GOTTHARDACHSE: SBB stärken Zusammenarbeit mit Uri und Schwyz

Die SBB investieren bis 2020 auf der Gotthard-Nordachse zwischen Zugersee und Gotthard 800 Millionen Franken. Die Bergstrecke soll stündlich befahren werden.

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Ein Interregio der SBB auf der Gotthardstrecke bei Flüelen. (Bild: Keystone)

Ein Interregio der SBB auf der Gotthardstrecke bei Flüelen. (Bild: Keystone)

Die Regierungsräte von Uri und Schwyz haben sich mit Andreas Meyer, CEO der SBB AG, getroffen, um aktuelle Projekte zu besprechen. In den kommenden fünf Jahren werden die SBB zwischen dem Zugersee und dem Gotthard rund 800 Millionen Franken in Ausbau, Modernisierung und Substanzerhalt der Strecken und Bahnhöfe investieren. Das Bahnangebot auf der Gotthardachse soll ab Juni 2014 bis 2020 schrittweise erweitert.

In zweieinhalb Jahren wird der Gotthard-Basistunnel in Betrieb genommen. Nach dessen Eröffnung Ende 2016 wird die Bahnstrecke entlang dem Ostufer des Zugersees und am Axen saniert. Die Fahrzeit verkürzt sich um 25 bis 40 Minuten, ab Mitte 2018 – mit dem Ende der Zugersee-Sperre – nochmals um eine Viertelstunde. Voraussichtlich ab 2020 – mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels – profitieren die Kunden vom vollen Fahrzeitgewinn von rund einer Stunde. Die erste Angebotsverbesserung realisieren die SBB bereits im Juni 2014, wenn zwischen Arth-Goldau und dem Tessin die Züge alle zwei Stunden fahren.

Attraktive Bergstrecke erhalten

Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Dezember 2016 wollen die SBB auch weiterhin ein attraktives Bahnangebot über die Bergstrecke anbieten. Das Konzept sieht eine stündliche Regioexpress-Verbindung der Tilo mit Anschlüssen an den Fernverkehr in Erstfeld, Bellinzona und Lugano vor. Die Interregiozüge ab Basel nach Luzern und Zürich fahren künftig bis Erstfeld, saisonal am Wochenende für den Freizeitverkehr bis Göschenen.

Erstfeld: 40 neue Arbeitsplätze

Bis 2019 investieren die SBB zwischen Zug/Rotkreuz und Göschenen insgesamt rund 800 Millionen Franken (ohne Neat-Ausbauten). Bahnhöfe wie Arth-Goldau werden modernisiert und kundenfreundlicher gestaltet. Doppelspurabschnitte werden neu gebaut, Tunnels und Gleise saniert sowie Stellwerke ersetzt. Bereits im Bau befindet sich das Erhaltungs- und Interventionszentrum (EIZ) in Erstfeld, das für den sicheren und pünktlichen Betrieb des Gotthard-Basistunnels äusserst wichtig ist. Im EIZ werden gesamthaft 100 Arbeitsplätze geschaffen, 40 davon zusätzlich.

Altdorf: Neuer Bahnhof

Die SBB setzen sich zusammen mit den Kantonen Uri und Schwyz für eine langfristige und umfassende Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Innerschweiz ein. Im Fokus liegen verschiedene Entwicklungsareale der Kantone, von Dritten und der SBB: Zur Entwicklung des ehemaligen Zeughausareals in Seewen ist der Bahnfreiverlad beim Bahnhof Schwyz zu verschieben. In Arth-Goldau soll das erweiterte Bahnhofareal gemäss dem Bebauungs- und Nutzungskonzept neu gestaltet werden. In Altdorf entsteht ab 2021 der Kantonsbahnhof mit neu 420 Meter langen Perrons, damit neben der S-Bahn neu ein stündlicher Interregio-Zug und ausgewählte Intercity-Züge via Basistunnel halten können. Zudem sind beim Kantonsbahnhof Altdorf ein neuer Bushof und ein neues Bahnhofgebäude vorgesehen. Der Bahnhof Göschenen mit dem Umstieg auf die Matterhorn-Gotthard-Bahn wird neu respektive auch behindertengerecht gestaltet.

Gesamtperspektive geplant

Die Kantone und die SBB haben sich vorgenommen, bis Ende 2015 mit der Gesamtperspektive aufzuzeigen, wie Bahnangebot, -anlagen und -areale für die Zentralschweizer Bevölkerung in den kommenden zwei Jahrzehnten aufgewertet und entwickelt werden können. In den nächsten Monaten treiben die SBB zusammen mit den Kantonen diese Planungen im Interesse der Bevölkerung sowie der Kunden weiter voran.

pd/red