Grosser Andrang am Modellbautag in Erstfeld

Das SBB Historic Team organisierte zusammen mit den Urner Eisenbahnamateuren und der IG Gotthardbahn einen Modellbausonntag. Höhepunkt war eine Fahrt mit dem historischen Zug nach Göschenen.

Paul Gwerder
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Die Eisenbahnmodellanlage in Erstfeld wusste am Wochenende viele Besucher zu begeistern. (Bild: Paul Gwerder, 2. September 2018)

Die Eisenbahnmodellanlage in Erstfeld wusste am Wochenende viele Besucher zu begeistern. (Bild: Paul Gwerder, 2. September 2018)

Am Sonntag strömten viele Menschen mit ihren Kindern auf das Depotgelände in Erstfeld. Der Pavillon der Urner Eisenbahnamateure platzte schon um 10 Uhr aus allen Nähten, denn alle wollten die riesige Modellbauanlage mit den rund 20 gleichzeitig fahrenden Zügen besichtigen.

Viele spannende Details – von Bahnhöfen und Kunstbauten bis zu Gebirgslandschaften – zogen die Gäste in den Bann. Dort zeigten die Modellbaufreunde den Gästen ihre drei unabhängig gesteuerten Anlagen, eine davon fährt in der digitalen Spur, die anderen beiden in einer analogen.

Einmal pro Monat gibt es einen «Fahrabend»

Die gesamte Streckenlänge, welche sich durch die gebirgige Landschaft schlängelt, beträgt 513 Meter. Darin sind 104 Weichen eingebaut. «Der Reiz dieses Hobbys des 46-köpfigen Vereins ist, zusammen etwas Schönes zu machen. Dabei bringt jedes Mitglied besondere Fähigkeiten mit: Der eine ist stark im Landschaftsbau, während wieder andere mehr technische Spezialgebiete haben», erklärt Präsident Franz Schilt.

«Das A und O beim Modellbahnbau ist das Verlegen der Schienen, denn wenn dies nicht exakt geschieht, wird es dauernd Entgleisungen geben», weiss Mitglied Vinzenz Infanger. Je-den Montag treffen sich die Eisenbahnamateure zum «Bauabend» und einmal im Monat gibt es einen sogenannten «Fahrabend». An diesem kann jedes Mitglied seine eigenen Züge zum Fahren auf der Klubanlage mitbringen.

«Krokodil»-Lokomotive als Publikumsmagnet

In der Remise zeigten die erfahrenen Erstfelder Team-Mitglieder von SBB Historic den Besuchern die historischen Loks, welche hier stationiert sind. Als Publikumsmagnet entpuppte sich einmal mehr die Lokomotive mit dem Namen Krokodil. Neben den historischen Loks haben Mitglieder rund hundert Lokomotivmodelle ausgestellt.

Darunter fallen insbesondere jene von Pascal Gaberell auf. «Mein grosses Ziel ist, alle Re 6/6-Modelle mit den Nummern von 11601 bis 11689 mit ebenso vielen unterschiedlichen Wappen zu besitzen. Ich bin gut unterwegs, aber trotzdem fehlen mir immer noch ein paar dieser kostbaren Loks in meiner Sammlung», so Gaberell. Bevor es zum eigentlichen Höhepunkt – zur Fahrt mit einer historischen Zugkomposition nach Göschenen – ging, konnten die Besucher im Depot ein Risotto geniessen.

Mit der «Uri» von Erstfeld nach Göschenen

Nach dem Essen nutzten über 60 Gäste die Möglichkeit mit der historischen Zugkomposition – bestehend aus einem alten 1. Klasswagen und dem feuerroten Speisewagen – nach Göschenen zu fahren. Gezogen wurden die beiden Wagen von der Lokomotive «Uri» und am Steuer «seiner» Lok sass Lokführer Bruno Lämmli. In Göschenen wurden sie von Erich Schmied, dem Leiter der IG Gotthardbahn, will-kommen geheissen. Dort interessierte vorwiegend die alte Gotthardbahn, von der zahlreiche Streckenabschnitte originalgetreu und funktionstüchtig nach alten Bildern und Plänen nachgebaut wurde.

Auf dieser Modellbauanlage im Massstab 1:87 verkehren nur Dampfzüge vom Eröffnungsjahr 1882 bis 1920. Speziell an dieser Anlage ist, dass die Mitglieder ihre Module nach Originalplänen zu Hause anfertigen und dann im alten Bahnhofbuffet in Göschenen in die Anlage einbauen.

SBB Historic Team zieht positive Bilanz

Es war für die Besucher sehr eindrücklich zu sehen, wie der Bahnhof Göschenen und auch jener von Wassen mit der Verladeanlage des Steinbruchs «Antonini» originalgetreu nachgebaut wurden.

Im Raum nebenan sind die historischen Pläne, nach denen die Gotthardbahn gebaut wurde, ausgestellt. Am Schluss des Tages zeigte sich Roland Seehaus vom SBB Historic Team Erstfeld erfreut: «Ich bin mit der Besucherzahl absolut zufrieden und noch wichtiger ist für mich, dass sich die Leute auch für diese Dinge interessieren – und das haben sie klar gemacht.»