GUGGERSONNTAG: Bohlen wird zur Lachnummer

Möchtegernstars erhielten am Guggersonntag in Flüelen eine Showbühne. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ging die Post ab, wenn auch ziemlich schräg.

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Dieter Bohlen (vorne) hatte für die Talente viel Kritik übrig. Er selbst vermasselte aber die Nummer der Schlangenmenschen. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Dieter Bohlen (vorne) hatte für die Talente viel Kritik übrig. Er selbst vermasselte aber die Nummer der Schlangenmenschen. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Nella Martinetti, Dieter Bohlen und Bruce Darnell – sie alle waren gestern ins Urner Hafenstädtchen gepilgert, um die angeblichen Talente beziehungsweise deren Performances zu begutachten. Die Promis – oder genau genommen deren Doppelgänger – hatten die Aufgabe, dem zahlreich aufmarschierten Publikum bei der Suche nach dem Supertalent behilflich zu sein.

Den Auftakt machten die Flötisten von Flötalien. Nella Martinetti und Hansi Hinterseer versuchten sich im Duett. Aber das Ganze ging in die Hose und klang nicht gerade konzertwürdig. Trotzdem gab sich Jurymitglied Bella Nella selber Höchstnoten. Um einiges überzeugender kam die Tanzshow der Fancy Dancers rüber. Zumindest punkto Synchronität gab es nicht viel zu kritisieren. Doch Obermeckerer Bohlen ging mit den drei Mädels trotzdem hart ins Gericht. Sein Kommentar: «Tanzen könnt ihr nicht!» Action und Nervenkitzel war beim Auftritt der Gebrüder Nord- und Südpol angesagt. Sie fischten, assen Mehl und Fischstäbchen und spien den unappetitlichen Brei mit einem Feuerball in bester Fakir-Manier wieder raus. Diese im wahrsten Sinne des Wortes heisse Nummer entlockte sogar Bohlen ein «Bravo!».

Waschbrett als Luftgitarre
Auf der Bühne wurde auch Urchiges geboten, wenn auch nicht gerade in höchster Qualität. Das Echo vom Gallenstein aus Illgau jodelte und spielte derart falsch, dass sich schier die Balken bogen. Ein Waschbrett avancierte zur Luftgitarre, und die Sängerin fegte plötzlich mit einem Besen über die Bühne. Martinetti und Darnell zeigten sich von dieser Performance begeistert, Bohlen schrie nur «raus!». Diesem Ansinnen hätte er am besten gleich selber Folge geleistet. Denn durch sein ungelenkes Mitwirken verkam die Vorführung der Schlangenmenschen zur Lachnummer.

Jungfrau schwebt
Zu den Höhepunkten dieser rund einstündigen Fasnachtsveranstaltung, die von der einheimischen Guggenmusik Gruontal-Fääger organisiert worden war, gehörte die Darbietung von Magier Vincent Raven. Zunächst liess er eine Jungfrau schweben, wenn auch nicht ganz astrein, und dann vollführte er als Zwergmensch die unmöglichsten Verrenkungen.

Zum Schluss hatte das Publikum die Qual der Wahl. Es konnte bei der Wahl des Supertalentes mitbestimmen. Die Combo aus Illgau und der oberwitzige Zauberer erhielten in etwa gleich viel Applaus. Zum Supertalent wurde letztlich jedoch keiner der Mitwirkenden offiziell gekürt. Die Suche muss so wohl im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Urs Hanhart