 bis 20 Millionen Franken zu Buche schlagen. Welche Kosten durch Versicherungen gedeckt werden könnten und ob Schadenersatz bezahlt werden muss, ist nach Angaben der SBB noch offen. (Bild: Keystone)
Am 30. Juni laufen die letzten Arbeiten vor der Öffnung der SBB-Gotthardlinie. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Am 30. Juni laufen die letzten Arbeiten vor der Öffnung der SBB-Gotthardlinie. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. (Bild: SBB)
Bild: SBB
Bild: SBB
Bild: SBB
Bild: SBB
Am 21. Juni montieren Felstechniker über dem gesprengten Felsen Steinschlagnetze. (Bild: Keystone)
2000 Kubikmeter donnern ins Tal. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Gewaltige Gesteinsmasen donnerten zu Tal. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Die Sprengung ist erfolgt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Der Chef der Firma Gasser, Thomas Gasser, betrachtet die gesprengten Felsmassen. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Der Fels donnert ins Tal. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Aufräumen am Fels. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Nur wenig Geröll donnerte bis auf die mit Schutzmatten abgedeckten die SBB-Geleise. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Vor der Sprengung am 16. Juni (links) und nach der Sprengung am 18. Juni. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Nach der Sprengung wird der Fels überprüft. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Thomas Gasser überwacht die Sprengung aus der Ferne. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
2000 Kubikmeter Feld werden weggesprengt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Letzte Vorbereitungen vor der Sprengung. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Kurz nach der Sprengung begutachten Geologen den Hang. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Das Medieninteresse ist gross. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
60 Personen verfolgen die Sprengung vor Ort. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Das Medieninteresse ist gross. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Medienschaffende positionieren ihre Kameras. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Das Schweizer Fernsehen (hier Oliver Bono) überträgt live. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Abdeckmatten werden mit einem Helikopter auf die Bahngeleise gelegt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Arbeiter hängt die Abdeckmatten ans Seil des Helikopters. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Am 16. Juni bringt der Helikopter im Minutentakt die Abdeckmatten. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Warnung beim Felssturzgebiet. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Helikopter bringt die Abdeckmatten. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Arbeiter bohren eines von 25 Löcher in den Fels, der weggesprengt werden soll. Die Löcher sind rund 10cm dick. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Fels oben rechts wird am 18. Juni weggesprengt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Am Schluss liegen rund 2000 Pneus auf den SBB-Geleisen. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Arbeiter trifft Vorbereitungen für die Sprengung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Diese Felspartie muss weggesprengt werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
In Flüelen müssen Passagiere in Richtung Süden auf die Extrabusse umsteigen. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)
In Flüelen müssen Passagiere in Richtung Süden auf die Extrabusse umsteigen. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)
Ein ferngesteuerter Bagger im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein ferngesteuerter Bagger im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
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Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Laut Angaben der SBB ist die Gotthard-Bahnlinie mindestens drei Tage unterbrochen, weil mehrere Tausend Kubikmeter Geröll die Gleise, mehrere Fahrleitungsmasten sowie eine Stützmauer beschädigten (Bild: Leser Peter Lienert)
Zwei Bauarbeiter wurden verletzt, einer wird noch vermisst. (Bild: Leser Peter Lienert)
Die Feuerwehr Meien bei Ihrem Einsatz. (Bild: Leser Peter Lienert)
Felsturz bei Gurtnellen (Bild: Leser André Niederberger)
Mehrere Tausend Kubimeter Geröll stürzten auf die Bahnlinie. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das Gleis der Gotthardstrecke wurde verschüttet. Die Linie bleibt mehrere Tage gesperrt. (Bild: SBB)
Auch die Rega stand im Einsatz. (Bild: Leser Peter Lienert)
Felsmassen stürtzen am Dienstagmorgen um 9 Uhr auf das Bahntrassee bei Gurtnellen (Bild: Kapo Uri)
Bild: Keystone
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Auf der Nord-Süd-Achse fahren bis auf weiteres nur Busse. (Bild: Ronny Nicolussi / NZZ)
12. März 2012: Ein Teil des Felssturzes landet auf den Gleisen. (Bild: SBB)
Der Felssturz weckt Erinnerungen an die tödliche Verschüttung der Autobahn 2006. (Bild: Christian Beutler / NZZ)
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ

Ein Personenzug fährt am 3. Juli wieder über die Gotthard-Strecke. (Bild: Keystone)

Strenge Auflagen

Die Fahrzeuge dürfen nur im Konvoi fahren - je nach Bedarf einmal pro Tag und Richtung. Ein Konvoi umfasst höchstens 10 Fahrzeuge und wird jeweils durch die Kantonspolizei Uri eskortiert und von einem Feuerwehrauto der Schadenwehr Gotthard begleitet. Für die Teilnahme am Konvoi ist eine Anmeldung erforderlich.

Wie die Unternehmen des Schienengüterverkehrs bereits letzte Woche mitgeteilt hatten, wird die Rola-Betreiberin RAlpin auf der Linie Lötschberg/Simplon Gefahrguttransporte priorisieren, um die Zunahme von Gefahrgutsendungen im Strassentransit einzuschränken.

Der allgemeine Lastwagenverkehr auf der A2 hat nach Feststellungen des Astra seit dem Felssturz bei Gurtnellen zwar etwas zugenommen, kann aber vorderhand problemlos bewältigt werden. Deshalb sieht das Astra vorderhand keine weiteren ausserordentlichen Massnahmen vor.

Insbesondere dränge sich derzeit weder eine eine Lockerung des Nachtfahrverbots auf noch eine Anhebung der Gewichtslimite auf 44 Tonnen auf der Gotthardautobahn, schreibt das Astra. Sollte sich die Verkehrssituation verschärfen, werde umgehend geprüft, ob die Umsetzung weiterer Massnahmen angezeigt sei.

sda