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Grüne bringen Spannung

Die Wahl des ersten Urner SVP-Nationalrats schien unbestritten. Jetzt könnte es eng werden.
Beat Arnold, Frieda Steffen-Regli und Annalise Russi kandidieren im Kanton Uri. (Bilder PD)

Beat Arnold, Frieda Steffen-Regli und Annalise Russi kandidieren im Kanton Uri. (Bilder PD)

Bruno Arnold

Seit 1914 «gehört» der einzige Urner Nationalratssitz einem Liberalen respektive einem FDP-Vertreter. Bekannte Freisinnige, in jüngster Vergangenheit etwa Alfred Weber, Franz Steinegger oder Gabi Huber, haben die ­eidgenössische Politik in Bern entscheidend mitgeprägt. Am 18. Oktober 2015 geht diese FDP-Tradition zu Ende – nach 101 Jahren. Die drittgrösste Urner Partei verzichtet von sich aus auf den Nationalratssitz. Sie will stattdessen mit Regierungsrat Josef Dittli (58), Attinghausen, in den Ständerat einziehen. Mangels weiterer Kandidaturen zweifelt im Kanton Uri niemand allen Ernstes daran, dass Dittli ab Dezember zusammen mit dem 60-jährigen Isidor Baumann (CVP, Wassen, bisher) das Urner Duo im Ständerat bilden wird.

SVP reagiert am schnellsten

Die SVP reagierte am schnellsten auf den FDP-Verzicht. Die wählermässig zweitstärkste Urner Partei gab Anfang Februar die Nationalratskandidatur von Regierungsrat Beat Arnold (37) bekannt. Der Schattdorfer soll es als erster Urner SVP-Mann ins eidgenössische Parlament schaffen. 2003 ist Paul Dubacher bei den Nationalratswahlen gegen Gabi Huber gescheitert, 2011 Gusti Planzer gegen den amtierenden Ständerat Markus Stadler (GLP).

SP und Grüne Uri kommunizierten früh und auch klar, dass sie nicht mit eigenen Leuten antreten, sondern eine Nationalratskandidatur aus den Reihen der CVP unterstützen würden. Diese Absichtserklärung war jedoch an klare Bedingungen geknüpft: Die CVP-Kandidatur muss dem Anforderungsprofil des rot-grünen Uri einigermassen entsprechen. Anders gesagt: Chancen auf Stimmen aus dem linken Lager hat am ehesten ein CVP-Vertreter, der sich unmissverständlich gegen eine zweite Röhre am Gotthard ausspricht und der sich in der Vergangenheit für rot-grüne Anliegen und Positionen starkgemacht hat. Der Kronfavorit der Linken, Leo Brücker, Altdorf, gab seinen Verzicht bekannt – nach einer nicht ganz geräuschlos über die Bühne gegangenen CVP-­internen Evaluation. Am Parteitag der CVP Uri setzte sich Landrätin Frieda Steffen (56), Andermatt, gegen Parteipräsidentin Christine Widmer Baumann, Altdorf, durch.

CVP provoziert Kandidatur

Nach dem CVP-Entscheid für Steffen schien das Rennen definitiv zu Gunsten von Arnold gelaufen zu sein. Doch genau die Nomination der Andermatter Lehrerin und Schafbäuerin verhalf dem schon als langweilig verschrienen Urner Wahlherbst zu neuem Schub und zu unerwarteter Spannung. Mit einer bekennenden Befürworterin der zweiten Röhre am Gotthard hatte die grösste Urner Partei eine Kandidatur aus dem rot-grünen Uri nicht einfach nur provoziert, sondern fast schon garantiert. Am 27. August setzten SP und Grüne ihre beim Verzicht auf eine eigene Kandidatur geäusserte «Drohung an die CVP» denn auch in die Tat um. Die ehemalige Landratspräsidentin Annalise Russi (59) aus Altdorf wurde als offizielle Nationalratskandidatin vorgestellt, um damit «den Gegnern einer zweiten Röhre am Gotthard in Bern eine Stimme zu geben». Damit hatte die CVP all jene Stimmen im linken Uri verspielt, die nötig gewesen wären, um im Rennen gegen den auch in FDP-Kreisen favorisierten Beat Arnold überhaupt erst eine Chance zu haben.

Arnold gegen Russi

Beat Arnold und Annalise Russi dürften den Sieg unter sich ausmachen. Dieses Duell gab es übrigens bereits am 25. April 2010, als es um die Nachfolge von Regierungsrat Markus Stadler ging. Damals setzte sich Arnold bei einem absoluten Mehr von 4994 Stimmen mit 5013 Voten durch. Die Altdorfer Berufsschullehrerin erhielt 4426 Stimmen. Ein absolutes Mehr braucht es bei den Nationalratswahlen vom 18. Oktober nicht. Entscheiden könnte somit, wie viele für Arnold und Steffen «geplante» Stimmen zur erst später ins Rennen gestiegenen Russi abwandern. Steffen wird am 18. Oktober wohl nur der kleine Trost bleiben, das Zünglein an der Waage gespielt zu haben.

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