Gotthardtunnel: Trotz Nein geht Planung weiter

Die Urner sagen Nein zu einer zweiten Röhre am Gotthard. Die Befürworter wollen nun einen neuen Vorschlag ins Spiel bringen.

Drucken
Teilen
Das Gotthard-Nordportal in Göschenen. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das Gotthard-Nordportal in Göschenen. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Economiesuisse gibt sich unbeirrt. Trotz des Neins der Urner Stimmberechtigten treibt der Wirtschaftsdachverband seine Planungen für eine zweite Röhre weiter. Ihm schwebt vor, dass sich neben der öffentlichen Hand auch private Grossinvestoren am Bau beteiligen sollen. «Wir sind mit Bauunternehmen und Banken im Gespräch», sagte Dominique Reber von Economiesuisse gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Namen will Reber keine nennen. Klar ist hingegen, dass Economiesuisse als Einnahmequelle nicht nur eine Tunnelgebühr prüft. So könnten laut Reber gegen eine Abgeltung auch Stromleitungen durch den Tunnel verlegt werden. «Wir können die Frage der Finanzierung lösen», gibt sich Reber überzeugt.

Economiesuisse kann im Parlament auf bürgerliche Schützenhilfe zählen. Klar müsse man den Urner Entscheid akzeptieren, sagt SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Doch er betont: «Die ganze Schweiz ist von diesem Verkehrs- und Sicherheitsproblem betroffen.» Deshalb macht er sich auch nach dem vergangenen Wochenende für den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard stark. Und der Luzerner CVP-Nationalrat Pius Segmüller nimmt nach dem Nein den Kanton Uri in die Pflicht. «Uri muss nun aufzeigen, wie eine Sanierung des bestehenden Tunnels ohne zweite Röhre funktionieren kann», sagt er gegenüber unserer Zeitung.

Der Urner Ständerat Markus Stadler sieht dies freilich anders. «Das klare Urner Verdikt wird einen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Diskussion haben», ist er überzeugt. So glaubt er, dass das Abstimmungsergebnis den Bundesrat in seiner Skepsis gegenüber einer zweiten Röhre bestärkt.

Dominik Buholzer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.