«Grümpi »in Wassen: Durch Fussball zu besserer Integration

Seit vielen Jahren findet im 400-Seelen-Dorf ein Fussballturnier statt. 2016 stand die Veranstaltung vor dem Aus. Mit einem neuen Konzept wird nun versucht, den Anlass am Leben zu erhalten.

Philipp Zurfluh
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Das interkulturelle Grümpelturnier in Wassen hat seit mehreren Jahren Bestand und soll das Dorf beleben. (Bild: PD)

Das interkulturelle Grümpelturnier in Wassen hat seit mehreren Jahren Bestand und soll das Dorf beleben. (Bild: PD)

Traumtore, Fehlpässe, Sololäufe, Fehlentscheide und Blutgrätschen: Das sind nur einige Eigenschaften von vielen, die ein Grümpelturnier charakterisieren. Das Credo lautet: Zusammen mit Freunden Fussball spielen und dabei Spass haben. Auch neben dem Fussballplatz wird normalerweise ein Rahmenprogramm geboten, es herrscht ausgelassene Stimmung. Sozusagen eine Veranstaltung mit Volksfestcharakter.

In Wassen ist alles eine Nummer kleiner. Das Grümpelturnier im Urner Oberland wird schon seit einigen Jahren ausgetragen und wurde stets von einem ortsansässigen Verein organisiert. Der Anlass sollte primär zur Bereicherung des Dorflebens und zur «Aufbesserung» der Vereinskasse beitragen.

OK setzt auf interkulturellen Austausch

Von Jahr zu Jahr wurde es aber schwieriger, genügend Teilnehmer zu finden. 2016 stand das Turnier kurz vor dem Aus. Dank des Schweizerischen Roten Kreuzes – die Organisation meldete 25 im Urner Oberland wohnhafte Asylsuchende an – konnte die Austragung im letzten Moment gerettet werden. Das «Grümpi» wurde zum Erfolg, und es entstand die Idee eines interkulturellen Turniers. Diese sollte weiterverfolgt werden.

Gute Erinnerungen an damals hat Diego Waser aus Altdorf. «Ich habe vor zwei Jahren auch mitgespielt und war begeistert.» Er hat zusammen mit Claudio Walker, Ursi Gerig und Laura Waser Anfang 2018 ein neues Organisationskomitee gegründet. «Der Fussball steht im Zentrum, aber auch der interkulturelle Austausch soll Platz haben», sagt der 29-Jährige, der an der Oberstufe in Erstfeld Sport und Informatik unterrichtet. Es sollen Begegnungen ermöglicht werden unter den Flüchtlingen selber, aber auch zwischen Flüchtlingen und der hiesigen Bevölkerung.«Das Turnier soll dazu beitragen, dass man Flüchtlingen etwas offener begegnet. Wir setzen auf die Integrationskraft des Sports», erklärt Waser.

Neben dem Fussball soll auch der interkulturelle Austausch abseits des Spielfeldes Platz haben. (Bild: PD)

Neben dem Fussball soll auch der interkulturelle Austausch abseits des Spielfeldes Platz haben. (Bild: PD)

So leben einige Asylsuchende und andere Personen mit Migrationshintergrund im oberen Urner Reusstal. Das Grümpelturnier biete einen idealen Rahmen für die Integrationsbemühungen. Das Grümpelturnier findet in diesem Jahr am Samstag, 8. September, statt. Lässt das schlechte Wetter eine Durchführung nicht zu, wird es auf Samstag, 22. September, verschoben.

«Wer Interesse hat, ist herzlich willkommen»

Teams werden durch OK zusammengestellt Der Modus des Turniers ist speziell: «Man kann sich nicht als Team anmelden, sondern ‹nur› als Einzelperson», so Waser. Alle angemeldeten Personen landen auf einer Liste. Daraus erstellt das OK anhand der Zahl der Sportler die Mannschaften und den entsprechenden Spielplan. «Man darf aber auf der Anmeldung eine Person notieren, mit der man im selben Team agieren möchte», erklärt der Oberstufenlehrer. «Es gibt keine spezifischen Teilnahmebedingungen. Wer Interesse hat, ist herzlich eingeladen, sich anzumelden.»

Für das leibliche Wohl aller Besucher sorgt eine Festwirtschaft. Das OK plant, dass neben einheimischen Leckereien auch ein Menü aus einem anderen Kulturkreis angeboten wird. Die Gebühr pro Teilnehmer beträgt 5 Franken. Als «Gegenleistung» gibt es einen Getränke- und Essensbon. Die Zahl der Anmeldungen halten sich bislang in Grenzen. «Wir hoffen, dass wir den einen oder anderen noch überzeugen können. 30 Teilnehmer wären schön», hofft OK-Mitglied Waser. Anmeldeschluss ist am 26. August.

Hinweis: Mehr Informationen gibt es unter: gruempi-wassen.jimdofree.com