Guggen fehlt der Nachwuchs

Immer mehr Urner Guggenmusiken verstummen. Trotzdem blickt der Walter Schmid, Präsident von Gugg-Uri, der Zukunft gelassen entgegen.

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In diesem Jahr sind schon wieder weniger Guggen unterwegs. (Archivbild Neue UZ)

In diesem Jahr sind schon wieder weniger Guggen unterwegs. (Archivbild Neue UZ)

Die Zahl an Urner Guggenmusiken ist in den vergangen Jahren stetig zurückgegangen. Vor 15 Jahren gab es im Kanton Uri noch 21 «kakaphonische» Organisationen. Auf dieses Jahr haben sich wieder drei Guggenmusiken aufgelöst. Die Notäfääger/Urschner Tyyfel aus Andermatt/Hospental, die Schächä-Fäger aus Unterschächen und die Nachtschwärmer aus Schattdorf nehmen nicht mehr am fasnächtlichen Treiben teil. Nach den drei Auflösungen sind dieses Jahr noch zwölf Vereine aktiv. Die Sumpfhiänder aus Realp haben zudem angekündigt, dass sie im kommenden Jahr nicht mehr aktiv sein werden. In diesem Jahr werden sie sich noch an der Dorffasnacht in Realp beteiligen.

Musiker treten neuen Vereinen bei

Der Grund für die Auflösungen liegt auf der Hand: «Die jungen Leute wollen sich nicht mehr an einen Verein binden», sagt Walter Schmid, Präsident von Gugg-Uri, der Vereinigung aller Urner Guggenmusiken. So mangelte es den nun verstummten Guggen an Zuwachs. Wer in einer Guggenmusik mitmacht, muss viel Zeit investieren. Pro Saison ist man während einem halben Jahr für seine Guggenmusik im Einsatz. Die Auflösungen hätten nichts mit der Motivation der Mitglieder zu tun, so Schmid. Denn die Wenigsten wollen  mit dem Verstummen ihrer Guggenmusik ihre persönliche Guggenkarriere beenden. Viele Mitglieder von aufgelösten Vereinen haben schnell in einer anderen Guggenmusik Unterschlupf gesucht und auch gefunden. Die Zuzüge brachten in einigen Vereinen neuen Wind. «Wir bedauern diese vielen Auflösungen der Guggenmusiken im Kanton Uri», sagt der Gugg-Uri-Präsident. Trotzdem blickt er gelassen in die Zukunft: «Ich glaube, dass sich die Anzahl der Guggenmusiken in den nächsten Jahren bei etwa zehn Vereinen einpendeln wird». Für ihn ist die momentane Entwicklung ein «Gesundschrumpfen» der Urner Guggenszene. Bei den aktiven Vereinen sei die Stimmung sehr positiv. «Ihre Mitgliederzahlen sind mit durchschnittlich 34 Personen auf einem guten Niveau», sagt Schmid.

Gian Knoll

Invasion statt Monsterkonzert

Elf Guggenmusiken werden in diesem Jahr am traditionellen «Gugg-Uri» teilnehmen. Am Freitag, 18. Februar, findet im «Winkel» in Altdorf eine 80er- und 90er-Jahre-Party statt. Am Samstag kommen dann die Guggenmusiken zum Zug. Das Fest wird in diesem Jahr mit einem Novum beginnen: Anstelle des traditionellen Monsterkonzertes wird eine «Gugg-UrInvasion» für einen lauten Auftakt sorgen. Konkret: Die Guggen versammeln sich rund um das Dorfzentrum und werden alle gleichzeitig um 13.13 Uhr von allen Seiten zum Telldenkmal marschieren. Und dabei wird jeder Verein seine eigenen Stücke spielen. Anschliessend werden die Guggen beim Telldenkmal, im «Winkel» und auf dem Unterlehn aufspielen. Am Abend begeben sie sich dann gestaffelt auf die Umzugsroute (Theater Uri - Lehnplatz - Schmiedgasse - Telldenkmal). Zum Schluss werden neben dem Fest- und Barbetrieb im «Winkel» die Urner Partyband «Feensturm» und diverse Guggen im Festzelt auftreten.

gk.