Grosses Engagement bei Insieme Uri: Ferien werden quasi nachgeholt

Als Ersatz für die abgesagte Ferienwoche im Tessin gab’s spontan vier Tagesausflüge.

Georg Epp
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Trotz Maskenpflicht genoss die Insieme-Gruppe die Schifffahrt nach Isleten.

Trotz Maskenpflicht genoss die Insieme-Gruppe die Schifffahrt nach Isleten.

Bild: Georg Epp, Flüelen, 8. September 2020

Nach wie vor kann Insieme Uri, der Verein im Interesse von Menschen mit geistiger Behinderung, keine Entlastungsdienste wegen der Coronavorschriften anbieten. Aktuell wäre das siebentägige Ferienangebot «Aktiv» in Pugerna oberhalb vom Luganersee über die Bühne gegangen. Aus Eigeninitiative entschloss sich die Lagerleiterin Rita Gisler, als Ersatz wenigstens vier Tagesausflüge zu organisieren. Streng getrennt in zwei Gruppen – eine, die in der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) wohnen, und eine Gruppe, die zu Hause betreut werden – wanderte man einmal von Unterschächen Ribi nach Äsch und je einmal gab’s eine kleine Schifffahrt nach Isleten und dann eine Wanderung am Weg der Schweiz nach Flüelen.

Am vergangenen Dienstag starteten acht «Daheimbetreute» zusammen mit sieben Betreuungspersonen bei herrlichem Wetter den Tagesausflug nach Isleten. Trotz Maskenpflicht genoss die Insieme- Gruppe die kurze Schifffahrt mit dem Motorboot Weggis. Schnell merkte man, dass die Behinderten grosses Vertrauen in das eingespielte Betreuerteam haben. «Mein Grundsatz ist, so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig zu helfen», sagt Rita Gisler. Sie hat grosse Routine im Umgang mit behinderten Menschen. Bereits 1993 half sie in der Tagesstätte der SBU im St. Josefsheim. Seit 1999, also ganze 21 Jahre, ist sie bei Insieme Uri tätig. Aktuell betreut sie die dreitägigen Wellness-Weekends im Swiss Holiday Park in Morschach und das Ferienangebot «Aktiv».

«Rita Gisler ist eine Perle im Betreuungsteam»

Anita Epp-Gabriel, die Präsidentin von Insieme Uri, meint: «Rita Gisler ist eine Perle im 40-köpfigen Betreuerteam bei Insieme Uri. Ihre Leistung ist riesig.» Gisler motivierte auch ihren Ehemann Hanspeter Huber zur Mithilfe beim Ferienangebot. Für die Wanderung zum Seerestaurant in Seedorf, wo man das Mittagessen genoss, war genügend Zeit eingeplant. Die Behinderten freuten sich riesig, doch noch etwas Ferien geniessen zu können, und bedankten sich beim Betreuerteam. «Die ehrliche Dankbarkeit der Menschen mit Behinderung einerseits und die ausgezeichnete Kameradschaft im Betreuerteam geben immer wieder Kraft zum Weitermachen», so Rita Gisler. Gut gelaunt schaffte man auch das letzte Teilstück nach Flüelen, wo die Angehörigen die Ausflügler wieder abholten. Alle hoffen, dass Corona besiegt wird und irgendeinmal zur Normalität zurückgekehrt werden kann.