Uri verzeichnet gravierendste Störung seit langem

Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung des EW Altdorf, zieht Bilanz zum Stromausfall vom Montag, 10. Februar.

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Das Unterwerk Plattischachen in Amsteg musste in Folge des Sturms runtergefahren werden.

Das Unterwerk Plattischachen in Amsteg musste in Folge des Sturms runtergefahren werden.

Bild: PD

(pd/RIN) Aus noch ungeklärten Gründen riss in Gurtnellen während des Sturms Sabine ein Leiterseil der 220-kV-Leitung von Swissgrid zwischen dem Unterwerk Göschenen und dem Unterwerk Plattischachen. Ein Erdkurzschluss löste in der Folge einen kleinflächigen Waldbrand aus, welcher durch die Feuerwehren von Gurtnellen, Silenen und Wassen gelöscht wurde. Als Folge des Schadens gab es automatische Ausschaltungen der 220-kV-Leitungen von Swissgrid zwischen Göschenen und Plattischachen, zwischen Mettlen und Plattischachen sowie zwischen Ingenbohl und Mettlen.

Weiter musste Swissgrid auch seine 220-kV-Leitung zwischen Ingenbohl und Plattischachen ausschalten, um einen sicheren Betriebszustand zu gewährleisten. Durch den Ausfall der Leitungen wurden die Unterwerke Göschenen, Plattischachen und Ingenbohl nicht mehr mit Strom versorgt.

Uri war komplett abgetrennt

«Im Klartext heisst das, dass Uri auf einen Schlag vom Schweizer Höchstspannungsnetz abgetrennt war und alle drei Unterwerke ausfielen», erklärt Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Elektrizitätswerke Altdorf (EWA). «Der sogenannte ‹Urner Ring›, das heisst, die 220-kV-Leitungen zwischen Ingenbohl und Mettlen, Ingenbohl und Plattischachen sowie Mettlen und Plattischachen, brach zusammen», so Jauch. «Das ist eine sehr gravierende Störung. Sie führte letztlich auch zum Ausfall des Verteilnetzes von EWA sowie den Nachliegernetzen. Die Folge war ein nahezu vollständiger Blackout in Uri sowie in Teilen des Kantons Schwyz.»

Die Behebung der Störung nahm Zeit in Anspruch, weil zuerst geklärt werden musste, wo welche Schäden an den Netzen (Gurtnellen, Axen) aufgetreten waren. «Das dauerte unter den erschwerten Bedingungen des Sturms eine gewisse Zeit» erklärt Werner Jauch. «Dank unserer eigenen 50-kV-Leitung über den Axen und unseren eigenen Kraftwerken konnten wir die Versorgung des Kantons Uri dann sukzessive wieder aufbauen. Ab zirka 13 Uhr konnten die ersten Kunden bereits wieder mit Strom versorgt werden.»

Stromversorgung in Uri wieder stabil

Inzwischen läuft die Stromversorgung im Kanton Uri gewohnt stabil und zuverlässig. Die genauen Ursachen für den Versorgungsunterbruch des Urner Rings und den Brand in Gurtnellen werden durch Swissgrid untersucht. Die 220-kV-Leitung von Swissgrid zwischen Plattischachen und Göschenen muss instandgesetzt werden und bleibt bis auf Weiteres ausser Betrieb.

«Trotz der Schwere der Störung sind keine Personen zu Schaden gekommen» ist Jauch erleichtert. «Dank unserer engagierten Mitarbeiter und unserer Kraftwerke konnten wir die Stromversorgung für den Kanton Uri für einen Blackout-Fall relativ zügig wiederherstellen», sagt Werner Jauch weiter. Für die Unannehmlichkeiten, die unseren Kundinnen und Kunden durch den Stromunterbruch entstanden sind, möchten wir uns entschuldigen und danken für das Verständnis. Auch danken möchten wir der Urner Polizei und den Feuerwehren für ihre Unterstützung.»

Hinweis: Weitere Informationen zur Störung gibt es unter: www.swissgrid.ch.