GOTTHARDTRANSIT: Basistunnel bringt Verkehr nicht auf Schiene

Der Gotthardbasistunnel allein bringt den alpenquerenden Schwerverkehr nicht auf die Schienen. Der Verein Alpen-Initiative fordert deshalb eine Alpentransitbörse.

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Alp-Transit-Baustelle in Erstfeld. (Archivbild Adrian Stähli/Neue LZ)

Alp-Transit-Baustelle in Erstfeld. (Archivbild Adrian Stähli/Neue LZ)

Dass der Gotthardbasistunnel allein den Schwerverkehr nicht auf die Schiene zu bringen vermag, zeigt eine am Donnerstag vom Verein Alpen-Initiative veröffentlichte Studie. Der Nutzfahrzeugverband ASTAG verlangt stattdessen eine Neuorientierung.

Die Verlagerungswirkung des Basistunnels durch den Gotthard kann gemäss der im Auftrag der Alpen-Initiative vom Büro metron erstellten Studie nicht genau prognostiziert werden. Der Marktanteil der Schiene werde aber von heute 62 höchstens auf 64,5 Prozent steigen.

Diese Wirkung ist bei weitem nicht ausreichend, um das seit 1994 in der Verfassung verankerte Ziel von 650'000 alpenquerenden LKW-Fahrten durch die Schweiz zu erfüllen, wie es in der Studie heisst. Heute durchqueren jährlich rund 1,3 Millionen Lastwagen die Schweizer Alpen.

Alpentransitbörse soll Problem lösen
«Die NEAT bringt zwar neue Gefässe, der Wein fliesst aber nicht automatisch in sie hinein», sagte Alf Arnold, der Geschäftsführer der Alpen-Initiative. Ohne wirksame Lenkungsinstrumente bringe die NEAT den Güterverkehr nicht auf die Schiene.

Das effizienteste Verlagerungsinstrument wäre laut Arnold eine Alpentransitbörse. «Wenn die NEAT nicht zu einer Investitionsruine werden soll, so tut der Bundesrat gut daran, jetzt mit der Alpentransitbörse vorwärts zu machen», fügte er an. Nach diesem Modell soll eine fixe Anzahl Durchfahrtsrechte entweder kostenlos verteilt, zu einem festen Preis verkauft oder versteigert werden.

ASTAG fordert mehr Markt und Wettbewerb
Vom Resultat der Studie nicht überrascht zeigt sich der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG. «Ein 'Milliardenloch' garantiert noch keine Verlagerung», heisst es in einer Medienmitteilung.

Bei nüchterner Betrachtung bleibe unbestritten, dass die bisherige Verlagerungspolitik auf der ganzen Linie in die Sackgasse führe und vor allem einen riesigen Schuldenberg hinterlassen werde. Dringend nötig sei eine grundlegende Neuorientierung der Verkehrspolitik zu mehr Markt und Wettbewerb im Schienensektor. Statt Zwangsmassnahmen brauche es qualitative Verbesserungen bei den Bahnen.

ap/scd