GOTTHARDREGION: Eine neue Idee sorgt für Zündstoff

Die Gotthardregion könnte ein Biosphären­reservat werden. Diese Idee löst nicht nur im Kanton Uri kritische Reaktionen aus.

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Der ägyptische Investor Samih Sawiris erklärt Journalisten sein Projekt in Andermatt. (Archivbild Keystone)

Der ägyptische Investor Samih Sawiris erklärt Journalisten sein Projekt in Andermatt. (Archivbild Keystone)

Die Gotthardregion bekannt als Nord-Süd-Achse, als Region der Windkraft und als kommendes Ferienresort des Ägypters Samih Sawiris. Das sei längst nicht alles, was diese Region zu bieten habe, sagt jetzt die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL).

Sie hat ebenfalls grosse Pläne und schlägt die Region als neues Biosphärenreservat vor. Projektleiterin Christine Nef: «Die Region Gotthard bietet sehr viel. Landschaften, Gebirge, Pässe, aber auch schützenswerte Gebäude und Objekte.» Hier sei ein grosses Potenzial vorhanden.

Know-How könnte aus dem Entlebuch kommen
In Sachen Schutzgebiete sei die Region ein weisser Fleck. Der Zeitpunkt für eine Veränderung sei ideal, da sich die Region – etwa durch die Pläne von Samih Sawiris – im Umbruch befinde. Man wolle mit dem Vorschlag eine Grundsatzdiskussion über die Zukunft des Gotthardraumes auslösen. Beteiligt am Reservat wäre nicht nur der Kanton Uri, sondern auch das Tessin, das Wallis und Graubünden.

Die positiven Seiten eines Biosphärenreservates kennt in der Schweiz keiner so gut wie Theo Schnider, Direktor des Unesco-Biosphärenreservates in Entlebuch (siehe Kasten). Für ihn sind die Pläne kein Problem. Man sei bereit, Know-how zur Verfügung zu stellen, sagt der Direktor des bisher einzigen Biosphärenreservates der Schweiz.

Die Idee braucht Zeit zum Wachsen
Im Kanton Uri sind die ersten Reaktionen zwiespältig. Regierungsrätin Heidi Z?graggen (CVP) findet die Idee, dass es als Ausgleich zum Intensivtourismus «auch in Sachen Parks vorangeht» insgesamt sympathisch. «Ob eine Biosphäre allerdings das richtige Prädikat für die Region ist, muss man nun anschauen.»

Georges Eich, Amtsvorsteher im Amt für Raumentwicklung im Kanton Uri, betont, dass die Idee eines Biosphärenreservates von unten kommen und wachsen müsse: «Die Gemeinden und die Bevölkerung müssen hinter einem solchen Vorschlag stehen.» Beim Nationalpark habe man in Uri nämlich bereits einmal negative Erfahrungen gemacht. Damals sei der Vorschlag von Pro Natura gekommen. Dieser stiess aber auf Ablehnung. Eich: «Wir wollen uns von aussen nichts aufzwingen lassen. Das kommt nicht gut an bei den Leuten.»

Raphael Prinz

HINWEIS:
Eine Projektskizze finden Sie hier »

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.